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Offenbar K.o.-Tropfen auf SPD-Sommerfest: Mindestens 8 Frauen betroffen - Erste Details bekannt

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Das Logo der SPD (Archivbild).
Das Logo der SPD (Archivbild). © Christoph Schmidt/dpa

Laut einem Medienbericht soll es auf einem Sommerfest der SPD zu einer Attacke mit sogenannten K.o.-Tropfen gekommen sein. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Update vom 9. Juli, 14.05 Uhr: Nachdem es auf dem SPD-Sommerfest offenbar zu einer Attacke mit K.o.-Tropfen gekommen ist, ermittelt die Berliner Kriminalpolizei gegen unbekannt wegen gefährlicher Körperverletzung. Bis Samstagmorgen seien insgesamt fünf Betroffene registriert worden, teilte die Polizei mit. In einem parteiinternen Chat war zuvor von acht Betroffenen die Rede gewesen.

Bei der Polizei habe sich zuerst eine 21-jährige Frau gemeldet, die ohne Alkoholkonsum nach der Feier über Unwohlsein geklagt hatte und sich am nächsten Morgen nicht mehr an den Abend erinnern konnte. Ein Ergebnis der Blutuntersuchung liege noch nicht vor, sagte eine Polizeisprecherin. Bis Samstagmorgen seien der Polizei vier weitere Fälle mit ähnlichen Symptomen bekannt geworden.

Offenbar K.o.-Tropfen auf SPD-Sommerfest: Mindestens 8 Frauen betroffen

Erstmeldung vom 8. Juli: Berlin - Mehrere Frauen sind bei einem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion Opfer einer Attacke mit sogenannten K.o.-Tropfen geworden. „Dies ist ein ungeheuerlicher Vorgang, der unsererseits sofort bei der Bundestagspolizei gemeldet wurde“, heißt es in einem Schreiben von SPD-Fraktionsgeschäftsführer Mathias Martin an die Bundestagsabgeordneten und deren Mitarbeiter. Der Tagesspiegel berichtete zuerst.

K.o.-Tropfen auf SPD-Sommerfest: Betroffene sollen Anzeige erstatten

„Wir empfehlen möglichen weiteren Betroffenen, dies unverzüglich bei der Polizei zur Anzeige zu bringen“, hieß es weiter in dem Schreiben, aus dem die Berliner Tageszeitung zitierte. Ein Fraktionssprecher sagte, es werde alles getan, um für Aufklärung zu sorgen. Der Tagesspiegel zitierte auch aus einem parteiinternen Chat, in dem von acht Betroffenen die Rede war. Ein Fall sei durch einen Test bestätigt und Anzeige gegen Unbekannt gestellt worden. Weitere Details gab es zunächst nicht.

Das Sommerfest fand am Mittwoch am Kanzleramt in Berlin statt, neben SPD-Abgeordneten und Mitarbeitern im Bundestag und den Wahlkreisen nahm auch Bundeskanzler Olaf Scholz daran teil. Insgesamt waren laut Tagesspiegel rund 1000 Gäste bei dem Hoffest - wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger als in der Vergangenheit üblich.

Video: K.o.-Tropfen: Was passiert und wie kann man sich schützen?

K.o.-Tropfen werden häufig benutzt, um vorher ausgewählte Opfer zu betäuben und damit wehrlos zu machen. Sie werden Opfern unbemerkt verabreicht, häufig geschieht das über Getränke, seltener über Speisen. Nach dem Aufwachen können sich die Opfer meist nicht mehr an die vergangenen Stunden erinnern, sie leiden unter Gedächtnislücken. Das macht den Nachweis von verübten Straftaten häufig sehr schwer. Oft wird in diesem Zusammenhang von Raub- und Sexualdelikten gesprochen, offizielle Statistiken zur Häufigkeit existieren derzeit nicht, was auch an einer hohen Dunkelziffer liegt. (dpa/AFP/fmü)

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