Durchbruch bei Atomgesprächen?

Kerry trifft Irans Außenminister

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US-Außenminister John Kerry ist zu den Atomgesprächen mit dem Iran nach Genf gereist.

Washington/Genf - Jahrelang bewegte sich nichts. Kaum ist eine neue, moderatere Führungsriege in Teheran an der Macht, scheint selbst der Atomkonflikt lösbar. Sollte es bereits am Freitag einen Durchbruch in Genf geben?

Bei den Atomgesprächen mit dem Iran deutet sich nach jahrelangem Stillstand möglicherweise ein erster Durchbruch an. US-Außenminister John Kerry will nach Informationen des TV-Senders NBC am Freitag überraschend nach Genf reisen und dort den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif treffen.

Der Besuch Kerrys ist nach Angaben des Senders ein Indiz, dass bei den Gesprächen über das umstrittene iranische Atomprogramm eine erste Einigung bevorstehen könnte. Es handele sich dabei vermutlich um einen ersten Schritt in Richtung auf ein umfassendes Abkommen. Eine offizielle Bestätigung gab es dazu zunächst nicht.

US-Präsident Barack Obama sprach in einem NBC-Interview, von der Möglichkeit eines Abkommens in Phasen. Es könne „sehr maßvolle Erleichterungen“ geben. Die Sanktionen blieben aber in Kraft. Sie würden verschärft werden, wenn der Iran seinen Verpflichtungen nicht nachkomme.

Nach Angaben der Zeitung „Wall Street Journal“ könnte eine erste Einigung möglicherweise bereits an diesem Freitag bekanntgegeben werden. Dies wäre ein erster Durchbruch seit Jahrzehnten. Kerry wolle „dabei helfen, Differenzen bei den Verhandlungen einzugrenzen“, beichtete das Blatt aus Genf.

Beide Seiten seien dabei, einen Entwurf für eine erste Einigung auszuarbeiten, hieß es unter Berufung auf westliche und iranische Beamte. Allerdings könne das Vorhaben auch noch scheitern. Kerry war am Donnerstag noch auf Nahostreise in Israel.

Westliche Unterhändler drängen die neue Teheraner Führung zu einer Übergangslösung, um Zeit für eine friedliche Beilegung des gefährlichen Streits zu gewinnen. Aus Delegationskreisen in Genf verlautete, wenn der Iran Teile seines Atomprogramms für eine gewisse Zeit einfriere, könnten im Gegenzug einige Wirtschaftssanktionen ausgesetzt werden.

In Genf verhandelt seit Donnerstag die sogenannten 5+1-Gruppe - bestehend aus den fünf UN-Vetomächten China, Großbritannien, Frankreich, Russland und den USA sowie Deutschland - mit dem Iran. Die Verhandlungsrunde geht am Freitag zu Ende. Am Donnerstagabend zeigten sich beide Seiten zufrieden mit dem ersten Verhandlungstag. „Wir machen Fortschritte“, sagte der Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton, Michael Mann. Auch Sarif bezeichnete die Verhandlungen als äußerst positiv.

Die neue Regierung in Teheran will die Sorge ausräumen, dass der Iran eine Atombombe bauen will. Sie fordert aber im Gegenzug die Anerkennung des Rechts auf ein ziviles Atomprogramm, einschließlich der Urananreicherung auf bis zu fünf Prozent, sowie die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte aus der Ferne, ein Kompromiss bei den Atomgesprächen in Genf wäre ein „historischer Fehler“. „Israel lehnt den Kompromissvorschlag bei den Genfer Gesprächen kategorisch ab“, sagte der Regierungschef nach einem Bericht der Nachrichtenseite „ynet“. Teheran wäre dann in der Lage, sein Atomprogramm weiterzuverfolgen, warnte er.

dpa

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