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Genauso schlecht wie Spahn: Lauterbach als Minister nicht geeignet

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Von: Alexander Schäfer

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Dank seiner Expertise in der Corona-Krise fordern viele Karl Lauterbach (SPD) als Gesundheitsminister. Er ist aber genauso ungeeignet wie Jens Spahn. Kommentar.

Hamm - Ein Professor für Gesundheitspolitik muss nicht zwingend Gesundheitsminister werden. Auch dann nicht, wenn er an der Harvard School of Public Health in Boston studiert hat. Und auch dann nicht, wenn er ausgerechnet Epidemiologe ist. Ja, Karl Lauterbach mag angesichts der Corona-Lage die naheliegende Besetzung für die Nachfolge von Jens Spahn (CDU) sein. Doch der künftige Kanzler Olaf Scholz tut gut daran, Lauterbach nicht als Minister in sein Ampel-Kabinett zu holen – unabhängig von dem Argument, dass nicht mehr Männer als Frauen in der Regierung sitzen sollen.

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands

„Genauso schlecht wie Spahn“: Lauterbach als Minister nicht geeignet - Kommentar

Ein Gesundheitsminister muss nicht alle Studien über das Coronavirus kennen oder gar selbst gelesen haben. Dafür gibt es ja die Fachleute im Ministerium oder im Robert Koch-Institut. Ein Gesundheitsminister muss aber – ganz besonders in der aktuellen Krise – die Menschen mitnehmen und darf nicht polarisieren. Auch wenn er es nicht beabsichtigt: Der omnipräsente Lauterbach ist auf diesem Gebiet genauso schlecht wie Spahn.

Ja, der SPD-Politiker wird gelobt und respektiert für seine Expertise - im August hatte Karl Lauterbach etwa die zu lasche Corona-Strategie in NRW kritisiert. Viele wünschen sich ihn deshalb als Gesundheitsminister. Aber mit seinen bisweilen konfus vorgetragenen Botschaften und seinem zu häufig eindimensionalen Blick auf die Pandemie verstört und verschreckt der Mediziner zugleich viele Bürger. Politik ist eben mehr als nur Wissenschaft.

Wohltuend anders tritt da ein Christian Drosten auf. Auf die Frage, warum er sich in der Öffentlichkeit zurücknimmt, sagte der Virologe: „Ich will nicht zu einem Papagei werden.“ In der Tat nerven diese eigentlich doch putzigen Tiere mit ihrem Geplapper irgendwann jeden.

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