Grüne kampfeslustig: Papst als Vorbild

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Jürgen Trittin und Margarete Bause, die Spitzenkandidatin der Grünen für die bayerische Landtagswahl: Die Grünen zeigen sich beim Politischen Aschermittwoch kampfeslustig.

Landshut - 56 Jahre „schwarzer Fluch“ in Bayern sind für die Grünen lange genug. Zum Vorbild wollen sich Künast, Trittin & Co.im Superwahljahr ausgerechnet den Papst nehmen.

Im Superwahljahr geben sie sich beim Politischen Aschermittwoch in Landshut betont kampfeslustig. Ihr Vorbild finden sie im konservativen Papst Benedikt.

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Die Grünen geben sich im Superwahljahr in Bayern betont kampfeslustig - und nehmen ausgerechnet den Papst zum Vorbild. Niemand habe mit einem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. gerechnet, sagte die Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Margarete Bause, beim Politischen Aschermittwoch ihrer Partei in Landshut. „Das ist eine wahrhaft historische Sensation. Und das passiert einfach so“, sagte sie. „Da werden wir es in Bayern doch auch schaffen, nach 56 Jahren die CSU endlich in die Opposition zu schicken. Und das passiert dann einfach so und alle werden sagen: "Guad is".“ Es sei an der Zeit, dass Bayern „nach 56 Jahren vom schwarzen Fluch befreit wird“, sagte auch der Spitzenkandidat der Bundes-Grünen, Jürgen Trittin.

Mit der Politik der Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung ging er hart ins Gericht. Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „unbarmherzige Klientelpolitik“ vor und sagte: „Wenn sich Union und FDP für bürgerlich halten, dann ist das ungefähr so wahrhaftig wie die Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg, dem Felix Krull aus Oberfranken.“ Die FDP nannte er in einer unterhaltsam polemischen Rede den „Blinddarm von Schwarz-Gelb“.

Mit Rainer Brüderle habe die Partei ihren „inneren Schweinehund“ zum Spitzenkandidaten gemacht. Dem FDP-Fraktionsvorsitzenden, der mit Dirndl-Äußerungen wochenlang Schlagzeilen gemacht hatte, empfahl er sarkastisch in Anlehnung an die bunten Paraden zum Christopher Street Day einen „Brüderle Street Day“ und eine „Chauvi-Pride-Parade“ durch die Straßen. Die FDP verstehe es, Täter und Opfer zu verwechseln, sagte Trittin.

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Auch die eigentlich freundschaftlich verbundene SPD und ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kamen nicht ohne einen Seitenhieb von Trittin davon. Dem wegen seiner Nebeneinkünfte in die Kritik geratenen Steinbrück empfahl er eine Talkrunde: „Juweliere fragen, Peer antwortet“.

Das Volk in Bayern habe bereits mit Volksbegehren und -entscheiden zum Nichtraucherschutz, zur dritten Startbahn am Münchner Flughafen und jüngst zur Abschaffung der Studiengebühren gezeigt, dass es der Regierungspolitik kritisch gegenüber stehe, betonte Trittin. „Das Volk in Bayern zeigt, dass dieses Land nicht der selbsternannten und selbstverliebten schwarzen Staatspartei gehört.“ Heute schon könne man mit dem Fahrrad von Flensburg bis an den Bodensee fahren, ohne durch ein Land zu kommen, in dem die Union noch an der Regierung sei. „Das ist doch ein schönes Land.“

dpa

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