1. wa.de
  2. Politik

Impfzertifikat: Dauer soll verkürzt und Ablauf vorgezogen werden

Erstellt:

Kommentare

Die Gültigkeit des digitalen Impfpasses soll verkürzt werden. Jens Spahn kündigte einen schnelleren Ablauf des Zertifikats an.

Hamm - Bislang beträgt die Gültigkeitsdauer des digitalen Corona-Impfzertifikats ein Jahr. Aber schon bald soll diese Zeit verkürzt und der Ablauf vorzeigen werden, wie der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt hat.

KrankheitCovid-19
KrankheitserregerSARS-CoV-2
UrsprungVolksrepublik China

Impfzertifikat: Dauer soll verkürzt und Ablauf vorgezogen werden

Der Grund dafür klingt plausibel: Da der Impfschutz gegen das Coronavirus nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nach einigen Monaten nachlasse, stehe nun eine Entscheidung darüber an, „dass dieses digitale Impfzertifikat angepasst wird an die tatsächliche Schutzwirkung“, Jens sagte Spahn.

Die Verkürzung der Gültigkeit des digitalen Impfzertifikats werde jedoch „nicht über Nacht“ erfolgen. „Wir werden das so machen, dass jeder seine Auffrischimpfung hat kriegen können, um das Zertifikat zu verlängern“, erklärte der CDU-Politiker. In der Frage der Verkürzung strebe er eine EU-weit abgestimmte Regelung zur Geltungsdauer des Digitalnachweises an.

Die bislang ausgestellten Impfnachweise, die etwa per Handy-App (Corona Warn-App oder CovPass-App) gespeichert und vorgezeigt werden können, sind bislang auf zwölf Monate befristet. Diese Frist beginnt zwei Wochen nach der Zweitimpfung.

Gültigkeit der Corona-Impfpässe: Über künftige Dauer wird beraten

Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass der Impfschutz nach etwa sechs Monaten nachlässt – deshalb wird zu diesem Zeitpunkt eine Booster-Impfung empfohlen. Welche Gültigkeitsdauer die Impfpässe künftig haben sollen, wird nach Worten von Lothar Wieler, dem Chef des Robert-Koch-Instituts, derzeit beraten. In der Diskussion sei dabei eine Regelung mit Übergangsfristen.

Derweil hält Jens Spahn die Versorgung mit Corona-Impfstoff auch dann für gesichert, falls sich die Virusvariante Omikron in Europa ausbreitet - auch in NRW gibt es bereits erste Omikron-Verdachtsfälle. Die EU habe für die kommenden beiden Jahre insgesamt zwei Milliarden Impfdosen bestellt.

Ein Mitarbeiter des Chipherstellers Globalfoundries (GF) zeigt vor Dienstbeginn in der Lobby des Werks sein Impfzertifikat. Laut Bundesarbeitsministerium müssen Beschäftigte ab Mittwoch (24.11.2021) beim Betreten ihrer Arbeitsstätte nachweisen, dass sie gegen Corona geimpft oder von einer solchen Erkrankung genesen sind. Alternativ ist eine Bescheinigung über einen negativen Test möglich. Bundesweit gelten am Arbeitsplatz Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G).
Die Gültigkeit des Corona-Impfpasses steht auf dem Prüfstand. Das Zertifikat soll bald schon früher als erst nach 12 Monaten ablaufen. © Robert Michael/dpa

Ddiese Bestellmenge sei auch dann gesichert, wenn der Impfstoff zum Kampf gegen die Omikron-Variante verändert werden müsse, sagte er: „Wir haben Produktionskapazitäten, falls man den Impfstoff anpassen müsste“, sagte Spahn. „Das ist genug, um Europa fast fünf Mal zu impfen.“

Corona-Impfstoffe lassen sich auf Omikron-Variante anpassen

Der Immunologie-Professor Leif Erik Sander von der Berliner Charité zeigte sich zuversichtlich, dass die Impfstoffe bei Bedarf rasch an die Omikron-Variante angepasst werden können: „Wir sind optimistisch, dass wir bei so einer Variante nicht bei Null anfangen.“

Der Impfstoff-Hersteller Moderna hat bereits am Donnerstag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Thanksgiving-Feiertag angefangen, an einer Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der medizinische Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton. (mit afp und dpa)

Auch interessant

Kommentare