Corona-Schutzimpfung

Impfreihenfolge geändert: Diese Menschen rücken in der Priorisierung vor - wann bin ich dran?

Die Impfreihenfolge gegen Corona ist geändert worden. Die neue Priorisierung geht aus der aktualisierten Verordnung hervor. Wann werde ich denn nun geimpft?

Hamm - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Verordnung, die die Impfreihenfolge regelt, überarbeiten lassen. Grund ist, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut (RKI) den Corona-Impfstoff von Astrazeneca nur für Menschen empfiehlt, die jünger als 65 Jahre sind. Die neue Verordnung gilt seit Montag, 8. Februar. Bestimmte Berufsgruppen und Menschen mit Vorerkrankungen sollen durch sie jetzt früher gegen Corona geimpft werden. Alles zur Priorisierung im Überblick. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Impfreihenfolge geändert: Diese Priorisierung gilt - diese Gruppe wird zuerst gegen Corona geimpft

Die neue Impfverordnung enthält verschiedene Anpassungen der Impfreihenfolge/Priorisierung - und die gelten auch für NRW. Das NRW-Gesundheitsministerium werde sich „penibel“ an die vorgegebene Reihenfolge halten, bekräftigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Im Kern ist der Plan, dass Personen, die jünger als 65 Jahre sind, verstärkt mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft werden sollen, damit für Ältere die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna verfügbar sind. Zudem sollen Patienten mit schweren Vorerkrankungen oder in spezieller Situation schneller geimpft werden - dann in Gruppe 2 statt 3.

Doch der Reihe nach: Zur Priorisierungsgruppe 1 gehören in der Impfreihenfolge weiterhin alle Menschen über 80 Jahre - sowie Personal in bestimmten Berufszweigen. In folgenden Gruppen sollen die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna an Menschen ab 65 Jahre sowie das Präparat von Astrazeneca an die jüngeren verabreicht werden: Pfleger in stationären Einrichtungen und ambulanten Pflegediensten, Mitarbeiter von Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdiensten und Impfzentren. Wie aus der neuen Verordnung, gehören zur Gruppe eins auch Pfleger jener Menschen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen tödlichen Verlauf einer Corona-Infektion besteht (Onkologie und Transplantationsmedizin).

Impfreihenfolge geändert: Diese Priorisierung gilt - diese Menschen gehören zu Gruppe 2

In Gruppe 2 soll jenen Personen ein Impfangebot gemacht werden, die das 70. Lebensjahr vollendet haben. Durch die neue Fassung der Verordnung zur Priorisierung rücken nun aber auch Menschen aus Gruppe 3 in Gruppe 2 vor, die Vorerkrankungen haben oder in einer besonderen Situation sind - dazu gehören:

  • Krebs
  • chronische Lungen-, Leber- oder Nierenkrankheiten
  • Diabetes mellitus mit hohen Blutzuckerwerten
  • Fettleibigkeit mit Body-Mass-Index über 40
  • Demenz
  • geistige Behinderung
  • bipolare Störung
  • Schizophrenie
  • schwere Depression
  • Trisomie 21
  • nach Organtransplantationen
  • nach individueller Arzt-Bescheinigung eines hohen Risikos für einen schweren Covid-19-Verlauf

Ebenfalls zu Gruppe 2 gehören Betreuer geistig oder psychisch behinderter Menschen sowie Ärzte und Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt. Auch bei Polizei- und Ordnungskräften, die etwa wegen des Einsatzes bei Demonstrationen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, besteht ein Impf-Anspruch mit hoher Priorität. Genauso sind Soldaten, die bei einem Auslandseinsatz einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, in der Impfreihenfolge in Gruppe 2.

Impfreihenfolge geändert: Diese Priorisierung gilt - ab Gruppe 3 keine Unterschiede mehr bei Wahl des Präparats

Ab Gruppe 3, zu der alle Menschen ab 60 Jahren gehören, muss kein Unterschied mehr bei der Entscheidung für ein Präparat gemacht werden - auch der Impfstoff von Astrazeneca kann der Stiko-Empfehlung folgend eingesetzt werden. Die Priorisierung regelt, wer noch zu dieser Gruppe gehört. Nämlich Menschen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder Rheuma, Patienten mit einer Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronaren Herzkrankheiten oder Bluthochdruck. Auch wer an einer chronischen neurologischen Erkrankung oder Asthma leidet, gehört dazu. Außerdem sind entzündliche Darmerkrankung und andere Fälle von Diabetes mellitus erfasst - sowie Übergewichtige mit einem Body-Maß-Index über 30.

Medizinisches Personal befüllt eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Oxford/Astrazeneca. Der Einsatz des Präparats hat eine Veränderung der Impfreihenfolge/Priorisierung erfordert.

Auch Mitarbeiter staatlicher Einrichtungen wie Bundestag, Regierungen und Verwaltungen, Beschäftigte bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich Technisches Hilfswerk und in der Justiz gehören zu Gruppe 3. Außerdem: Menschen die in Apotheken, der Pharma- oder Ernährungswirtschaft, der Wasser- und Energieversorgung, der Abfallwirtschaft oder im Transport- und Verkehrswesen tätig sind. Auch Mitarbeiter des Lebensmitteleinzelhandels, Erzieher und Lehrer sind in der Impfreihenfolge hier erfasst - genauso wie Menschen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen.

Impfreihenfolge geändert - nicht aber für niedergelassene Ärzte, Erzieher und Lehrer

Für niedergelassene Ärzte sowie Lehrer und Erzieher bleibt es damit übrigens bei der ursprünglichen Priorisierung (Mediziner in Gruppe 2, Lehrer und Erzieher in Gruppe 3). Deren Interessenvertreter hatten jeweils gefordert, dass sie in der Impfreihenfolge vorrücken. Gesundheitsminister Jens Spahn warb für Verständnis. Für jeden Vorgezogenen gebe es jemanden vorerst ohne Impfung. „Diese Entscheidung, so schwierig sie auch ist, werden wir die nächsten Wochen immer wieder treffen müssen.“ Bei den Schulen gehe es um die Frage: „Sind Schulen Drehscheiben für das Virus?“ Wenn dies wegen des Aufeinandertreffens von Menschen aus vielen Haushalten der Fall sei, müssten eigentlich auch Eltern geimpft werden. „Das erfordert Impfdosen in einer Zahl, wie wir sie jetzt im Februar noch nicht haben“, sagte der Bundesgesundheitsminister.

Bis Ende März sollen laut Spahns Aussage von Freitag, 5. Februar, nun die Impfungen der Hochbetagten und Menschen in Pflegeheimen von Gruppe eins abgeschlossen sein. Ab April kommt Gruppe zwei - unter anderem also Menschen zwischen 70 und 80 sowie mit schweren Vorerkrankungen. Wer sich fragt, wann er denn nun einen Impftermin haben wird, kann das mit Hilfe eines kostenlosen Impfrechners im Internet einschätzen.

Rubriklistenbild: © Owen Humphreys/dpa

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