Einheitliche Lösung

Digitaler Corona-Impfnachweis auf dem Vormarsch: Wann kommt der EU-Impfpass?

Der EU-Impfpass soll kommen. Auch Deutschland plant separat einen digitalen Corona-Impfnachweis. Wie unterscheiden sich die Zertifikate? Wann sind sie verfügbar?

Hamm – Impfen ist der Schlüssel, um die Corona-Pandemie zu besiegen. Da sind sich Wissenschaftler und Politiker einig. Die Europäische Union (EU) arbeitet derzeit an einem Impfpass, der in allen Mitgliedstaaten gültig sein soll. Darüber hinaus entwickeln die einzelnen Länder um Deutschland auch ihre eigenen Impfausweise, um den Covid-Schutz nachweisen zu können. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83,02 Millionen (2019)

Corona-Impfpass: Nachweis der Impfung soll in Deutschland viele Probleme lösen

Ein digitaler Impfpass, der in einer App und mit einem QR-Code funktioniert, soll eine Vielzahl an Problemen lösen. Neben den erhofften Lockerungen hätten es auch Betrüger mit einem bundesweiten Impfnachweis deutlich schwerer. Denn über einen Barcode könnten Informationen des digitalen Impfausweises fälschungssicher abgerufen werden. Aktuell geraten in Deutschland immer mehr gefälschte Impfpässe oder Blanko-Ausweise in den Umlauf.

In Deutschland wird der digitale Impfausweis, der sich eigentlich Immunitätsnachweis nennt, von einem Konsortium aus den Firmen IBM, Ubirch, Govdigital und Bechtle als ein sogenanntes „Open-Source-Projekt“ entwickelt. Funktionieren soll der Impfpass letztlich so wie der von der EU in Auftrag gegebene „Grüne Pass“. Aufgeführt wird darin, wer vollständig gegen Corona geimpft wurde, ob jemand negativ getestet wurde oder bereits eine Corona-Erkrankung überstanden hat.

Digitaler Corona-Impfpass: Darum gibt es neben dem EU-Zertifikat noch einen deutschen Impfnachweis

Doch warum soll es in Deutschland überhaupt einen separaten digitalen Impfausweis geben, wenn doch auch schon die EU an einem „Grünen Impfpass“ feilt? Dafür muss man wissen, dass der bundesweite Impfnachweis in die Corona-Warn-App integriert werden soll. Die Bundesregierung verspricht sich damit einen zusätzlichen Run auf die Smartphone-Anwendung. Und noch wichtiger: Sie verspricht eine einfache Handhabung.

Denn neben Ärzten sollen auch Apotheken die Corona-Impfungen in die Impf-Nachweise eintragen können. „Der digitale Impfpass muss für alle leicht zugänglich sein“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deshalb sollten ihn künftig außer Praxen und Impfzentren auch Apotheken für bereits Geimpfte ausstellen können. „Mit Änderungen am Infektionsschutzgesetz wollen wir die Weichen dafür schon jetzt stellen, damit im Sommer möglichst viele den digitalen Impfpass auch nutzen“, sagte Jens Spahn.

Der deutsche digitale Impfnachweis orientiert sich am Konzept des europäischen Ansatzes. Der „Grüne Impfpass“, den die EU plant, soll nach Angaben von deutschlandfunk.de mit der deutschen Lösung kompatibel sein. Außerdem seien beide Impfpässe „interoperabel“ zueinander. Das heißt: Durch einen gemeinsamen technischen Nenner ist das Zusammenspiel der beiden möglich. Somit können auch in den europäischen Nachbarländern die Angaben des deutschen Impfnachweises geprüft werden.

Auch andere Länder, die in der EU vertreten sind, entwickeln zusätzlich ein eigenes nationales Konzept für einen Impfnachweis, der am Ende in Form eines QR-Codes in einer App abrufbar sein soll. In Italien sorgt der „Grüne Pass“ bereits für Öffnungen von Restaurants und Bars - zumindest in manchen Regionen. Und auch in Österreich soll der „Grüne Pass“ schon ab Juni weitere Lockerungen rechtfertigen, was einen Urlaub im Nachbarland attraktiver machen dürfte.

Wann kommt der „Grüne Impfpass“ in der EU und der Impfnachweis in Deutschland?

Mit dem EU-weiten Impfpass geht daher auch die Hoffnung einher, dass Urlaub im Sommer 2021 wieder problemloser möglich ist. Am Mittwoch (28. April) soll im EU-Parlament die Entscheidung dazu fallen, ob das EU-weite Zertifikat tatsächlich kommt. Wirkliche Zweifel an der Umsetzung bestehen nicht, sind die einzelnen Mitgliedstaaten doch allesamt an einem Impfausweis als Eintrittskarte für die heimische Tourismus-Branche interessiert.

Wie tagesschau.de berichtet, können nach der Entscheidung des EU-Parlaments hinsichtlich des „Grünen Impfpasses“ schon am kommenden Wochenende die Beratungen mit den einzelnen EU-Mitgliedsländern beginnen. Demnach könnten die Corona-Impfausweise sogar noch im Juni ausgegeben werden. Ob das Impfzertifikat tatsächlich kurz vor dem Start der Sommerferien erscheint, ist also wahrscheinlich, aber nach wie vor unklar.

Gleiches gilt für das deutsche Pendant. Nach derzeitigem Stand soll der digitale Nachweis in Deutschland zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2021 in den Startlöchern stehen. Streng genommen wäre es also Anfang Juli so weit. Wie ruhr24.de* berichtet, soll der deutsche Impfpass, den es auch in Papierform geben soll, zunächst in Modellregionen verfügbar sein. - *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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