Digitales Spitzentreffen

Ergebnisse des Corona-Impfgipfels: Merkel hält an Impfzusage fest - wie es weitergehen soll

Impfgipfel: Der Start der Impfungen gegen Corona läuft schleppend. Gibt es nach dem Spitzentreffen mit Angela Merkel und Jens Spahn konkrete Verbesserungen? Alles zu den Beratungen.

  • Am Montag fand in Berlin ein Corona-Impfgipfel statt.
  • Bund, Länder, Impfstoffhersteller und Verbände haben sich zur Situation der Impfkampagne, zu Zielen und Verbesserungen ausgetauscht
  • Es geht um das Vertrauen der Bevölkerung und das Problem der Impfstoff-Knappheit.

Update vom 1. Februar, 22 Uhr: „Wunder werden da jetzt nicht passieren“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel am Ende. Mehr als fünf Stunden hat die Kanzlerin da mit den Ministerpräsidenten und der Pharmaindustrie über die Corona-Impfung gesprochen.

Unsichere Liefertermine für den knappen Impfstoff, dauerbesetzte Termin-Hotlines und leerstehende Impfzentren sorgen seit Wochen für Zoff. Jetzt ist der „Impfgipfel“ vorbei, und Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller (SPD), muss einräumen: „Es bleiben angespannte Wochen, die vor uns liegen.“ Die Ergebnisse:

  • Klare Ansage zum Impfstoff-Nachschub: Einen konkreten Impfplan hatten mehrere Länder gefordert, so dass klar werde, welche Lieferungen wann geplant sind. Doch Spahns Ministerium bremste schon vorher allzu forsche Forderungen schriftlich aus: „Obwohl das Bundesgesundheitsministerium eine längerfristige Planbarkeit regelmäßig anmahnt, sehen sich die Hersteller nicht in der Lage, diese aktuell zu gewährleisten“. Denn die Firmen lieferten einfach direkt aus - gleich nach Produktion, Qualitätsprüfung und Chargenfreigabe.
  • Gute Nachrichten von den Herstellern: Hoffnung auf mehr Impfstoff brachte bisher etwa ein vor dem Start befindliches Biontech-Werk in Marburg und eine Kooperation, bei der der Pharmakonzern Sanofi ab Sommer mehr als 125 Millionen Biontech-Dosen liefern will. Doch zuletzt häuften sich schlechte Nachrichten: Erst kündigten Biontech und sein US-Partner Pfizer vorübergehend eine schmalere Lieferungen an, dann enttäuschten Astrazenecas Ankündigungen die EU-Kommission. Nun sollen es aber doch die Hälfte von 80 Millionen Astrazeneca-Dosen im ersten Quartal sein. Kurz vor dem Gipfel dann plötzlich gute Nachrichten: Biontech kann im zweiten Quartal möglicherweise bis zu 75 Millionen zusätzliche Dosen liefern. Und der Pharmariese Bayer und der Tübinger Hersteller Curevac wollen Millionen Dosen des noch nicht zugelassenen Curevac-Vakzins herstellen. Allerdings betont Spahn: „Eine Impfstoff-Produktion lässt sich nicht in vier Wochen mal eben aufbauen.“ Richtig anlaufen soll die Bayer-Curevac-Produktion 2022.
  • Impf-Zeitplan: Bis Mitte Februar sollen alle Pflegeheimbewohner ein Impfangebot erhalten, bis Ende März alle Über-80-Jährigen - bis Ende des Sommers dann alle. So hatte es bisher bereits geheißen. So bekräftigt es Merkel auch jetzt. Denn schon mit den drei bisher zugelassenen Impfstoffen könne 73 Millionen Menschen ein Impfangebot gemacht werden - mit weiteren Zulassungen würden es mehr Dosen. 96,7 Millionen Impfdosen sollen vom Start der Impfkampagne bis zum Ende des ersten Halbjahres geliefert werden - nach einer von Spahns Beamten auf Basis der Herstellerangaben vorgenommenen Schätzung. Im dritten Quartal sollen 126,6 Millionen Dosen folgen - und im vierten 100,2 Millionen Dosen. Den Großteil sollen bis zum Ende des Sommers Biontech/Pfizer liefern. Weitere Produktion ist vorgesehen - nötig auch wegen vielleicht gebotener Auffrischungen des Impfschutzes und wegen dem Bedarf an veränderten Impfstoffe gegen Virusvarianten.
  • Impforganisation: Die Impfungen vor Ort laufen in der Regie der Länder. In den rund 400 regionalen Impfzentren herrscht noch kein Hochbetrieb. Terminbuchungen werden erst nach und nach angeboten. Bei Impfwilligen gibt es oft Frust, weil viele bei Telefon-Hotlines nicht durchkommen. Regelmäßig hört man Hinweise wie „Aktuell kein Impfstoff mehr verfügbar - derzeit keine weiteren Impftermine buchbar“. Pragmatisch zeigt sich das Saarland - mit gemeinsamen Termin für mehrere Impfwillige. In den nächsten Monaten kommt aber der Moment, in der es soviel Impfstoff gibt, dass er auch in den Hausarztpraxen verimpft werden kann.
  • Die deutsche Lage im Vergleich: In Israel, Großbritannien und den USA wurden bisher mehr Menschen pro Einwohner geimpft als in Deutschland. In den EU-Staaten gibt es weniger große Unterschiede. Weltweit sind die Impfungen ungleich verteilt. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO wurden bisher rund drei Viertel der Dosen in nur zehn Ländern gespritzt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus mahnt, es sei nicht richtig, wenn jüngere Erwachsene in reichen Ländern noch vor den Älteren und dem Gesundheitspersonal in den armen Ländern geimpft würden. Experten warnen auch vor Rückschlägen in der Pandemie durch Impfnationalismus: Gegen die Impfstoffe resistente Virusmutationen könnten vor allem in den Ländern entstehen, wo wenig geimpft wird.

Spitzentreffen zur Corona-Impfung: Merkel hält an Impfzusage bis Ende Sommer fest - und verteidigt Tempo

Update vom 1. Februar, 20 Uhr: Auch nach viel Kritik am Start der Corona-Impfkampagne in Deutschland hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Prognose fest, dass jedem Bürger bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden kann. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lieferzusagen der Hersteller könne diese Aussage aufrechterhalten werden, sagte Merkel am Montag nach dem Impf-Gipfel. Dies gelte sogar, wenn lediglich die bereits zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca verimpft werden könnten, ohne dass bis dann weitere Impfstoffe zugelassen sind. Auch in diesem Fall könne den 73 Millionen erwachsenen Menschen hierzulande ein Impfangebot gemacht werden, für Kinder seien die Impfstoffe nicht vorgesehen. Sollten andere Hersteller dazukommen, gebe es ein größeres Angebot.

Angela Merkel hat auch das europäische Vorgehen bei der Corona-Impfstoffbeschaffung verteidigt und um Verständnis für das Tempo geworben. Der Weg sei an einigen Stellen langsamer gewesen. „Aber ich finde, es gibt auch gute Gründe dafür, dass er langsamer war.“ Merkel begründete das langsamere Impftempo in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern unter anderem damit, dass etwa in Europa die Produktionskapazitäten im Vergleich zu den USA begrenzt seien, dass die EU lange über Haftungsfragen verhandelt habe und sich zudem nicht für eine Notzulassung von Impfstoffen entschieden habe. „Aus guten Gründen: Es geht hier nämlich auch um Vertrauen.“

Update vom 1. Februar, 18.54 Uhr: Für breiter angelegte Corona-Impfungen in normalen Arztpraxen sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zunächst größere Impfstoff-Lieferungen nötig. Sobald es die Verfügbarkeit zulasse, solle „der maßgebliche Teil der Impfungen“ in die Praxen und die Versorgung der niedergelassenen Ärzteschaft übergehen, heißt es in einem Informationspapier des Ministeriums für den „Impfgipfel“. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zunächst berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe darüber.

Update vom 1. Februar, 15.26 Uhr: Menschen mit Vorerkrankungen sollen bei Corona-Impfungen voraussichtlich teilweise früher zum Zug kommen können als bisher geplant. Das geht aus einem Entwurf für eine veränderte Coronavirus-Impfverordnung hervor. Im Grundsatz würden die Priorisierungsgruppen so bleiben, wie sie sind, so Spahn. Hintergrund ist, dass der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland vorerst nur Erwachsenen unter 65 Jahren gespritzt werden soll.

Nach dem Entwurf sollen nun aber etwa auch Diabetiker mit hohem Blutzuckerwerten eine Impfung mit hoher Priorität erhalten können. Dies gilt etwa auch für Menschen mit chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen sowie bestimmten schweren chronischen Lungenerkrankungen.

Update vom 1. Februar, 14.42 Uhr: Der Impfgipfel von Bund, Ländern und Herstellern hat begonnen. An der Videokonferenz nehmen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder auch mehrere Bundesminister, Vertreter der Impfstoffhersteller sowie der EU-Kommission teil. Letztere kauft die Vakzine für die gesamte Europäische Union bei verschiedenen Produzenten ein.

Impfgipfel heute: Bis Ende 2021 hunderte Millionen Impfdosen für Deutschland

Die gute Nachricht: Die Lieferungen von Corona-Impfstoff für Deutschland sollen im Laufe des Jahres deutlich anziehen, wie aus einer neuen Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nach 18,3 Millionen Impfdosen im laufenden ersten Quartal könnten demnach laut einer aktuellen Schätzung im zweiten Quartal voraussichtlich 77,1 Millionen Dosen und im dritten Quartal 126,6 Millionen Dosen verschiedener Hersteller folgen. Im vierten Quartal könnten es dann weitere 100,2 Millionen Dosen sein. Damit hätte Deutschland mehr als genug Impfstoff für alle Bürger.

Update vom 1. Februar, 13.21 Uhr: Vor dem heutigen Treffen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Kampf gegen den Mangel an Corona-Impfstoff stärkere Möglichkeiten ins Spiel gebracht, als Staat Einfluss zu nehmen. Ziel müsse es sein, im Rahmen einer bundesweiten Strategie so viel Impfstoff wie möglich in Deutschland zu produzieren, so Söder. Laut Bayerischem Rundfunk schwebt ihm eine staatlich gelenkte „Not-Impfstoffwirtschaft“ vor.

Impfgipfel mit Jens Spahn und Angela Merkel: Curevac und Bayer wollen Impfstoff liefern

Update vom 1. Februar, 10.33 Uhr: Bei allen Nachrichten von neuen Impf-Dosen dämpft Jens Spahn die Erwartungen für den Impfgipfel mit Angela Merkel und den Spitzen der Länder: „Wir müssen realistisch bleiben. Wir sind in der schwersten Phase der Pandemie.“ Es werde noch einige Wochen so weitergehen, doch das zweite Quartal werde besser, sagte Spahn.

Update vom 1. Februar, 10.20 Uhr: Der Pharmakonzern Bayer und das biopharmazeutische Unternehmen CureVac haben eine Zusammenarbeit zur Impfstoff-Produktion vereinbart. Bis zum Ende des Jahres sollen mehrere hundert Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Für das Jahr 2022 sind mindestens eine Milliarde Dosen geplant. Produktionsstandort ist Wuppertal. Gesundheitsminister Jens Spahn: „Wir werden Impfstoffe brauchen über den Sommer hinaus.“ Man wisse nicht, ob es eine Auffrischung brauche oder der Impfstoff wegen Mutationen angepasst werden müsse. Deshalb werde weiterhin Impfstoff bestellt und die Produktionskapazitäten in Europa gesichert werden.

Impfgipfel heute mit Jens Spahn und Angela Merkel: Bundesregierung unter Druck

Update vom 1. Februar, 8.57 Uhr: Vor dem Corona-Impfgipfel heute, 1. Februar 2021, hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Erwartungen an die Bund-Länder-Konferenz gedämpft. Bei Bild live machte Jens Spahn am Sonntagabend deutlich, dass er nicht mit konkreten Beschlüssen rechnet. „Wir können durch einen Gipfel allein nicht mehr Impfstoffe produzieren“, sagte er. Durch ständige Forderungen nach mehr Impfdosen „wird die Produktion nicht schneller“. 

Update vom 1. Februar, 8.12 Uhr: Der Impfstoffhersteller Biontech kann nach eigenen Angaben im zweiten Quartal möglicherweise bis zu 75 Millionen zusätzliche Dosen seines Vakzins an die Europäische Union ausliefern. Das teilte das Mainzer Unternehmen am Morgen mit - wenige Stunden vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern. Allein Deutschland soll im Frühjahr 14 Millionen Einheiten mehr bekommen.

Impfgipfel: Ursula von der Leyen mit hoffnungsvoller Nachricht von Impfstoff-Hersteller

Update vom 31. Januar, 21.16 Uhr: Am Abend vor dem großen Impfgipfel kommt nun eine Nachricht, die vorsichtig hoffen lässt. Der Impfstoff-Hersteller Astrazeneca wird der EU nach den Worten von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nun doch mehr Dosen seines Corona-Impfstoffs liefern. Astrazeneca werde seine Lieferungen an Impfdosen für die EU um eine Woche vorziehen und habe versprochen, die Anzahl der Impfdosen für die EU um etwa neun Millionen Impfdosen zu erhöhen, sagte von der Leyen am Sonntag dem heute journal des ZDF.

Das britisch-schwedische Unternehmen hatte vergangene Woche bekannt gegeben, der EU wegen Problemen in einem Werk zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen - nach EU-Angaben 31 Millionen statt 80 Millionen Impfstoffdosen. Mit der neuen Ankündigung würde die Lieferung damit auf 40 Millionen Dosen steigen, halb so viel wie ursprünglich geplant.

Die EU hatte kritisiert, dass das Unternehmen Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder offenbar weiterhin mit ungekürzten Mengen beliefert. Sie hegt den Verdacht, dass Astrazeneca eigentlich für die EU bestimmte Impfstoffdosen an Drittstaaten exportiert. Die belgischen Behörden inspizierten in diesem Zusammenhang auf Wunsch der Kommission am Donnerstag eine Produktionsstätte im belgischen Seneffe.

Impfgipfel am Montag: Druck auf Bundesregierung erhöht

Update vom 31. Januar, 19.11 Uhr: Vor dem großen Impfgipfel am Montag haben Regierungschefs der Länder den Druck auf die Bundesregierung erhöht. „Wir brauchen klare Transparenz beim Impfstoff“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der Augsburger Allgemeinen. „Die Menschen sind völlig verunsichert.“ Die Logistik stehe, aber es könne nicht geimpft werden. „Daher bedarf es endlich eines verlässlichen Lieferplans für die nächsten Wochen und Monate.“

Auch SPD-Regierungschefs wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz und Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil forderten einen nationalen Impfplan. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) twitterte, es müsse das Versprechen eingehalten werden können, bis September allen Menschen in Deutschland eine Impfung anzubieten. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) beklagte in der Bild am Sonntag, trotz der angekündigten fünf Millionen weiteren Impfdosen habe man nicht einmal für vier Wochen Lieferklarheit.

Impfgipfel am Montag: Spahn offen für Impfstoff aus Russland und China

Update vom 31. Januar, 13.12 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich im Falle einer erfolgreichen EU-Zulassung auch für den Einsatz von Corona-Impfstoff aus Russland und China in Deutschland offen. „Wenn ein Impfstoff sicher und wirksam ist, egal in welchem Land er hergestellt wurde, dann kann er bei der Bewältigung der Pandemie natürlich helfen“, sagte Spahn. Russland hatte angekündigt, die EU im zweiten Quartal mit 100 Millionen Dosen des Impfstoffes Sputnik V versorgen zu können.

Update vom 31. Januar, 12.44 Uhr: Einen Tag vor dem Impfgipfel von Bund, Ländern und Pharmaindustrie wachsen die Erwartungen für ein klares Vorgehen bei der Immunisierung der Bevölkerung gegen das Coronavirus. Der Städtetag fordert ein Ende der „vagen Versprechungen“. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Bundesregierung aufgefordert, einen „verlässlichen und realistischen“ nationalen Corona-Impfplan vorzulegen. „Ankündigungen, die anschließend fortlaufend geändert werden, erschweren Ländern und Kommunen die Arbeit und verunsichern die Bürgerinnen und Bürger“, so Weil.

Impfgipfel am Montag: Spahn offen für Vakzine aus Russland und China

Berlin - Bund und Länder haben für Montag, 1. Februar, einen Impfgipfel einberufen - wegen des schleppend anlaufenden Impfstarts gegen Corona. Der beruht unter anderem auf Lieferengpässen bei den Impfstoffen - und insbesondere darauf, dass das Präparat von Astrazeneca, das in der Europäischen Union als dritter Impfstoff zugelassen werden soll, möglicherweise nur für 18- bis 64-Jährige zugelassen wird, nicht für die besonders gefährdete Gruppe der Älteren. Es geht bei diesem Gipfel auch darum, um das Vertrauen der Bevölkerung zu werben. (News zum Coronavirus)

Impfgipfel am Montag, 1. Februar: Bund und Länder beraten mit Herstellern von Impfstoff

Der Impfgipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Montag nach dem Vorbild der bekannten Corona-Gipfel von Bund und Ländern als Videokonferenz ausgerichtet - mit dem Unterschied, dass es nur um das Thema Impfung gehen soll. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) via Twitter mitgeteilt hatte, sollen die derzeitige Situation, die Ziele und das weitere Vorgehen besprochen werden. An der Videokonferenz sollen Minister, Vertreter der Impfstoffhersteller und von Verbänden teilnehmen. Ursprünglich hatte die SPD solch einen Gipfel gefordert, Politiker anderer Parteien unterstützten den Vorschlag.

Impfgipfel am Montag, 1. Februar: Produktion von Impfstoff ausbauen - aber wie?

Die Bundesregierung wirbt vor dem Impfgipfel für ein gemeinsames Vorgehen und will Möglichkeiten für einen Ausbau der Impfstoffproduktion ausloten. Regierungssprecher Steffen Seibert dämpfte am Freitag aber Erwartungen, dass mit konkreten Beschlüssen zu rechnen sei. Es gehe um einen Austausch zur weiteren Impfstrategie und eine gemeinsame Informationsbasis zu Möglichkeiten, an welchen Schrauben noch gedreht werden könne. Es sei wichtig, bei den Impfungen an einem Strang zu ziehen - der Bund bei der Impfstoffbeschaffung und die Länder bei den Impfungen vor Ort.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Freitag eingeräumt: „Der Start der Impfkampagne war schwierig.“ Es habe weniger Impfstoff gegeben als aus EU-Bestellungen erwartet, Termin-Hotlines seien teils schwer erreichbar gewesen. Alle Bundesländer machten bei Impfungen zunächst besonders verwundbarer Corona-Risikogruppen aber Fortschritte. Er könne Ungeduld verstehen, es stünden jedoch noch einige harte Wochen der Impfstoffknappheit bevor. Für das Vertrauen der Bürger sei es wichtig, dass Bund und Länder an einem Strang ziehen, betonte auch Spahn mit Blick auf den Impfgipfel. Dabei gehe es allerdings auch um eine realistische Einschätzung, was kurzfristig an Nachsteuerungen möglich sei.

Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag: Das erwarten die Teilnehmer

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ziel dieser Runde muss es sein, eine gemeinsame nationale Anstrengung auf den Weg zu bringen, die Produktion und Verteilung von Impfstoff in Deutschland zu beschleunigen.“

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, begrüßte den Impfgipfel, um mit den Impfstoffherstellern praktische Lösungen zu finden. „Dringend geprüft werden sollte zum Beispiel, ob und wie die EU-Kommission sowie Bund und Länder Kooperationen zwischen Pharmaherstellern unbürokratisch durch schnelle Genehmigungsverfahren für Produktionsanlagen fördern und intensivieren können“, forderte Reinhardt in der Rheinischen Post.

Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag: Forderung nach europäischem Gipfel

Doch reicht ein deutscher Impf-Gipfel? Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte zum schleppenden Fortgang der Impfungen: „Die Situation ist mehr als unbefriedigend.“ Viele Menschen seien in der Warteschleife. Sein Eindruck sei, dass die EU zu spät bestellt und auf zu wenig Hersteller gesetzt habe. Er sprach sich deshalb auch für einen Impfgipfel auf europäischer Ebene nach dem Vorbild des für Montag in Deutschland geplanten Treffens aus.

Corona-Situation weiter schwierig - Einschränkungen bleiben

Angesichts des Impf-Wirrwarrs fragen sich die Menschen, wann sie überhaupt an der Reihe sein werden. Ein Impf-Rechner im Internet gibt Antworten. Solange sich die Corona-Lage nicht sichtlich verbessert, wird das öffentliche Leben jedenfalls weiter in großen Teilen brachliegen: So wird jetzt etwa auch die Zwangspause im Amateurfußball in Westfalen verlängert - und Vereine müssen mit einer weiteren schlechten Nachricht leben. Eine drängende Frage dieser Zeit ist, wie es in den Schulen weitergehen wird. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat jetzt einen wichtigen Termin genannt.

Rubriklistenbild: © dpa/Bundesregierung | Steffen Kugler

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