Ibiza-Spesen-Affaire um Strache

Ehemaliger Leibwächter von Ex-FPÖ-Chef Strache nach Razzia verhaftet

+
Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache immer wieder in den Schlagzeilen. 

Die Soko Ibiza verhaftet Heinz-Christian Straches einstigen Sicherheitschef nach einer Razzia.

In der Nacht von Montag auf Dienstag ist österreichischen Medienberichten zufolge ein ehemaliger Leibwächter des früheren FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache festgenommen worden. Die Verhaftung soll nach einer Razzia im Auftrag der Soko Ibiza erfolgt sein, die wiederum im Kontext der Ibiza-Affäre um Strache gegründet worden war. 

Wie österreichische Medien jetzt vermelden, handele es sich bei dem Verhafteten um den einstigen Sicherheitschef Straches, der als Informant fungiert haben soll - und zwar auch für die Hintermänner, die für das Ibiza-Video verantwortlich zeichneten. 

Ibiza-Affäre brachte Koalition zum Scheitern

Die im Juli 2017 auf der Mittelmeer-Insel entstandenen Aufnahmen der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus hatten die ÖVP-FPÖ-Koalition in Österreich zum Scheitern gebracht. In demVideo hatten sich die beiden Politiker mit einer angeblichen russischen Oligarchennichte in einer Villa getroffen und ihre Bereitschaft zu Korruption, illegaler Parteienfinanzierung und der verdeckten Kontrollübernahme unabhängiger Medien bekundet.  

Nach wie vor ist ungeklärt, wer hinter dem Video steckt, das von „Spiegel Online“ und „Süddeutsche.de“ im Mai 2019 veröffentlicht wurde und ein weltweites mediales Erdbeben* auslöste. 

Spesen-Affäre der FPÖ wird aufgerollt

Wie es aktuell beim „Standard“ weiter heißt, habe der Strache-Vertraute bereits 2013 belastendes Material des FPÖ-Politikers und seiner Partei gesammelt. Auf einen Versuch 2015, seine Informationen an die Behörden zu verkaufen, sei die Staatsanwaltschaft jedoch nicht eingegangen. 

Dieses „belastende Material“ soll auch Grundlage für eine FPÖ-interne Untersuchung über zu hohe und möglicherweise falsche Spesenabrechnungen von Strache sein. Er soll seinen Freiheitlichen jahrelang private Spesen verrechnet und auch seine private Lebensführung finanziert haben.

Ermittlungen gegen Strache wegen Ibiza-Affäre

Eine anonyme Anzeige aus dem Umfeld der Ibiza-Hinterhämmer habe auch die Staatsanwaltschaft zu eigenen Ermittlungen gegen Heinz-Christian Strache wegen Untreue veranlasst. 

Unklar ist, weshalb die Soko Ibiza die Razzia ausgerechnet jetzt bei dem einstigen Sicherheitschef durchführte. Wie der „Standard“ vermutet, kann der Ausschlag zum Handeln gewesen sein, das langjährig gesammelte Material einsehen zu wollen. 

Strache selbst vermutet auf Facebook eine Intrige: „Die aktuelle Schmutzkübelkampagne kurz vor der Nationalratswahl ist wieder einmal durchschaubar. Wir lassen uns durch diverse Berichterstattungen und Gerüchte nicht auseinanderdividieren.“

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare