Neue Umfrage aus Baden-Württemberg

Grüner Umfragewert bricht alle Rekorde - Ankündigung schlägt offenbar ein

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Windfried Kretschmann nach der Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg. Umfrage verheißen den Grünen auch 2021 Grund zum Feiern.

Winfried Kretschmann von den Grünen will es nochmal wissen und kandidiert erneut als Ministerpräsident Baden-Württembergs. Das zeigt Auswirkungen.

Update vom 19. September 2019: Kurz nach Winfried Kretschmann Ankündigung, noch einmal als baden-württembergischer Ministerpräsident kandidieren zu wollen haben die Grünen in dem Bundesland ein neues Umfrage-Rekordhoch erreicht: Bei einer Landtagswahl im Südwesten könnte Kretschmanns Partei derzeit mit 38 Prozent der Stimmen rechnen.

Im Vergleich zum BW-Trend vom März legen die Grünen damit um sechs Punkte zu und erreichen den höchsten Umfragewert, den Infratest dimap bundesweit jemals für die Partei ermittelte. Die Umfrage wurde im Auftrag von SWR und Stuttgarter Zeitung durchgeführt. Dagegen käme der Koalitionspartner CDU nur noch auf 26 Prozent (minus zwei Punkte), wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre.

Die SPD würde mit acht Prozent (minus vier Punkte) erstmals in Baden-Württemberg nur noch ein einstelliges Ergebnis erzielen und läge gleichauf mit der FDP, die ebenfalls acht Prozent (minus ein Punkt) erreichen würde. Die AfD könnte mit zwölf Prozent (plus ein Punkt) rechnen, während die Linke mit drei Prozent (minus ein Punkt) weiterhin nicht im Stuttgarter Landtag vertreten wäre.

Ein Zusammenhang mit Kretschmanns erneuter Kandidatur scheint wahrscheinlich: Seine Entscheidung bei der kommenden Landtagswahl im Frühjahr 2021 erneut als Spitzenkandidat der Grünen antreten zu wollen, stieß bei den Befragten auf große Zustimmung. 49 Prozent der Umfrage-Teilnehmer finden die Entscheidung gut, 22 Prozent sogar sehr gut. Für die repräsentative Erhebung hatte Infratest dimap am Montag und Dienstag telefonisch 1004 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg befragt.

Auch bei der Kommunalwahl im Mai hatten die Grünen in Baden-Württemberg solide Ergebnisse erzielt. Weniger gut steht die Partei in den Umfragen vor der nahenden Landtagswahl in Thüringen da. 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann will es nochmal wissen

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will bei der Landtagswahl 2021 erneut antreten. Das kündigte der Landesverband der Grünen am Donnerstag in Stuttgart per Twitter an. Kretschmann sagt: „Ich möchte mich weiterhin voll einbringen - mit meiner Neugier und Erfahrung, mit Mut und Besonnenheit, mit meinem Herzen und meinem Verstand.“ Der 71-jährige Kretschmann ist seit 2011 Ministerpräsident in Stuttgart sowie erster und bislang einziger grüner Regierungschef in Deutschland.

Grüne haben in Baden-Württemberg der CDU den Rang abgelaufen

Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2016 wurden die Grünen mit 30,3 Prozent stärkste Kraft - die CDU bekam nur 27,0 Prozent und landete auf dem zweiten Platz, obwohl Baden-Württemberg lange als schwarze Hochburg galt.

„Ich habe in der Sommerpause intensiv über meine Zukunft nachgedacht“, erklärte Kretschmann. Dabei habe er sich „geprüft“ und auch mit sich „gerungen“, um die „weitreichende Entscheidung wohlbedacht“ zu treffen. Letztlich habe er sich für die neuerliche Kandidatur entschieden und wolle sich „weiter voll einbringen“. Politik sei für ihn „kein Spiel“, versicherte Kretschmann. Er nehme die „große Verantwortung“ für Land und Leute „sehr ernst“.

Kretschmann hatte vor den Sommerferien angekündigt, bis zu einem Landesparteitag Ende kommender Woche in Sindelfingen zu erklären, ob er noch einmal kandidiert. Er war unter Zugzwang geraten, als die CDU - der Juniorpartner seiner grün-schwarzen Koalition - nach der Europawahl im Juli die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann zu ihrer Spitzenkandidatin kürte.

Probleme hatte der Grüne zuletzt ausgerechnet mit der Deutschen Umwelthilfe: Sie beantragte Beugehaft für Kretschmann.

Erst kürzlich zog Renate Künast von den Grünen wegen Hasskommentaren vor Gericht. Doch die Zuständigen sahen trotz Aussagen wie „Stück Scheiße“ den Tatbestand nicht erfüllt.

dpa/md

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