Großbritannien-Wahl im News-Ticker

Nach Wahl: Johnson erhöht Tempo für Brexitabkommen - Druck auf Corbyn wächst

Die Briten haben ein neues Parlament gewählt. Boris Johnson bekam die klare Mehrheit. Doch Schottland plant nun den Brexit-Aufstand.

  • Großbritannien-Wahl: Die Briten haben am Donnerstag (12. Dezember) ein neues Parlament gewählt.
  • Boris Johnson ist der große Sieger. Bereits die ersten Prognosen sagten einen erdrutschartigen Sieg von Premier Johnson voraus. Dieser ist nun offiziell.
  • Die Frage aller Fragen: Wie geht es nun mit dem Brexit weiter? Und was bedeutet das für die Insel?

Update vom 18. Dezember, 17.00 Uhr: Der ehemalige britische Premierminister und Labour-Chef Tony Blair hat nach dem desaströsen Wahlergebnis für die Sozialdemokraten schwere Vorwürfe gegen den aktuellen Parteichef Jeremy Corbyn erhoben. Labour habe mit dem unpopulären Corbyn an der Spitze eine „Strategie zum Verlieren“ verfolgt, sagte Blair bei einer Rede in London am Mittwoch. „Das in einer Zeit der nationalen Krise zu tun, wenn eine glaubhafte Opposition so wichtig für das Interesse des Landes ist, ist unverzeihlich.“

Labour hatte bei der britischen Parlamentswahl vergangene Woche 59 Mandate verloren und damit das schlechteste Ergebnis seit 1935 eingefahren. Geschadet hat der Labour-Partei laut Blair sowohl die unklare Haltung zum Brexit als auch ein Wahlprogramm, das einer Wunschliste geglichen habe. „Jeder Depp“ könne Versprechungen machen, was alles umsonst sein solle, sagte Blair. Doch die Leute hätten sich nicht für dumm verkaufen lassen.

Brexit-Befürworter Nigel Farage hat sich unterdessen mit Spott für die EU und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) aus dem Europaparlament verabschiedet.

Nach Wahlschlappe: Parteichef Jeremy Corbyn will zurücktreten

Unter Corbyn habe sich die Partei in eine Protestbewegung verwandelt, die von linksgerichteten Idealen getrieben gewesen sei, sagte der 66 Jahre alte Ex-Regierungschef (1997-2007). Sollte sich Labour nicht in eine „progressive moderne Koalition“ verwandeln, sei die Partei am Ende.

Corbyn hatte ein zweites Brexit-Referendum in Aussicht gestellt, sich aber nie festgelegt, auf welcher Seite er im Streit über den EU-Austritt stand. Blair hatte seit Langem dafür plädiert, sich deutlich gegen den Brexit zu positionieren.

Corbyn will im Frühjahr 2020 von seinem Amt als Parteichef zurücktreten. Für seine Nachfolge brachten sich am Mittwoch der Brexit-Experte Keir Starmer und die außenpolitische Sprecherin Emily Thornberry in Stellung. Sie gehören beide zum gemäßigten Flügel der Partei. Die besten Chancen werden bislang aber derwirtschaftspolitischen Sprecherin Rebecca Long-Bailey vom linken Parteiflügel eingeräumt.

Premierminister Boris Johnson treibt Brexit-Vorbereitungen voran

13.24 Uhr: Nach seinem haushohen Wahlsieg treibt der britische Premierminister Boris Johnson die Brexit-Vorbereitungen rasant voran. Gleichzeitig will er den Regierungsapparat völlig umkrempeln, wie Mitarbeiter in verschiedenen Sonntagszeitungen ankündigten. Unterdessen wuchs der Druck auf Labour-Chef Jeremy Corbyn, zurückzutreten. Er brauchte drei Tage, ehe er nach der größten Wahlschlappe seiner Partei seit mehr als 80 Jahren, einen Teil der Verantwortung dafür einräumte. Vielen Labour-Mitgliedern ging das nicht weit genug.

Das neue Parlament soll schon am Dienstag zusammentreten. Am Donnerstag soll Königin Elizabeth II das neue Regierungsprogramm verkünden und über das EU-Austrittsabkommen soll schon Freitag abgestimmt werden. Die Zustimmung gilt angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse als reine Formsache.

Dann will die Regierung sich großen Reformvorhaben widmen: Ministerien sollen zusammengelegt und der Beamtenapparat entschlackt werden. Milliardeninvestitionen in die Gesundheitsversorgung sollen per Gesetz festgeschrieben werden. Johnson kündigte im Norden Englands Freihandelsabkommen und Freihäfen an. Er will die desolate einstige Bergarbeiter- und Industrieregion in Mittel- und Nordengland neu beleben, wo viele Wahlkreise erstmals seit Generationen von Labour zu den Konservativen gewechselt waren.

Jeremy Corbyn übernimmt teilweise Verantwortung für Wahlschlappe

Update vom 15. Dezember 2019, 11.05 Uhr: Drei Tage nach dem schlechtesten Wahlergebnis der Labour-Partei seit mehr als 80 Jahren hat Parteichef Jeremy Corbyn erstmals öffentlich die Verantwortung dafür übernommen. Er beharrte aber in einem Beitrag in der Sonntagszeitung „Observer“ darauf, dass die Partei auf die meisten drängenden Fragen die richtigen Antworten habe. Darauf sei er stolz. „Wir haben eine schwere Niederlage erlitten und ich übernehme meinen Teil der Verantwortung dafür“, schrieb Corbyn (70).

Parteigrößen ging das nicht weit genug. „Das zeigt, dass er nicht gewillt ist zu verstehen, warum wir so eine katastrophale Niederlage erlitten haben“, twitterte die prominente Labour-Politikerin Harriet Harman. „Er sollte zurücktreten.“ Auch zahlreiche andere Labour-Politiker drängten Corbyn zu gehen. Der Parteichef will aber bis Frühjahr 2020 im Amt bleiben.

Nach Corbyns Lesart hat die Labour-Partei den Preis für ihre Brexit-Politik bezahlt. Sie hatte versucht, sowohl Wähler, die für den Austritt Großbritanniens aus der EU sind, als auch solche, die dagegen sind, ins Boot zu holen. Viele Abgeordnete sagen dagegen, Wähler hätten absolut allergisch auf Corbyn als Person reagiert.

Erdrutschsieg für Johnson - doch Schottland plant den Brexit-Aufstand: neues Referendum?

Update 20.44 Uhr: Zwei Tage nach dem deutlichen Sieg der Tories bei der Parlamentswahl in Großbritannien hat sich Premierminister Boris Johnson bei einstigen Labour-Anhängern im Nordosten des Landes für ihre Unterstützung bedankt. 

Er könne sich vorstellen, wie schwer es diesen Wählern gefallen sei, ihr Kreuz diesmal bei den Konservativen machen, sagte

Johnson bei einem Besuch in Sedgefield, dem früheren Wahlkreis von Ex-Regierungschef Tony Blair.

"Ich möchte, dass die Menschen im Nordosten wissen, dass die Konservative Partei und ich ihrem Vertrauen gerecht werden", fügte Johnson hinzu. Die Tories hatten sich bei der Wahl am Donnerstag 365 Sitze im Parlament und damit klar die absolute Mehrheit gesichert. Johnson erhielt von Königin Elizabeth II. den Auftrag zur Regierungsbildung.

Erdrutschsieg für Johnson - doch Schottland plant den Brexit-Aufstand: neues Referendum?

Update 20.07 Uhr: Während Wahlsieger und Premierminister Boris Johnson sich am Samstag im Norden Englands feiern ließ, droht der Aufstand in Schottland. 

Im Streit um ein neues Unabhängigkeitsreferendum in Schottland sind die Regierungen in London und Edinburgh auf Kollisionskurs. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon kündigte einen formellen Antrag auf ein neues Referendum an; Premierminister Boris Johnson machte seine Ablehnung in einem Telefongespräch mit Sturgeon deutlich.

Die Schottische Nationalpartei (SNP) hatte bei der Parlamentswahl am Donnerstag deutlich zugelegt. Sie gewann 48 der 59 Sitze in Schottland. Das sei ein neues Mandat für ein Referendum, sagte Sturgeon am Wahlabend. Sie braucht dafür grünes Licht aus London.

Johnson will davon aber nichts wissen. „Der Premierminister hat klar gemacht, dass er gegen ein zweites Unabhängigkeitsreferendum ist“, sagte ein Sprecher am Amtssitz Johnsons nach dem Telefonat mit Sturgeon von Freitagabend. „Er fügte hinzu, dass das Ergebnis 2014 klar war und respektiert werden sollte.“ Sturgeon antworte auf Twitter umgehend: „Und ich habe klar gemacht, dass das Mandat der SNP, den Menschen eine Wahl zu ermöglichen, respektiert werden muss.“

Trotz Erdrutschsieg für Johnson: Nigel Farage warnt vor „Soft-Brexit“ und kritisiert die Regierung

Update 11.10 Uhr:  Nigel Farage, der Gründer der Brexit-Partei und bekennender Befürworter eines schnellen Austritts aus der EU, hat in einem Zeitungsbeitrag im Daily Telegraph vor einem „Soft-Brexit“ gewarnt. Die Johnson-Regierung würde zum großen Teil aus Ministern bestehen, die den Austritt aus der EU persönlich ablehnen würden.

Auch sei der Druck aus dem Ausland auf Johnson sehr hoch, einen EU-freundlichen Kurs zu fahren, so Farage weiter. Die Konservativen und Mitglieder von Farages Brexit-Partei hätten kaum mehr Einfluss und könnten so nicht mehr für einen klaren, nachhaltigem Brexit arbeiten. 

Brexit: Nigel Farage warnt Boris Johnson vor Soft-Brexit

„Fragen über das künftige Format des Brexits und Großbritanniens Rolle in der Welt liegen nun allein in der Hand von Boris Johnson“, schreibt Farage weiter und unterstellt dem britischen Premierminister den Weg des geringsten Widerstands gehen zu wollen und so auf eine Art „Soft-Brexit“ hinzustreben.

Die Brexit-Partei von Nigel Farage hatte in 275 der 650 Wahlkreise einen Kandidaten aufgestellt, konnte bei der Wahl jedoch keinen Sitz gewinnen. 

Erdrutschsieg für Johnson: Sport-Legende nach umstrittenem Tweet angefeindet - Brüssel hat ganz andere Sorgen

Update 14. Dezember, 7.20 Uhr: Nach dem überwältigenden Wahlsieg der britischen Konservativen von Premierminister Boris Johnson wird gerätselt, welchen Kurs er mit Blick auf das künftige Verhältnis zu Europa einschlagen wird. Mit einem Vorsprung von 80 Sitzen auf die übrigen Parteien hat Johnson künftig großen Gestaltungsspielraum. Manch einer hofft, dass er ihn dazu nutzen wird, ein engeres Verhältnis zu Brüssel zu suchen, als das Wahlkampfgetöse vermuten ließ.

Bei einer Ansprache vor dem Regierungssitz Downing Street 10 am Freitag in London zeigte sich Johnson von seiner versöhnlichen Seite: „Wir werden Ihre guten und positiven Gefühle der Wärme und Sympathie gegenüber den anderen Nationen Europas niemals ignorieren“, sagte er an die Brexit-Gegner im Land gerichtet.

Doch ob das nur Rhetorik ist oder ob sich der einstige Wortführer der Brexit-Kampagne von seinem bislang kompromisslosen Kurs abwendet, ist unklar. Denn es gibt auch den Provokateur Johnson, der seine politischen Gegner als Verräter oder Kollaborateure beschimpfte.

Boris Becker gratuliert Johnson zum Wahlsieg: Fans fassungslos - „Das Schlimmste, dass du ...“

Update 18.57 Uhr: Großbritannien steht nach dem Wahlsieg für Boris Johnson endgültig vor dem Austritt aus der EU. Der Premier will einen „Schlussstrich ziehen“ und sein Wahlversprechen, den Brexit, möglichst schnell umsetzen. Doch nicht im gesamten Land sorgte die Weichenstellung auf den Austritt für Begeisterung. Ganz besonders nicht in Schottland.

Im Norden der Insel wurde auch gewählt, und die pro-europäische SNP holte sich 48 der 59 Sitze. Die Schotten unter der Führung von SNP-Chefin Nicola Sturgeon wollen möglichst schnell ein neues Unabhänigkeitsreferendum, um anstatt Teil von Großbritannnien künftig wieder ein Teil der EU zu sein. „Boris Johnson hat erstens kein Recht, Schottland aus der EU zu nehmen, und zweitens kein Recht zu verhindern, dass das schottische Volk über seine eigene Zukunft bestimmt“, so Sturgeon.

Bereits 2014 hatte es ein Referendum über die Unabhänigkeit Schottlands gegeben. Damals wurde sie abgelehnt. Durch den Brexit-Kurs Johnsons erhoffen sich die Befürworter eines unabhängigen Schottlands nun deutlich mehr Unterstützung. „Die SNP wird das Wahlergebnis als Mandat für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum interpretieren“, sagte Europa-Experte Nicolai von Ondarza von der Stiftung Wissenschaft und Politik zur „Bild“.

Professor Iain Begg, Europa-Experte an der London School of Economics (LSE), stimmt ihr zu, sagt aber, dass es nicht zu einem Referendum kommen wird. Johnson sei strikt dagegen. Beide Landesführer wären auf Konfrontationen aus. „Ich würde mit hitzigen Auseinandersetzungen in den nächsten Wochen rechnen“, so Begg.

Update 22.09 Uhr: US-Präsident Donald Trump betrachtet den Wahlsieg des britischen Premierministers Boris Johnson als Omen für die US-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Johnson habe bei der Parlamentswahl in Großbritannien einen "fantastischen Sieg" errungen, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. "Ich denke, das könnte ein Vorzeichen dafür sein, was in unserem Land passieren wird. Beim letzten Mal war es so."

Mit dem letzten Satz spielte der Präsident offenbar auf das Brexit-Votum vom Juni 2016 an. Einige Monate später hatte Trump überraschend die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen. Er hofft auf eine Wiederwahl bei der Präsidentschaftswahl im November 2020.

Großbritannien-Wahl: Becker gratuliert Johnson - Fans fassungslos - „Das Schlimmste... „

Update 20.41 Uhr: Das Ergebnis der Großbritannien-Wahl scheint Tennis-Legende Boris Becker sehr zu gefallen, was er mit seinen Twitter-Abonnenten teilte. Für eine Äußerung zu den Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich musste der gebürtige Leimener dabei viel Kritik einstecken.

Becker richtete seine Worte an seinen Vornamensvetter und schrieb auf Englisch: „Vom einem Boris zum anderen Boris. Gut gemacht, Gratulation zu einem großen Sieg.“ Unter den Tweet, den am Freitagabend knapp 400 Personen mit „Gefällt mir“ markiert haben, tummeln sich auch etliche negative Reaktionen. 

Eine Userin schreibt etwa: „Das ist der schlimmste Tweet, den du jemals geschrieben hast. Bitte hör auf.“ ein anderer: „Junge junge, was für ein bescheuerter Tweet.“ Darüber hinaus kündigten einige Usern an, dem 52-Jährigen zu entfolgen.

Becker reagierte wenig später auf den Shitstorm und schrieb: „In der Welt des Sports oder vielleicht sogar im ganzen Leben gilt, dass man dem Gewinner immer gratuliert, auch wenn man noch so angefressen von ihm ist.“ Das negative Echo auf diese Äußerung fällt insgesamt weitaus schwächer aus, als auf die ursprüngliche Bemerkung. 

Merkel von Johnson beeindruckt

Update 19.34 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich beeindruckt von Großbritanniens Premier Johnson. Merkel sagte, beim EU-Gipfel in Brüssel habe es "professionelle Anerkennung" dafür gegeben, dass es Johnson gelungen sei, die Bürger zu überzeugen. "Chapeau, muss man einfach sagen, dass ihm das gelungen ist." Zugleich betonte Merkel, dass durch den Brexit ein neuer Wettbewerber in der europäischen Nachbarschaft entstehe.

Update 19.16 Uhr:US-Präsident Donald Trump hat dem britischen Premierminister Boris Johnson zu dessen „großartigem Sieg“ bei der Parlamentswahl gratuliert. „Großbritannien und die Vereinigten Staaten werden nun nach dem Brexit frei sein, ein riesiges Handelsabkommen zu schließen“, schrieb Trump am Freitag auf Twitter. „Dieser Deal hat das Potenzial, weitaus größer und lukrativer zu sein, als jeder Deal, der mit der EU geschlossen werden kann“, schrieb Trump weiter. „Feiert Boris!“

„Das war ein riesiger Sieg letzte Nacht“, sagte Trump später am Rande eines Treffens mit dem Präsidenten Paraguays, Mario Abdo Benítez, im Weißen Haus. „Die Zahlen sind gewaltig.“ Trump nannte Boris „einen Freund von mir“. Johnsons Sieg und der Brexit „werden auch für die Vereinigten Staaten eine großartige Sache sein, weil es viel Handel bedeutet, eine gewaltige Menge an Handel. Sie (die Briten) wollen so dringend mit uns Geschäfte machen.“ Das sei für Großbritannien schwieriger, solange das Land in der Europäischen Union sei.

fordert Brexit-""

Update 18.43 Uhr: Nach dem überwältigenden Wahlsieg der Konservativen in Großbritannien will die Regierung den Brexit-Streit hinter sich lassen. Der im Amt bestätigte Premierminister Boris Johnson forderte am Freitag einen "Schlussstrich" und rief zu einer Überwindung der gesellschaftlichen Spaltung über den EU-Austritt auf. Labour-Chef Jeremy Corbyn kündigte nach der verheerenden Niederlage seiner Partei seinen Rücktritt an. EU-Staaten begrüßten das eindeutige Wahlergebnis - und warnten zugleich vor einer neuen Konkurrenz durch Großbritannien nach dessen EU-Austritt.

Johnsons Konservative sicherten sich laut dem offiziellen Endergebnis bei der Wahl am Donnerstag 365 Sitze im Parlament und damit klar die absolute Mehrheit, die bei 326 Stimmen liegt. Damit sind sie so stark wie seit der Thatcher-Ära in den 80er Jahren nicht mehr. Johnson erhielt von Königin Elizabeth II. den Auftrag zur Regierungsbildung und beteuerte, den Brexit bis Ende Januar "fristgerecht zu erledigen".

Update 16.41 Uhr: Eine wirklich lange Pause kann das nicht werden: Boris Johnson stellt sich für Großbritannien eine „dauerhafte Pause vom Reden über den Brexit“ vor - das sagte der britische Premier in einer Ansprache vor dem Regierungssitz Downing Street 10 in London. Seine konservative Partei hat bei der Großbritannien-Wahl einen Vorsprung von 80 Sitzen auf alle anderen Parteien errungen. Noch vor Weihnachten will Johnson das Ratifizierungsgesetz für sein Brexit-Abkommen zur Abstimmung stellen. Am 31. Januar will er sein Land endgültig aus der Europäischen Union führen.

Update 13.02 Uhr: Je älter, desto Tory? Wie haben die Jüngeren bei der Großbritannien-Wahl 2019 abgestimmt? Bei der jüngsten Europawahl unterstützten sie eher die Liberaldemokraten und die Grünen - zwei Anti-Brexit-Parteien. Bei der Parlamentswahl 2017 voteten ganze 66 Prozent der Wähler im Alter von 18 und 19 Jahren für die oppositionelle Labour-Partei.

Vor diesem Hintergrund wundern sich nun einige, warum die konservativen Tories diesmal so hoch gewannen. Unter dem Hashtag #YouthQuake (sinngemäß: „Jugendbeben“) zeigen sie ihre Enttäuschung. „Irgendetwas stimmt hier nicht!“, findet zum Beispiel dieser Leser:

 „Wir haben ein Mindestalter für Wahlen. Nun sollten wir allmählich über ein Höchstalter reden“, findet - deutlich radikaler - diese Leserin und postet eine Umfrage zur Altersverteilung bei der UK-Wahl dazu:

Die Befragung fand allerdings vor der Wahl statt - die Auswertung der abgegebenen Stimmen nach Alter wird mit Spannung erwartet.

Großbritannien-Wahl: Johnson siegt - Zeitung warnt vor dramatischen Veränderungen

Update 17.57 Uhr: Das nationale Presseecho auf das Wahlergebnis fällt erwartungsgemäß geteilt aus. So resümiert The Independent: „Die gesamte Landschaft der britischen Politik verändert sich. Die‚rote Mauer‘ (der Labour-Partei) zerbröckelt. Denn was wir durchaus beobachten können, sind die Trumpifizierung der britischen Politik und die Umformung des alten konservativen Bundes in eine getriebene populistische Bewegung ohne feste Grundsätze und mit mehr als nur Anzeichen eines Personenkults.“ 

Die Financial Times gewinnt dem Ergebnis etwas Positives ab: „Die gute Nachricht ist, dass drei Jahre der politischen Lähmung vorbei sind. Endlich ist, ob gut oder schlecht, der Weg zum Brexit klar; Großbritannien hat sich vom Hardline-Sozialismus abgewandt und das Land hat wenigstens eine stabile Regierung mit einer arbeitsfähigen Mehrheit. Das Ergebnis ist ein riesiger persönlicher Triumph für Boris Johnson.

Doch wie geht es nun weiter in Sachen Brexit? „Get Brexit Done“ - den Brexit erledigen, das war Johnsons Mantra im Wahlkampf. Er hat seine Landsleute damit für sich gewonnen. Mit dem Erdrutsch-Sieg bei der Wahl am Donnerstag kann Johnson das Land am 31. Januar zu den Bedingungen seines Austrittsabkommens aus der Europäischen Union führen. Doch aus der EU austreten und den Brexit erledigen - das sind zwei verschiedene Dinge, wie Politikwissenschaftler und Handelsexperten immer wieder betonen.

„Die Wahrheit sieht anders aus und könnte für die Leute ein Schock werden“, erklärte Politikprofessor Anand Menon vom Londoner King's College kurz vor der Wahl in einem Video auf seinem Twitter-Account. „Das wird kein Ende des Prozesses, es wird der Anfang von Handelsgesprächen, die versprechen, lange, zäh und bitter zu werden.“

Ähnlich sieht es Ivan Rogers, der ehemalige britische Chefdiplomat in Brüssel. Er warnte in einer Rede an der Universität Glasgow kürzlich davor, die größte Krise in Sachen Brexit stehe Großbritannien noch bevor.

Was der Ausgang der Großbritannien-Wahl und der nun wohl unvermeintliche Brexit für die Insel aber auch die EU bedeuten wird, ist also noch völlig offen.

Nach Großbritannien-Wahl: Zweifel an Brexit-Fahrplan

Update 12.04 Uhr: Boris Johnson will jetzt zügig den Brexit vollziehen - aber übernimmt sich der britische Premier damit womöglich? Stichtag für den EU-Austritt Großbritanniens ist der 31. Januar 2020. Dem Abkommen zufolge soll das Land bis Ende 2020 dann in einer Übergangsphase bleiben. In der will Johnson die künftigen Beziehungen mit der EU aushandeln - Beobachter halten diese Zeit aber für denkbar knapp. 

Eine Verlängerungsoption um bis zu zwei Jahre hat Johnson ausgeschlossen. Sollte jedoch kein Anschlussabkommen zustande kommen, droht erneut ein No-Deal-Szenario. Der SPD-Europapolitiker Jens Geier pocht deshalb auf eine Verlängerung der Brexit-Übergangsfrist. Auch der deutsche EU-Abgeordnete David McAllister zweifelt am Brexit-Zeitplan. Das Ziel, die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien bis Ende 2020 abzuschließen, sei „extrem ambitioniert, meines Erachtens ausgeschlossen“, sagte der CDU-Politiker im Deutschland.

Sieg der Konservativen bei UK-Wahl: Grafik zeigt Wählerwanderung

Update 11.57 Uhr: 649 der 650 Wahlkreise sind ausgezählt. 364 gingen davon an die Konservativen, Labour kam auf 203 Sitze, und die SNP in Schottland legte auf 48 zu. Nur das Ergebnis aus St. Ives im Südwesten Englands fehlt bislang - wegen des schlechten Wetters. Die Wahlzettel konnten zunächst nicht in die Auszählungszentrale gebracht werden. Diesmal nahmen mit gut 69 Prozent weniger Wahlberechtigte ihre Stimme wahr (2017: etwa 67 Prozent.)

Update 11.45 Uhr: Die britische Zeitung The Times nennt es - frei übersetzt - „den blauen Schwenk“ in Großbritannien: Die Wähler-Bewegung weg von Labour, hin zu den Tories. In welcher Richtung der Schwenk über die Insel verläuft, illustriert sie mit dieser Grafik:

Update 11.24 Uhr:Großbritannien und Fuchsjagd sind immer noch so ein Bild im Kopf. Seit 2005 ist der umstrittene Sport in England und Wales zwar verboten - aber Tierschützer fürchten Schlupflöcher in dem entsprechenden Gesetz. 

So erinnert die „League Against Cruel Sports“ (sinngemäß: „Liga gegen grausame Sportarten“) die Konservativen unter Johnson nach der Wahl auf Twitter: „Wir legen unseren Fokus darauf, dass die Konservativen sich an ihre Wahlversprechen halten, das Tierwohl hochhalten und das Jagdgesetz nicht ändern...“

Großbritannien-Wahl: Medien sprechen von „Trumpifizierung“

Update 10.45 Uhr: Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratuliert dem britischen Premier zu seinem Erfolg: „Herzlichen Glückwunsch, Boris Johnson, zu diesem klaren Wahlsieg“, zitierte Regierungssprecher Steffen Seibert Merkel auf Twitter.

Unterdessen sind Johnson und seine Freundin Carrie Symonds in der 10 Downing Street angekommen.

Johnson und Symonds in der 10 Downing Street in London


Update 10.02 Uhr: Die SPD-Europapolitikerin Katarina Barley ist im Hinblick auf Großbritannien alarmiert: „Mir macht große Sorgen, dass ein Auseinanderbrechen des Vereinigten Königreiches bevorstehen könnte“, sagte die Vizepräsidentin des Europaparlaments dem Sender rbb. Nicht nur in Schottland, sondern auch in Nordirland und in Wales würden Unabhängigkeitsbestrebungen immer stärker.

Update 9.35 Uhr: Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat bekräftigt, den EU-Austritt Großbritanniens wie geplant Ende Januar zu vollziehen - und zwar gäbe es da „kein Wenn, kein Aber und kein Vielleicht.“Johnson sprach am Freitagmorgen vor jubelnden Anhängern in London. 

Brexit: Johnson macht noch vor dem Frühstück einen Brexit-Witz

Nachdem er sich mit ernster Miene für das Vertrauen bedankte, das einstige Labour-Wähler, die für ihn stimmten, in ihn gesetzt haben, blitzte sein Humor wieder auf: Er beendete seine Rede mit einem Wortspiel über die ähnlich klingenden Wörter Brexit und Breakfast (Frühstück): „Lasst uns den Brexit hinter uns bringen, aber lasst uns erstmal das Frühstück hinter uns bringen.“

Unterdessen listet ein Twitter-Nutzer alle bisherigen Sieger der Großbritannien-Wahlen auf:

Amtlich: Johnsons Konservative holen absolute Mehrheit 

Update 8.55 Uhr: Die Chefin der britischen Liberaldemokraten, Jo Swinson, hat in einer für ihre Partei enttäuschenden Wahlnacht ihr Mandat verloren und ist zurückgetreten. Das Amt der 39-jährigen übernehmen zunächst ihr Stellvertreter Ed Davey und Parteipräsidentin Sal Brinton, wie die Partei am Freitag mitteilte. Neue Wahlen für den Parteivorsitz fänden im kommenden Jahr statt. Swinson hatte ihren Sitz in Dunbartonshire East in Schottland an die Kandidatin der Schottische Nationalpartei SNP verloren.

Update 8.52 Uhr: Nach dem deutlichen Wahlsieg seiner Konservativen will der britische Premierminister Boris Johnson den Austritt seines Landes aus der Europäischen Union Ende Januar umsetzen. Er wolle den Brexit "fristgerecht erledigen", sagte Johnson am Freitag. Seine Tories hatten bei der Parlamentswahl am Donnerstag nach Auszählung fast aller Wahlkreise die absolute Mehrheit erobert.

Johnson verurteilte die mehr als dreijährige Hängepartie im Brexit-Streit. "Ich werde diesen ganzen Unsinn beenden und wir werden den Brexit fristgerecht zum 31. Januar erledigen, ohne Wenn und Aber."

Update 8.45 Uhr: Nach dem deutlichen Wahlsieg der britischen Konservativen von Premierminister Boris Johnson setzt die Europäische Union weiter auf enge Beziehungen zu Großbritannien. Brüssel wolle die Beziehungen zu London "wieder aufbauen", sagte Industriekommissar Thierry Breton am Freitag im französischen Radiosender RTL. Das Vereinigte Königreich sei ein "wichtiger Partner" der EU, mit dem die EU-Kommission "ausgeglichene" Gespräche über die künftigen Handelsbeziehungen anstrebe.

Update 8.34 Uhr: Nach dem Wahlsieg der Tories hat der deutsche EU-Abgeordnete David McAllister Zweifel an dem Brexit-Zeitplan geäußert. Das Ziel, die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien bis Ende 2020 abzuschließen, sei „extrem ambitioniert, meines Erachtens ausgeschlossen“, sagte der CDU-Politiker am Freitag im Deutschlandfunk. Den mit dem Wahlsieg der Konservativen unausweichlich erscheinenden Austritt Großbritanniens nannte er „einen historischen Fehler“.

Johnsons habe Müdigkeit und Empörung, die sich seit dem Brexit-Referendum in der Bevölkerung angesammelt habe, geschickt für sich ausnutzen und so die Wahl gewinnen können.

Großbritannien-Wahl: Erdrutsch-Sieg offiziell - Johnson haut bei interner Ansprache auf den Putz

Update 8.22 Uhr: Neuer Slogan nach Johnsons Erdrutschsieg; die Regierung bezeichnet sich nun ganz offiziell als die des Volkes. “The People’s Government”, ist auf dem Logo des Pultes zu lesen, an dem Vize-Premierminister Michael Gove gerade eine Rede hält. Gove hat ein besonders großes Lob für den Teil der Wähler übrig, der von der Labour Party zu den Konservativen umgeschwnkt ist. Sie hätten ihre Abneigung gegen Jeremy Corbyns Politik zum Azusdruck gebracht.

Update 7.13 Uhr: Österreichs designierter Kanzler Sebastian Kurz hat dem britischen Premierminister Boris Johnson zu einem „beeindruckenden Wahlsieg“ gratuliert. Er hoffe, dass das Abkommen zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nun rasch ratifiziert werden könne, schrieb der konservative Politiker am Freitagmorgen auf Twitter. Dann könnten sich Großbritannien und die EU auf ihre künftige Beziehung konzentrieren, die so eng wie möglich sein solle.

Update 6.59 Uhr: Jo Swinson, Anführerin der Liberaldemokraten hat sich noch nicht offiziell zu ihrer Zukunft geäußert. Im Umfeld der Partei werden allerdings bereits Stimmen laut, die ihr infolge des Wahlergebnisses (derzeit halten die Lib Dems bei lediglich zehn Mandaten) einen Rückzug nahelegen.

Update 6.42 Uhr: Die Tories nähern sich den prognostizierten 362 Sitzen immer weiter an. Jetzt liegt die Johnson-Partei bereits bei 352 Mandaten, Widersacher Jeremy Corbyn und Labour verbuchen deren 201 auf der Habenseite. In einer nicht-öffentlichen Rede vor Wahlkampfhelfern soll Johnson am frühen Morgen gesagt haben, dass man sich der Konsequenzen des Sieges genauestens bewusst sein müsse: „Wir haben mit der Art und Weise, mit der wir die politische Landschaft verändert haben, ein Erdbeben ausgelöst“.

Update 6.34 Uhr: Boris Johnson ist der große Sieger der britischen Unterhauswahl - und mit ihm der Brexit. Doch Experten warnen: Die schlimmsten Brexit-Krisen könnten noch bevorstehen, wie merkur.de* berichtet.

Souveräner Johnson-Sieg bei Großbritannien-Wahl offiziell

Update 6.28 Uhr: Würde Johnson die aktuell prognostizierten 45 Prozent erreichen, überträfe das die Ergebnisse sämtlicher Wahlsiege von Margareth Thatcher (44, 43. und 43 Prozent) rechnet der Guardian vor. Auch Tony Blair erreichte bei einem souveränen Erfolg im Jahr 1997 „nur“ 44,3 Prozent. Zuletzt hatte Edward Heath im Jahr 1970 ein ähnlich gutes Ergebnis wie das für die Tories nun vorhergesagte erzielt.

Update 6.06 Uhr: Die BBC hat soeben eine neuerliche Vorhersage für das finale Resultat veröffentlicht:

Tories: 362 

Labour: 199 

SNP: 52 

Lib Dems: 13 

Plaid Cymru: 4 

Greens: 1 

In der Zwischenzeit hat sich Johnson bereits 328 Mandate gesichert, 326 hätten für die absolute Mehrheit bereits gereicht. Der Erdrutsch-Sieg ist damit offiziell.

Update 5.57 Uhr: Der sich abzeichnende klare Sieg der britischen Konservativen und der damit gestiegenen Wahrscheinlichkeit eines baldigen Endes des Brexit-Dramas haben das britische Pfund angetrieben. Die britische Währung legte sowohl im Vergleich zum Euro als auch zum Dollar deutlich zu. Zuletzt mussten für ein Pfund 1,3466 Dollar bezahlt werden und damit rund drei Cent oder rund zwei Prozent mehr als kurz vor Schließung der Wahllokale um 23.00 Uhr am Donnerstagabend.

Zwischenzeitlich war der Kurs sogar bis auf 1,3514 Dollar geklettert - so teuer war die britische Währung zuletzt Mitte 2018. Das Pfund setzte damit die seit Anfang September anhaltende Rally fort. Damals war der Kurs der britischen Währung bis auf 1,1959 Dollar abgesackt und damit auf das Niveau, das die Währung unmittelbar nach dem Brexit-Votum im Herbst 2016 hatte. Händler begrüßten das offenbar klare Votum. Sie setzen jetzt darauf, dass die Brexit-Hängepartie und die dadurch ausgelöste Unsicherheit bald vorbei sind.

Großbritannien-Wahl: Kurs auf absolute Mehrheit - Johnson fehlen nur noch wenige Sitze 

Update 5.44 Uhr: Der Erdrutsch-Sieg für Boris Johnson rückt immer näher. Inzwischen sind es bereits 292 Mandate, die seine Konservativen auf der Habenseite verbuchen können. Für Jeremy Corbyns Labour Party stehen derzeit 189 Sitze zu Buche.

Update 5.25 Uhr: Ein weiterer Zwischenstand zu den britischen Wahlen: Zwar harren noch 166 Wahlkreise der vollständigen Auszählung, doch schon jetzt nehmen die Tories klar Kurs auf die absolute Mehrheit. 254 Mandate haben die Konservativen sicher - 326 werden benötigt.

Labour steht aktuell bei 168 Sitzen, die schottische SNP hat bereits jetzt mit 41 bestätigten Mandaten ihr Ergebnis der zurückliegenden Wahl übertroffen. Die Liberaldemokraten kommen auf sieben Abgeordnete. Die Regionalparteien DUP und Sinn Fein (je 5 Sitze) und Plaid Cymru (4) sind ebenfalls im Unterhaus vertreten. Auch die Grünen haben nun einen Wahlkreis gewinnen können.

Update 5.20 Uhr: Für Labour wird es nicht besser: Laura Pidcock, eine Mitfavoritin auf eine mögliche Nachfolge Jeremy Corbyns an der Parteispitze, hat ihr Mandat im Unterhaus verloren. In North West Durham unterlag sie dem Kandidaten der Konservativen - satte 13,3 Prozentpunkte büßte die Politikerin ein.

Johnson und Tories gewinnen Wahl in Großbritannien - Trump reagiert auf Twitter

Update 5.18 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat auf das sich abzeichnende Wahlergebnis in Großbritannien reagiert - mit Freude. „Sieht nach einem großen Sieg für Boris im UK aus“, twitterte er noch am späten Abend US-amerikanischer Zeit.

Update 4.58 Uhr: Boris Johnson hat seinen Wahlkreis gewonnen und seinen Sitz im Unterhaus gesichert. In seiner Rede bei der Verkündung des lokalen Wahlergebnisses spricht der Premierminister von einem „kraftvollen neuen Mandat für die Vollendung des Brexit“. Zugleich gehe es nicht nur um den Austritt aus der EU, sondern auch darum, „dieses Land zu einen und es nach vorne zu bringen“. 

Johnson bekräftigte auch sein Versprechen, das britische Gesundheitssystem mit zehntausenden neuen Beschäftigten zu stärken. Für kuriose Bilder sorgte ein Wahlkreiskandidat, der unter dem Namen „Count Binhead“ gegen Johnson antrat - und nun in skurriler Kostümierung auf den ersten Fotos des wieder ins Parlament gewählten Premier im Hintergrund zu sehen ist.

Die Parteichefin der Liberaldemokraten, Jo Swinson, hat unterdessen nach mehr als zwölf Jahren ihren Wahlkreis verloren - ihr Mandat geht an die schottische SNP. Für die Zukunft Großbritanniens stellt sie eine düstere Prognose: Für Millionen Menschen bringe das Wahlergebnis „Furch und Bestürzung“. Die britischen Liberalen wollen - ebenso wie die SNP - einen Brexit verhindern. SNP-Frontfrau Nicola Sturgeon quittierte das Ergebnis mit frenetischem Jubel.

Update 4.50 Uhr: Die Sender BBC und Sky News haben nachgerechnet - und kommen zu dem Schluss, Boris Johnson Tories hätten die Wahl in Großbritannien klar gewonnen. Die Sender bezogen sich dabei am frühen Freitagmorgen auf die Auszählung von mehr als einem Drittel der Wahlkreise, die die Prognose vom Donnerstagabend bestätige.

Johnson ist unterdessen bei der Stimmauszählung in seinem Wahlkreis Uxbridge angekommen. Dort werden wohl in absehbarer Zeit die lokalen Ergebnisse verkündet - zu erwarten ist dann auch ein Statement Johnsons.

Wahlsieger startet in den Morgen: Boris Johnson in der Nacht auf Freitag auf dem Weg zur Stimmauszählung in seinem Wahlbezirk Uxbridge.

Update 4.41 Uhr: Kurz nach Jeremy Corbyns Rückzugs-Ankündigung (siehe unten) nimmt Boris Johnson gewaltiger Wahlsieg immer klarere Formen an. Um 4.40 Uhr hatten die Wahlbezirke aus allen Teilen des Vereinigten Königreichs insgesamt 172 Erfolge von Tory-Kandidaten gemeldet - Labour kam zu diesem Zeitpunkt auf 117 gewonnene Wahlbezirke.

Auch die Scottish National Party liegt mit 26 Mandaten spürbar auf Erfolgskurs. In Nordirland konnten sich die pro-britische DUP und die irisch-republikanische Sinn Fein bis dato je fünf Wahlbezirke sichern. Die Liberaldemokraten kommen aktuell auf sechs Sitze.

Großbritannien-Wahl: Erdrutsch-Sieg für Johnson nimmt Gestalt an - Corbyn zieht Konsequenzen

Update 4.34 Uhr: Labour-Chef Jeremy Corbyn hat noch in der Nacht Konsequenzen aus dem zu erwartenden verheerenden Wahlausgang für seiner Partei gezogen - wenn auch weniger drastisch, als das einige Parteifreunde gefordert haben. Er wolle die Partei nicht mehr in einen Wahlkampf führen, sagte Corbyn. Für einen nun anstehenden „Reflektionsprozess“ er jedoch zunächst Parteichef bleiben, betonte Corbyn am frühen Freitagmorgen in London. Labour könnte das schlechteste Ergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg einfahren.

Jeremy Corbyn in der Nacht auf Freitag bei seinem Statement in London.

Zwischenergebnisse zur Unterhaus-Wahl in Großbritannien: Tories bauen Vorsprung aus 

Update 3.56 Uhr: Nun bauen die Tories im Zwischenstand der ausgezählten Wahlkreise ihren kleinen Vorsprung aus: Kurz vor vier Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit haben sich die Konservativen 80 Mandate gesichert, Labour 70. Die brexitkritische Scottish National Party steht bei 13 Sitzen, die Liberaldemokraten haben mittlerweile auch einen Wahlkreis gewonnen. Im Unterhaus sicher vertreten sind auch Plaid Cymru, die nordirische Sinn Fein (je zwei Sitze) sowie die DUP und ein unabhängiger Abgeordneter.

Update 3.43 Uhr: Die Auszählung der Wahlkreise in Großbritannien kommt weiter nur schleppend voran - mittlerweile haben zwar Boris Johnsons Tories die Führung übernommen, allerdings stehen noch deutlich mehr als 500 Wahlbezirken die Endergebnisse aus.

Klar ist, dass sich am Freitag auch der EU-Gipfel mit dem (dann feststehenden) Ergebnis der Unterhauswahl befassen wird. Ab Mittag beraten die Staats- und Regierungschefs über das Ergebnis der britischen Unterhauswahl und die Auswirkungen auf den Brexit. Nach dem klaren Wahlsieg der britischen Konservativen wird der Gipfel voraussichtlich die Bereitschaft bekunden, nach dem für Ende Januar geplanten Brexit schnell Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zu Großbritannien aufzunehmen.

Update 3.17 Uhr: Der aktuelle Zwischenstand: Johnsons Tories haben 32 Mandate erhalten, Labour 36. Die schottische SNP steht derzeit bei 5 Mandaten, die DUP und die walisische Partei Plaid Cymru haben je einen Wahlbezirk gewonnen. 573 Wahlkreise sind noch nicht fertig ausgezählt.

Update 3.12 Uhr: Spannend auch diese Resultate: In Putney bei London hat Labour den Tories einen Sitz abgenommen. Im nordirischen Bezirk North Down hat eine Anti-Brexit-Allianz die bisher amtierende DUP abgelöst.

Wahl in Großbritannien: Bemerkenswerte Ergebnisse aus Nordengland - teils verlieren beide großen Parteien Stimmen

Update 2.55 Uhr: Im ostenglischen Peterborough hat Labour die Wahl gegen die Tories verloren. Bemerkenswert an diesem Ergebnis: Beide großen Parteien haben Stimmen eingebüßt - Labour allerdings so stark, dass den Konservativen ein vergleichsweise stabiles Ergebnis zum Wahlerfolg ausreichte. Drastisch fällt das Ergebnis in Leigh (Nordwestengland) aus. Dort verlor Labour 15,1 Prozentpunkte, die Tories gewannen 9,5 Prozentpunkte. Unter dem Strich steht ein weiterer Sitz für die Konservativen.

Update 2.40 Uhr: Auch in den Wahlbezirken South Shields, Newcastle upon Tyne North, Halton, Washington and Sunderland West und Middlesbrough haben die Labour-Abgeordneten ihre Unterhaus-Mandate verteidigt. Allerdings gab es in all diesen Kreisen Wählerwanderungen im Bereich von fünf bis elf Prozent zu den Tories, wie der Guardian online notiert. 

UK-Wahl kurios: „Marriagexit“ und ein Johnson-Konkurrent der anderen Art

Update 2.25 Uhr: Ein neues Wahlkreis-Ergebnis: Auch in Wansbeck, Northumberland hat Labour sein Mandat verteidigt. Aktuell sind nach Informationen des Mirror zehn Mandate für Labour und fünf für Johnsons Tories bestätigt. Für einen unerwarteten Wahlausgang spricht das allerdings weiterhin nicht - das Zwischenergebnis ist vor allem Folge des Umstandes, dass viele der schnell ausgezählten Wahlkreis im traditionell von Labour dominierten Nordengland liegen. 

Unterdessen fördert die Wahl auch erste kuriose Randnotizen zu Tage. So ist in Hale Barns bei Manchester ein Ehering in einer Wahlurne entdeckt worden, wie der örtliche Bezirksrat auf Twitter mitteilte. „Marriagexit“ kommentierte ein User kühl. In Boris Johnsons Wahlkreis Uxbridge tummelt sich derweil an Kandidat der ungewöhnlichen Art: „Count Binface“, „Graf Tonnengesicht“, und „Lord Buckethead“, „Lord Kübelkopf“, Kandidaten der Official Monster Raving Loony Party, amüsieren dort die Agenturfotografen. „Buckethead“ war 2017 bereits gegen Theresa May in deren Wahlkreis Maidenhead angetreten.

Count Binface (re.) und Lord Buckethead erwarten bei der Stimmauszählung die Ergebnisse in Boris Johnsons Wahlkreis Uxbridge.

Ernste politische Neuigkeiten gibt es aus Brüssel: Dort haben sich die EU-Staaten auf einen Zeitplan für die angestrebte Klimaneutralität der Mitgliedsländer gefunden - ein Staat scherte allerdings aus.

Wahl in Großbritannien und die Folgen: Geht es jetzt beim Brexit ganz schnell?

Update 2.10 Uhr: Während bei Labour bereits Schuldige gesucht und teils lautstark persönliche Konsequenzen von Jeremy Corbyn gefordert werden, wandert der Blick im UK auch in Richtung der nahen politischen Zukunft: Der Politologe Tim Bale von der Londoner Queen-Mary-Universität etwa hält es für "sehr wahrscheinlich", dass das Parlament in der neuen Zusammensetzung Johnsons Austrittsabkommen mit der EU bis zum Fristende am 31. Januar absegnen wird.

Durch die zu erwartende große Parlaments-Mehrheit könnte Johnson im Anschluss sogar eine deutlich weichere Linie bei den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen mit der EU einnehmen, als er es bei einem knappen Ergebnis getan hätte, meint der Politikwissenschaftler Simon Hix von der London School of Economics (LSE): "Er ist nicht mehr so abhängig von den Hardlinern in seiner Partei."

Der einstige Sprecher des Brexit-Urheber David Cameron (Tories), Craig Oliver, sieht Johnson mit Blick auf die Exit Polls gar in einer ausreichend komfortablen Position, um nun „der Premier Minister zu sein, der er sein will“. Johnson könne auf die rechtsgerichtete „European Research Group“ seiner Konservativen pfeifen und sich in Richtung Mitte orientieren - oder aber „bei den Rechten bleiben“. „Wir werden es bald herausfinden“,  twitterte Oliver am Abend.

Update 1.19 Uhr: Ein weiteres Wahlkreis-Ergebnis liegt vor: Im nordenglischen Bezirk Houghton and Sunderland South geht das Mandat an Labour. Allerdings hat die Partei spürbar Stimmen an Johnsons Tories verloren.

Wahl in Großbritannien: Labour in „ernsthaften Problemen“ , Abgeordneter gibt Corbyn die Schuld

Update 1.05 Uhr: Die Meinungsforscher sehen sich durch die ersten Wahlkreis-Ergebnisse in Großbritannien bestätigt. So sei etwa der überraschende Tory-Erfolg in Blyth Valley anhand der Exit Polls vorherzusehen gewesen, erklärte der Leiter der zuständigen Projektgruppe, Sir John Curtice, der BBC. 

Für den weiteren Abend sagte Curtice wenig Bewegung in den EU-Verbleib-freundlichen Wahlkreisen in Südengland, dafür aber heftige Veränderungen im Norden Englands voraus. Dort, „in den Leave-Gegenden, in Arbeitsklasse-Wahlkreisen, scheint die Labour-Partei in ernsthaften Problemen zu stecken“, betonte er. Schwer vorherzusagen sei der Wahl-Ausgang in Schottland.

Der schottische Labour-Abgeordnete Ian Murray hat unterdessen schwere Vorwürfe gegen seinen Parteichef Jeremy Corbyn erhoben. Corbyn sei der Hauptverantwortliche für das zu erwartende desaströse Ergebnis, deutete Murray am Abend in einem Tweet an. „An jeder Tür, an der ich geklopft habe - und mein Team und ich haben mit 11.000 Menschen gesprochen - wurde Corbyn erwähnt. Nicht Brexit, sondern Corbyn. Davor habe ich seit Jahren gewarnt“, twitterte er.

Unterhaus-Wahl in Großbritannien: Erste Ergebnisse sind da - drastische Prognosen scheinen sich zu bestätigen

Update 0.31 Uhr: Die ersten Wahlkreis-Ergebnisse sind nun bekannt - knapp 30 Minuten später als erwartet. In Sunderland hat tatsächlich die Labour Party das Mandat gewonnen, ebenso wie im zentralen Wahlbezirk der nordenglischen Stadt Newcastle. In Blyth Valley haben die Tories Labour mit wenigen hundert Stimmen Vorsprung gewonnen. Nach Angaben der BBC war der Bezirk seit den 50er-Jahren fest in Labour-Hand.

Update 0.15 Uhr: Erste Stimme aus Schottland: Regierungschefin Nicola Sturgeon hat sich besorgt geäußert. Was die Exit Polls für das Vereinigte Königreich andeuten sei „düster“, twitterte sie

Für ihre SNP zeichne sich hingegen eine „gute Nacht“ ab - die Scottish National Party könnte nach ersten Prognosen 55 von 59 Wahlkreisen in Schottland gewinnen. Sturgeon dürfte das als Mandat für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum für den Landesteil deuten.

Update 13. Dezember 2019, 0.04 Uhr: Das Warten auf die ersten Wahlkreis-Ergebnisse dauert an. Boris Johnson hat sich unterdessen bei seinen Unterstützern bedankt, in seinem ersten Tweet nach Veröffentlichung des Exit Polls aber auf demonstrative Freude verzichtet. „Danke an alle, die in unserem Land wählen gegangen sind, die sich freiwillig engagierten, die sich als Kandidaten haben aufstellen lassen“, schrieb der Premierminister. „Wir leben in der großartigsten Demokratie der Welt.“

Update 23.55 Uhr: Zu den Verlierern des Abends könnte auch die Brexit-Partei zählen. Das Aushängeschild der Partei, Nigel Farage, nimmt es allerdings locker - sollte der Brexit nun über die Bühne gehen, sei er zufrieden, gibt er in einem Interview der BBC zu verstehen. Zugleich sieht er seine Partei als Königsmacher: Johnsons Tories werden viele Mandate gewinnen, die ohne Brexit-Partei nicht ins konservative Lager gegangen wären, sagt Farage. Er dürfte damit auf den strategischen Rückzug seiner Partei aus mehreren umkämpften Wahlkreisen anspielen.

Wahl in Großbritannien: Johnson auf Sieges-Kurs - Finanzmärkte reagieren heftig

Update 23.27 Uhr: Wohl noch eine knappe halbe Stunde muss auf die ersten belastbaren Zahlen aus den Wahlkreisen gewartet werden. Doch die drastische Prognose zum Wahlausgang zeigt bereits jetzt Wirkung - zumindest auf dem Finanzmarkt: Das britische Pfund hat in den Minuten seit 23 Uhr enorm an Wert gewonnen. Echtzeit-Charts des Wechselkurses Pfund-Euro zeigen eine regelrechte Mini-Explosion: Von 1,18 Euro um 23 Uhr ist der Kurs zwischenzeitlich auf fast 1,21 Euro geschossen.

Eine Reaktion aus Brüssel gibt es aber auch schon - und die relativiert die Hoffnung auf baldige Klarheit im Brexit-Prozess. Johnson habe mit einer „leeren Versprechung“ gepunktet, den Brexit schnell abhandeln zu können, sagte die SPD-Europapolitikerin Katarina Barley der dpa. 

Zunächst müsse der Austrittsvertrag durch das britische und das Europäische Parlament. „Und danach geht es erst richtig los: Die zukünftige Beziehung des Vereinigten Königreiches mit der EU muss verhandelt werden“, erklärte Barley. „Johnson will das in wenigen Monaten schaffen - das wird nicht funktionieren.“ Die europäische Seite lasse sich nicht unter Druck setzen.

Wahl in Großbritannien: Brexit-Mehrheit für Johnson in Sicht - beispiellose Klatsche für Labour und Corbyn

Update 23.07 Uhr: Ein genauerer Blick auf das prognostizierte Ergebnis: Kommt es so, wie es die Exit Polls nahelegen, dann würde Boris Johnson für die Tories wieder die absolute Mehrheit im Unterhaus einfahren. Zuletzt hatte der Premier (wie zuvor schon Theresa May) mit der nordirischen Democratic Unionist Party koalieren müssen - die DUP hatte mit ihrer Vorsitzenden Arlene Foster immer wieder Brexit-Lösungen blockiert, insbesondere mit Blick auf den umstrittenen „Backstop“.

Labour und Jeremy Corbyn droht nach aktuellem Kenntnisstand eine beinahe beispiellose Schlappe. Selbst bei ihrem historisch schlechten Wahlergebnis im Jahr 1983 hatte die Partei 209 Sitze geholt. Nun ist von 191 die Rede. Ähnlich schlechte Labour-Ergebnisse gab es zuletzt vor dem Zweiten Weltkrieg.

Wahl in Großbritannien: Erste Prognose liegt vor - Erdrutschsieg für Johnson deutet sich an

Update 23.00 Uhr: Jetzt liegen die erste Zahlen vor: 368 Mandate sehen die Demoskopen nach der Nachwahlbefragung an die Tories gehen, 191 an Labour. Das würde eine satte Mehrheit für Boris Johnson bedeuten - und eine herbe Klatsche für Labour und Jeremy Corbyn. 55 Mandate könnten an die Scottish National Party gehen, 13 an die Liberaldemokraten. Hierbei handelt es sich allerdings nur um eine erste Prognose.

Auswirkungen hätte ein solches Ergebnis auch für den Brexit: Sofern es Boris Johnson gelingt, seine Partei im Unterhaus einigermaßen geeint auf seinen Kurs einzuschwören, könnte Großbritannien nun tatsächlich in absehbarer Zeit aus der EU austreten; Johnson peilt den 31. Januar 2020 an.

Wahlnacht in Großbritannien: Mehrheit für Johnson, oder neue Hängepartie? Das ist der Fahrplan für die kommenden Stunden

Update 22.45 Uhr: In 15 Minuten schließen in Großbritannien die Wahllokale. Ähnlich wie in Deutschland wird dann zeitgleich eine erste Prognose, der „Exit Poll“, veröffentlicht. Die Sender BBC, ITV und Sky greifen zu diesem Zweck auf dasselbe Zahlenmaterial zurück. Zwischen den Kanälen hin und her zappen ist also nicht nötig.

Möglich ist theoretisch, dass bereits in wenigen Minuten eine klare Tendenz für den Wahlausgang erkennbar ist. Sicher ist das allerdings nicht - da das Unterhaus nicht nach dem Verhältnis-, sondern nach dem Mehrheitswahlrecht besetzt wird, sind einzig und allein die Ergebnisse in den einzelnen Wahlkreisen entscheidend. Die Stimmverteilung über das Land hinweg kann, muss aber nicht klare Indizien liefern.

Echte Klarheit wird es dann im Laufe der Nacht geben. Bereits eine Stunde nach Schließung der Wahllokale werden wohl erste Ergebnisse aus Wahlkreisen eintreffen. Bis alle vorliegen, wird es allerdings wohl bis in die frühen Morgenstunden dauern. Boris Johnsons Heimatbezirk Uxbridge etwa wird vermutlich erst gegen fünf Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit ausgezählt sein. Die Ippen-Digital-Zentralredaktion berichtet die ganze Nacht über im Live-Ticker über den Fortgang der Wahl.

Wahl-Endspurt im UK: Tories schicken Appell an Unterstützer - Regierungspartei in Sorge?

Update 22.17 Uhr: Die Tories haben am Nachmittag eine E-Mail an Unterstützer versandt, berichtet der Guardian. Darin heißt es, die Wahlbeteiligung der Labour-Unterstützer sei hoch. „Es wird auf eine handvoll Stimmen ankommen”, steht in der Nachricht, die Boris Johnson unterschrieben hat. Es scheint, als mache sich die Regierungspartei Sorgen.

Update 22.11 Uhr: „Ich weiß, wen ich wähle. Ich will, dass dieser Brexit endlich durchgezogen wird“, sagte eine Reinigungskraft in London. „Ich habe 1975 für die (EU-)Mitgliedschaft gestimmt ... Mir hat das nichts gebracht. Wir sollten wieder über unser eigenes Schicksal bestimmen können.“

Kurz vor Wahlen in Großbritannien/UK: Brexit, Johnson, Corbyn die Themen

Update 21.19 Uhr: Eine weitere Hängepartie um den Brexit ist noch nicht ausgeschlossen. Vor Schließung der Wahllokale wurde auch ein erneutes Patt bei der Abstimmung nicht ausgeschlossen, also dass keine der beiden großen Parteien eine eigene Mehrheit für eine Regierungsbildung erreichen würde („hung parliament“). In einem solchen Fall wäre sogar eine Minderheitsregierung mit Labour-Chef Jeremy Corbyn als Premier denkbar. Der 70-Jährige will den Brexit verschieben, um ein eigenes Abkommen auszuhandeln. Über den Deal sollen die Briten dann in einem zweiten Referendum abstimmen. Die Alternative wäre ein Verbleib in der Staatengemeinschaft.

Update 20.59 Uhr: Die Neue Zürcher Zeitung schreibt vor der Parlamentswahl in Großbritannien: "Zwar kann sich Corbyn laut Umfragen kaum Hoffnungen auf einen Wahlsieg machen. Einem Erfolg für ihn käme es aber schon gleich, wenn die Wähler den Tories die absolute Mehrheit verwehrten.“Dies könne laut dem schweizer Blatt dann geschehen, wenn sich in letzter Minute viele Brexit-Gegner zu einer taktischen Abgabe der Stimme gegen die Tories entscheiden würden. „Bei diesem - nicht unwahrscheinlichen - Szenario eines Unentschiedens in Form eines 'hung parliament' wäre so ziemlich alles wieder offen. Das Risiko dabei wäre aber ein radikallinker Premierminister. Gleichzeitig würde damit ein harter Brexit wohl doch noch vermieden. Die britischen Wähler sind nicht zu beneiden“, heißt es weiter.

UK/Großbritannien-Wahl 2019: Johnson droht Blamage - Sensation bahnt sich an

Update 20.34 Uhr: Boris Johnson steht Angaben der Welt zufolge vor einer Blamage. In seinem eigenen Wahlkreis Uxbridge hat die Labour-Partei Historisches vor. Kandidat Ali Milani will den Premier zum ersten Regierungschef in der Geschichte machen, der seinen Sitz im Parlament verliert. Das US-Magazin “Foreign Policy” kürte den gebürtigen Iraner zuletzt zur “größten Gefahr für Boris Johnson”. Angeblich ist dessen Vorsprung denkbar knapp.

In den Sozialen Median wird eifrig mobil gemacht gegen Johnson.

Update 19.34 Uhr: Nach der Wahl ist wohl pder übel vor dem Brexit. Kanzlerin Angela Merkel und ihre Kollegen beraten am Freitag (10.00 Uhr) beim EU-Gipfel in Brüssel über den Brexit und die Reform der Eurozone. Großbritannien hat am Donnerstag ein neues Parlament gewählt, die Staats- und Regierungschefs wollen nun die Konsequenzen für den bis Ende Januar geplanten britischen EU-Austritt diskutieren.

Update 19.34 Uhr: Mit personalisierten Botschaften haben die britischen Parteien am Donnerstag versucht, auch noch die letzten Wähler zu mobilisieren. Die Emails und Nachrichten auf sozialen Medien dürften an Hunderttausende Adressaten gegangen sein. „Elias, unsere Teams berichten, dass viele Labour-Wähler auf den Beinen sind“, schrieben die Konservativen im Namen von Premierminister Boris Johnson am Nachmittag in Twitterbotschaften, in denen sie die Adressaten mit Namen ansprachen. „Hast Du schon gewählt?“ Darüber stand: „Gib den Konservativen Deine Stimme.“

Boris Johnson im Wahlkampf in Großbritannien.

Nach den letzten Umfragen vor der Wahl lagen die Konservativen vorn, aber die Opposition hatte in den letzten Tagen aufgeholt.

Die größte Oppositionspartei, Labour, war ähnlich aktiv. „Teresa, ich habe den ganzen Tag um Stimmen geworben, und die Reaktion ist immens“, hieß es in einer Botschaft im Namen von Oppositionsführer Jeremy Corbyn fünf Stunden vor Schließung der Wahllokale (um 23.00 Uhr MEZ). Noch sei Zeit, die Konservativen aus dem Amt zu jagen. „Ich kann mir nur eins vorstellen, was schlimmer wäre, als weitere fünf Stunden einer konservativen Regierung: weitere fünf Jahre.“

Video: Boris Johnson kommt mit Hund zur Wahl

Johnson und Corbyn mit Schlagabtausch auf Twitter vor Großbritannien-Wahl

Update 19.07 Uhr: In London berichteten laut Welt Briten von ungewöhnlich langen Schlangen vor mehreren Wahllokalen. In Bermondsey and Old Southwark sagte ein 27-Jähriger: „Für viele ist es eben die Wahl unseres Lebens.“ Die Atmosphäre sei typisch für London: „Alle stehen ordentlich in der Reihe und niemand spricht mit dem anderen.“

Update 16.07 Uhr: Im Endspurt der Wahl in Großbritannien lassen die Politiker nichts unversucht. Auf Twitter liefern sich die Spitzenkandidaten der Konservativen, Boris Johnson, und der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, einen echten Schlagabtausch.

22 Posts hat der amtierende Premierminister seit der Öffnung der Wahllokale um 7 Uhr britischer Zeit (8 Uhr deutscher Zeit) abgesetzt. Konkurrent Corbyn kommt sogar auf mehr als 60 Tweets seitdem, hat aber auch extrem viele Beiträge retweetet; darunter zahlreiche Ein-Wort-Posts mit dem Wort „Labour“.

Großbritannien-Wahl 2019: „VWahllokal gefunden - Festnahme

Update 13.54 Uhr: Nach dem Fund einer verdächtigen Vorrichtung in der Nähe eines schottischen Wahllokals ist ein 48-jähriger Mann festgenommen worden. Das Objekt war nach Polizeiangaben in der Nacht zum Donnerstag in einem Wohnhochhaus in Motherwell einige Kilometer südöstlich von Glasgow entdeckt worden. Das Gebäude, in dem ein Gemeinschaftsraum als Wahllokal dienen sollte, wurde daraufhin evakuiert. 

Im Glen Tower in  North Lanarkshire, Schottland, wurde eine verdächtige Vorrichtung entdeckt. 

Die Vorrichtung war laut Polizei nicht funktionstüchtig, wurde von Experten aber vorsichtshalber kontrolliert zur Explosion gebracht. Stimmberechtigte, die in dem Wahllokal abstimmen sollten, mussten ihre Kreuze nun in einer nahe gelegenen Schule setzen. 

Update 13.53 Uhr: Großbritannien wählt heute ein neues Parlament. Boris Johnson und seine Konservativen gehen als Favoriten ins Rennen. Auch die Kollegen von fr.de* berichten im Live-Ticker.

Großbritannien-Wahl 2019: Greta Thunberg schießt gegen Johnson

Update 12.51 Uhr: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat auf die Bedeutung der Parlamentswahl in Großbritannien für den Kampf gegen den Klimawandel hingewiesen. „Jede Wahl ist eine Klimawahl“, schrieb die 16-Jährige am Donnerstag auf Twitter. „Stimmt für eure Kinder. Stimmt für den Planeten. Stimmt für künftige Generationen. Stimmt für die Menschheit“, fügte sie hinzu.

Greta Thunberg plädiert für Klima-Wahl in Großbritannien. (Collage)

In Großbritannien hatte es im Oktober größere Klimaproteste mit Zehntausenden Teilnehmern gegeben. Die ursprünglich aus Großbritannien stammende Klima- und Umweltschutzgruppe Extinction Rebellion legte dabei vorübergehend unter anderem den Londoner Oxford Circus lahm, eine zentrale Straßenkreuzung der Einkaufsmeilen Oxford Street und Regent Street. Hunderte Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen. Premierminister Boris Johnson hatte an sie appelliert, mit den Blockaden aufzuhören. Sie sollten mit ihren „nach Hanf riechenden Biwaks“ die Hauptstadt verlassen, hatte er gesagt.

Die Briten sollten für den Planeten wählen, für das Klima. „Vote for Humanity“, für „Menschlichkeit“, appelliert Thunberg an die Wähler.

Großbritannien-Wahl 2019: Kuriose Stimmabgabe - Johnson wählt mit Hund und im „falschen“ Bezirk

Update 12.01 Uhr: Bei der Parlamentswahl in Großbritannien ist der Andrang in einigen Wahllokalen in London ungewöhnlich groß. Vielerorts bildeten sich Schlangen, wie Wähler am Donnerstag berichteten. Viele Menschen wollten ihre Stimme am Morgen auf dem Weg zur Arbeit abgeben. Die Wahllokale sind bis 23 Uhr MEZ geöffnet.

„Ich habe seit etwa acht Jahren in diesem Wahllokal gewählt, aber ich habe noch nie anstehen müssen“, sagte Craig Fordham in Putney. Chris Schofield stand in Bermondsey and Old Southwark in einer Schlange mit etwa 70 anderen Wählern, wie er sagte. „Es ist 20 mal so viel los wie 2017 und bei lokalen und den Europawahlen“, meinte der 27-Jährige. „Die Atmosphäre ist typisch London: alle stehen in einer ordentlichen Reihe und niemand spricht mit dem anderen.“

Großbritannien-Wahl: Boris Johsons Stimmabgabe war ungewöhnlich

Die Spitzenpolitiker wählten schon am Morgen, Jeremy Corbyn im Londoner Stadtteil Islington und Premierminister Boris Johnson in der Nähe seines Amtssitzes in der Downing Street. Er kam mit seinem Hund Dilyn. Beide posierte für Fotografen, ohne sich politisch zu äußern.

Johnsons Stimmabgabe war ungewöhnlich. Eigentlich wählen Premierminister in ihren eigenen Wahlkreisen, nicht zuletzt, um sich selbst eine Stimme geben zu können. Johnsons Wahlkreis Uxbridge and South Ruislip liegt in einem Vorort im Westen Londons. Dort wollen politische Gegner ihm seinen Unterhaussitz streitig machen. Sie waren in den vergangenen Tagen unterwegs, um möglichst viele Wähler für den Labour-Kandidaten zu mobilisieren. Johnson hatte seinen Sitz 2017 nur mit gut 5000 Stimmen Vorsprung gewonnen.

Auch seine Begleitung erregte Aufsehen. Johnson kam mit seinem Hund Dilyn.

Großbritannien-Wahl: Jeremy Corbyn wählt in Begleitung seiner Frau Alvarez - Johnson-News

Update 11.14 Uhr: Jeremy Corbyn, Vorsitzender der Labour Party, und seine Frau Laura Alvarez haben in dem Wahllokal in der Pakeman Primary School in Islington gewählt. Bei der Unterhauswahl in Großbritannien könnte Labour am Donnerstag mehr Stimmen erhalten als bisher erwartet. Vor allem junge Wähler stellen einen großen Sicherheitsfaktor dar. Allgemein sind Wahlprognosen für Großbritannien schwer, da nach einem Merheitswahlrecht abgestimmt wird. 

Dennoch könnte Labour auch Stimmen verlieren - denn bei dem Wahl-Krimi in Großbritannien geht es nicht nur darum, welche Partei gewinnt. Es geht für die Briten auch ganz konkret um den Brexit. Und die Briten sind müde, viele wollen den EU-Austritt endlich hinter sich haben. Deshalb werden wohl einige traditionelle Labour-Wähler für Boris Johnson stimmen. Das könnte unter anderem in Wales eine große Rolle spielen. Dort wurde in traditionellen Labour-Hochburgen 2016 beim Referendum zum EU-Austritt mehrheitlich für den Brexit gestimmt.  

Jeremy Corbyn, Vorsitzender der Labour Party, und seine Frau Laura Alvarez vor dem Wahllokal. 

Großbritannien-Wahl 2019: Johnson geht mit ungewöhnlichem Begleiter wählen

Update 10.28 Uhr: In Großbritannien wird nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. In den 650 Wahlkreisen gewinnt jeweils der Kandidat mit den meisten Stimmen einen Sitz im Unterhaus. Die Wahllokale sind seit 7 Uhr britischer Zeit, also 8 Uhr deutscher Zeit, geöffnet. Wenn sie um 23 Uhr deutscher Zeit schließen, wird direkt danach die erste Prognose erwartet. 

Von den 650 Wahlkreisen in Großbritannien liegen 533 in England, 59 in Schottland, 40 in Wales und 18 in Nordirland. Theoretisch liegt die Mehrheit bei 326 Sitzen. Weil aber die nordirisch-katholische Partei Sinn Fein ihre Sitze traditionell nicht einnimmt, liegt die Mehrheit faktisch etwas darunter. Bei der vergangenen Wahl gewann Sinn Fein sieben Mandate.

Der amtierende Premierminister Boris Johnson läuft an diesem Wahltag durchaus Gefahr, nicht die absolute Mehrheit im Unterhaus zu erhalten. Damit verbliebe das britische Parlament in der schwierigen Situation des „hung parliament“. Auch könnte Johnson seinen Brexit dann nur schwer durchsetzen. 

Großbritannien-Wahl 2019: Wahl-Krimi gestartet - Boris Johnson geht mit seinem Hund wählen

Update 9.50 Uhr: In Großbritannien haben die Wahllokale eröffnet. Der amtierende Premierminister Boris Johnson hat seine Stimme bereits abgegeben. Er war mit seinem Hund wählen. Bei der Parlamentswahl braucht er eine absolute Mehrheit für die Tories.

Großbritannien-Wahl 2019: Boris Johnson oder Jeremy Corbyn? 

Wer das Rennen um die Downing Street am Donnerstag gewinnt, hängt entscheidend von der britischen Jugend ab. Doch die jungen Wähler sind eine schwer zu berechnende Größe: Sie gelten als pro-europäisch und links, stellen aber auch die Gruppe dar, die am häufigsten nicht zur Wahl geht. Premierminister Johnson liegt in Umfragen vorne, doch die wachsende junge Wählerschaft könnte das Ergebnis zugunsten von Oppositionsführer Corbyn ändern.

Boris Johnson mit Hund Dilyn.

Bei der Parlamentswahl 2017 unterstützten 66 Prozent der Wähler im Alter von 18 und 19 Jahren die oppositionelle Labour-Partei. Nur 19 Prozent von ihnen stimmten für die regierenden Konservativen. Je älter die Wähler, desto wahrscheinlicher ist es laut des Meinungsforschungsinstituts YouGov, dass sie für die Tories stimmen.

Nach Angaben von FFS haben sich 1,4 Millionen Menschen unter 25 Jahren registriert, um ihre Stimme abzugeben. 2017 waren es nur 900.000. „Das übertrifft alle Prognosen und Erwartungen“, sagte FFS-Mitbegründerin Amanda Chetwynd. „Es ist das echte 'Jugendbeben', das 2017 angekündigt wurde, und es macht das Ergebnis dieser Wahl umso unberechenbarer.“

Großbritannien-Wahl 2019: Wahllokale geöffnet - Boris Johnson geht mit seinem Hund wählen

Erstmeldung vom 12. Dezember, London - Die Briten wählen am heutigen Donnerstag (12. Dezember) ein neues Parlament. Dabei handelt es sich um vorgezogene Neuwahlen, auf die sich das britische Unterhaus Ende Oktober in einer dritten Lesung geeinigt hatte. 

Der Vorstoß zu den Neuwahlen ging von Premierminister Boris Johnson aus, der nach den Neuwahlen auf eine klare Mehrheit hofft, um das von ihm mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen durch das Parlament zu bekommen und Großbritannien zum 31. Januar aus der Europäischen Union führen zu können.

Großbritannien-Wahl 2019: So machten Johnson und Corbyn Wahlkampf

Das alles dominierende Thema im Wahlkampf war natürlich der Brexit. „Get Brexit done“ lautete das Motto von Johnsons Tories. Jeremy Corbyn will ein eigenes Brexit-Abkommen aushandeln und es den Briten danach in einem zweiten Referendum vorlegen. Der britische Austritt aus der Europäischen Union ist das wichtigste Thema - doch vor allem die Labour-Partei versuchte, auch mit anderen Inhalten zu punkten. Vor allem die Gesundheitsversorgung spielte zuletzt eine wichtige Rolle. Labour wirft den Torries vor, den National Health Service (NHS) kaputtgespart zu haben - hier will die Partei von Jeremy Corbyn massiv investieren. Schnelles Internet für alle sowie die Verstaatlichung vonEnergie- und Wasserversorgung sowie Teile vonPost und Bahn stehen ebenfalls auf der Liste der Labour-Forderungen. Um dies zu finanzieren, soll unter anderem der Spitzensteuersatz angehoben werden.

Auch die Tories versprechen Investitionen - zum Beispiel in eine innovative Umweltpolitik, einen besseren NHS und die Kinderbetreuung. Nach der Messerattacke des vorzeitig aus der Haft entlassenen Attentäters Usman Khan in der Innenstadt von London spielte zuletzt auch das Thema innere Sicherheit wieder eine wichtigere Rolle. Johnson versprach 20.000 zusätzliche Polizeibeamte zu rekrutieren.

Großbritannien-Wahl 2019: Wann ist mit einem Ergebnis zu rechnen? Gewinnt Johnson?

Die Wahllokale sind von 8 Uhr (MEZ) bis 23 Uhr (MEZ) geöffnet. Im Anschluss daran gibt es eine erste Prognose im Auftrag der Fernsehsender BBC, ITV und Sky News. Sie stellt einen guten Anhaltspunkt für das Endergebnis und den möglichen Erfolg von Boris Johnson dar.

Die Ergebnisse der UK-Wahl werden in zwei Schritten ausgezählt. Typischerweise endet dieser Prozess um zwei Uhr morgens britischer Zeit - die Gewinner der UK-Wahl werden in den frühen Morgenstunden kurz nach Auszählungsende bekannt gegeben. Mitunter dauert es aber bis zu 24 Stunden, bis das Ergebnis veröffentlicht wird. Mit einem offiziellen Endergebnis ist also erst im Laufe des Freitags zu rechnen. 

Großbritannien-Wahl 2019: Umfragen und Besonderheiten des britischen Wahlsystems 

Die Briten wählen nach dem relativen Mehrheitswahlrecht. Das bedeutet: Ins Parlament zieht nur der Kandidat mit den meisten Stimmen in seinem Wahlkreis ein. Die Stimmen der unterlegenen Kandidaten werden nicht berücksichtigt. Dies hat zur Konsequenz, dass die beiden großen Parteien - Konservative und Labour - dominieren und somit üblicherweise klare Mehrheitsverhältnisse herrschen. Allerdings kam es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu einem „hung parliament“ - sprich: weder Labour noch Konservative konnten eine absolute Mehrheit der Mandate im Unterhaus erreichen. 

Erreicht eine Partei eine klare Mehrheit, beauftragt Königin Elizabeth II. den Wahlsieger mit der Bildung einer Regierung. Sollte keine Partei eine klare Mehrheit erreichen - es also zu einem „hung parliament“ kommen - müssen Verhandlungen über eine Koalition oder die Duldung einer Minderheitsregierung stattfinden. Ob die Konservativen von Premierminister Boris Johnson eine eigene Mehrheit erreichen, war kurz vor der Wahl noch unklar. Letzte Umfragen zeigen, dass der Vorsprung der Konservativen auf die oppositionelle Labour-Partei kleiner geworden ist.

Großbritannien-Wahl: Was das Wahlergebnis für den Brexit bedeutet

Gewinnen die Konservativen um Boris Johnson die Wahl, könnte es mit der Ratifizierung des Brexit-Abkommens schnell gehen. Geplant ist, dass das Parlament erstmals wieder am 17. Dezember zusammenkommt. Noch vor Weihnachten könnte dann über den Austritt Großbritanniens aus der EU abgestimmt werden. Der EU-Austritt soll dann am 31. Januar erfolgen.

dpa, afp

Rubriklistenbild: © dpa / Lindsey Parnaby

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