Interview auf N24

Genscher: Das hat die FDP falsch gemacht

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Der ehemalige Bundesaußenminister und FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher

Berlin - Hans-Dietrich Genscher (FDP) kritisiert im "ZEIT-Gespräch zur Wahl" (Dienstag um 18.30 Uhr) auf N24, dass die FDP sich thematisch zu sehr verengt habe:

"Es hat sich zunehmend eine Entwicklung ergeben, in der sich eine immer stärkere Verengung der Politik und der politischen Schwerpunkte ergab, was am Ende dann dazu geführt hat, dass es an der wirklichen Botschaft fehlte. Das ist auch einer der Gründe gewesen, warum Christian Lindner nicht, wie manche ihm nachgerufen haben, davongelaufen sei, sondern weil er sah, was kam - und es einfach nicht mittragen konnte und nicht mittragen wollte."

Zu Christian Lindner als Kandidat für den Parteivorsitz meint Genscher: "Er ist ein nachdenklicher Mann, zur Analyse fähig. Er bringt etwas rüber, er vermittelt Leidenschaft, was in der Politik in seiner Bedeutung oft total unterschätzt wird. Politik ist auch ein Ergebnis von Emotionen, positiver Emotionen. Die Menschen müssen auch mitempfinden können und müssen den Eindruck bekommen, dass ein Politiker mitempfindet, mit ihnen lebt, ihre Probleme kennt. Das ist vielleicht gelegentlich auch bei uns vernachlässigt worden. Und er ist ein brillanter Denker und Redner. Aber ich nenne das letztere besonders zuletzt, weil ich finde, das andere ist die Substanz, das ist die Darbietung."

Sie waren die Chefs der FDP

Sie waren die Chefs der FDP

Europapolitische Themen müssten bei einer Neuausrichtung der Partei in den Fokus rücken, so Genscher: "Es besteht die Chance, zum Beispiel in der Aufnahme des Themas Europa, einen neuen Impuls in die deutsche Diskussion einzubringen, was ich persönlich dringend für notwendig halte. Und ich halte es auch für notwendig, dass eine stärkere Zuwendung der Partei für die besonderen Probleme, die es unverändert in den neuen Bundesländern gibt, stattfindet."

zr

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