Generationswechsel im Zentralrat für Knobloch keine Zäsur

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Charlotte Knobloch

Augsburg - Der Wechsel an der Spitze des Zentralrats der Juden in die Hände der Nachkriegsgeneration stellt nach Ansicht der scheidenden Präsidentin Charlotte Knobloch keinen besonderen Einschnitt für die Organisation dar.

Ihr voraussichtlicher Nachfolger Dieter Graumann habe zwar “die Schrecken des Nationalsozialismus nicht selbst erlebt, aber er ist mit den Erzählungen seiner Eltern aufgewachsen“, sagte Knobloch der “Augsburger Allgemeine“ (Samstagausgabe). “Insofern sehe ich keine Zäsur, der Zentralrat der Juden wird sich auch künftig mit dem Thema Holocaust beschäftigen“, sagte Knobloch. Die Präsidentin betonte jedoch: “Die Erinnerung darf nie Selbstzweck sein.“

Ihr persönlich sei es immer darum gegangen, jungen Menschen etwas Positives zu vermitteln. “Ich kann ihnen berichten, dass es Menschen gab, die in dieser furchtbaren Zeit unter Einsatz ihres Lebens andere Menschen gerettet haben - wie mich“, sagte die 78-Jährige.

Deshalb appelliere sie an die junge Generation sich aktiv in der Gesellschaft einzumischen. Als Ziel ihrer künftigen Arbeit nannte die scheidende Präsidentin, “eine Generalversammlung des Jüdischen Weltkongresses nach Deutschland zu bringen“, denn der Weltkongress habe hier noch nie getagt.

dapd

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