Verleihung des Karlspreises in Aachen

Gauck fordert mehr Zusammenhalt in Europa

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Martin Schulz (li.) und Joachim Gauck (re.) mit Hannelore Kraft (mi.).

Aachen - Bundepräsident Joachim Gauck hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Bei der Verleihung in Aachen forderte Gauck mehr europäisches Engagement.  

Bundespräsident Joachim Gauck hat eine gemeinsame europäische Antwort auf Krisen wie in der Ukraine und die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus verlangt. „Die europäische Gemeinsamkeit muss sich in der Gefahr als handlungs- und verteidigungsfähig erweisen, zumal die Gefahr wie im Falle des Terrorismus von innen und von außen gleichzeitig kommt“, sagte Gauck am Donnerstag bei der Verleihung des Karlspreises an EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) in Aachen.

Das Direktorium zeichnete den 59-Jährigen Schulz am Donnerstag „in Würdigung seiner bedeutenden Verdienste um die Stärkung des Parlaments und der demokratischen Legitimation in der EU“ aus, wie es auf der Urkunde hieß. Sein Engagement, sich für die Europawahl 2014 auf einen Spitzenkandidaten zu verständigen und damit auf einen Anwärter für das Amt des Kommissionspräsidenten, sei ein historischer Meilenstein für die Demokratisierung der EU gewesen, hieß es in der Begründung. Schulz sei ein herausragender Vordenker des Vereinten Europas.

Auch Schulz betonte die Verpflichtung der Politik, Europa für die nächste Generation zu stärken. Als starke Gemeinschaft von Staaten und Völkern garantiere Europa seinen Bürgern Rechte, für die Menschen in anderen Teilen der Welt auf die Straße gingen, sagte der SPD-Politiker in seiner Dankesrede. „Wer Hand an dieses Projekt legt, versündigt sich an der Zukunft der nachfolgenden Generationen.“

Gauck fordert einheitliche Friedenspolitik 

Vor den Toren Europas gebe es Kriege und Auseinandersetzungen in Irak, Syrien, in Libyen oder in der Ukraine. Frieden und Freiheit seien durch Ideologen, Nationalisten, Fanatiker und Terroristen bedroht. Die Grundlagen unserer Friedensordnung, die grundlegenden Werte und die Sicherheit seien bedroht. „Und immer wenn es um Fundamentales geht, ist es unerlässlich, dass wir als Europäer zusammenrücken.“

Der jordanische König Abdullah II. sah die Europäische Gemeinschaft beim Kampf gegen den Terrorismus an herausgehobener Stelle. „Terroristen respektieren keine Grenzen. Unsere Abwehr muss gleichermaßen international gezielt erfolgen. Und die EU spielt hierbei eine zentrale Rolle“, sagte der König in seiner Rede.

Europa trage international Verantwortung, sagte der französische Staatspräsident François Hollande. „Europäer sein, das heißt auch für Europa in der Welt etwas tun. Für eine Politik einzutreten, die auch gegen Ungleichheit gerichtet ist.“ Es gehe auch um vorbeugende Maßnahmen gegen Terrorismus, Konflikte und Kriege wie in Syrien, im Nahen Osten, Irak, Libyen und Afrika. Diese Konflikte berührten Europa heute schon. Die Verantwortung Europas resultiere aus dem Willen, Kriege zu vermeiden.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel würdigte Schulz als Europäer mit Herz und Verstand. Niemand verteidige das Friedensprojekt Europa leidenschaftlicher und energischer gegen seine Kritiker als er. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, Schulz sei ein großer Europäer, der die europäische Demokratie maßgeblich mitgeprägt habe.

dpa

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