1. wa.de
  2. Politik

Gasumlage: Höhe steht fest - so teuer wird sie für die Verbraucher

Erstellt:

Von: Daniel Großert

Kommentare

Die Gasumlage sorgt für Mehrkosten für Verbraucher. Ihre genaue Höhe von 2,4 Cent pro Kilowattstunde steht nun fest. Was bedeuten das für Verbraucher?

Hamm - Dass auf Unternehmen und Privathaushalte in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland durch die geplante Gasumlage weitere Mehrkosten zukommen, war bereits länger klar. Nun steht aber auch fest, wie hoch der Betrag sein wird, der für jede verbrauchte Kilowattstunde Gas gezahlt werden muss. Die Trading Hub Europe GmbH (THE), Marktgebietverantwortliche im deutschen Gasmarkt, hat am Montag die Höhe der Gasumlage bekannt gegeben.

Gasumlage: Höhe steht fest - so teuer wird es für Verbraucher

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte von einem Betrag zwischen 1,5 und 5 Cent pro Kilowattstunde Gas gesprochen, die Endverbraucher zusätzlich zum normalen Gaspreis zahlen müssen. Jetzt ist klar: Die Gasumlage liegt eher am unteren Ende dieser Spanne. Alle Endverbraucher müssen ab Oktober 2,419 Cent zusätzlich pro Kilowattstunde bezahlen. Das bedeutet konkret: Eine Familie mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden muss durch die Umlage rund 480 Euro pro Jahr mehr für Gas bezahlen - also etwa 40 Euro im Monat.

Mit dem durch die Gasumlage eingenommenen Geld sollen Gasimporteure finanziell unterstützt werden. Denn durch den russischen Angriff auf die Ukraine und die in der Folge massiv reduzierten Gaslieferungen aus Russland nach Europa, sind die Preise auf dem Gasmarkt förmlich explodiert. Importeure können ihre Lieferverpflichtungen gegenüber den Energieversorgern nur mit zusätzlichen Einkäufen erfüllen, die allerdings entsprechend viel Geld kosten. Weil die Gasimporteure die Mehrkosten bislang nicht an Endverbraucher weitergeben dürfen, machen sie erhebliche Verluste.

Gasumlage: Wie hoch fällt sie aus? Bundesregierung kündigt Entlastungen an

Durch die Gasumlage, die jeder Endverbraucher - also Privathaushalte und Unternehmen - zahlen muss, sollen drohende Insolvenzen verhindert werden. Denn diese könnten in der Folge dazu führen, dass die Gasversorgung in Deutschland gefährdet wäre. Die Gasumlage sei „kein leichter Schritt, aber sie ist nötig, um die Wärme- und Energieversorgung in den privaten Haushalten und in der Wirtschaft zu sichern“, sagte Wirtschaftsminister Habeck.

Je nach Verbrauch kommen für Privathaushalte schnell Mehrkosten in Höhe von mehreren hundert Euro zusammen - zusätzlich zu den ohnehin angekündigten oder bereits vollzogenen Preissteigerungen der Energieversorger. „Die Entscheidung der Bundesregierung für die befristete Umlage wird und muss von weiteren Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger begleitet werden“, kündigte Habeck daher an.

Wie genau die Entlastungen aussehen sollen, ist noch unklar. Klar ist mittlerweile: Für Verbraucher in Deutschland wird es keine Ausnahme bei der Mehrwertsteuer auf die Gasumlage geben. Die Ampel-Regierung lotet derweil aber weiter Entlastungsmöglichkeiten aus. Die EU-Kommission bekräftigte, dass eine Streichung der Mehrwertsteuer anders als von der Bundesregierung erhofft nicht möglich ist. Die Brüsseler Behörde arbeitet nach eigenen Angaben aber zusammen mit Berlin an einer Lösung. Man sei mit der EU-Kommission im Gespräch und werde mit dem für die Gasumlage federführend zuständigen Bundeswirtschaftsministerium „alle Möglichkeiten ausloten“, erklärte das Finanzministerium.

Darüber hinaus soll es nach Angaben der Bundesregierung weitere Steuerentlastungen geben. Zudem sollen Sozialleistungen wie das Wohngeld ausgeweitet werden.

Auch interessant

Kommentare