Eine Branche atmet auf

Gastronomie im Corona-Lockdown: Was bringt die Senkung der Mehrwertsteuer?

Aufatmen in der Gastronomie: Die Senkung der Mehrwertsteuer wird noch einmal verlängert. Doch was bringt die Corona-Hilfe? Eine Restaurantbetreiberin rechnet vor.

Hamm - Die Gastronomie-Branche zählt zu den größten Verlierern der Corona-Krise. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres sind Restaurants, Cafés und Bars in Deutschland dicht, und kurz vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen stehen die Chancen auf ein Ende des Lockdowns schlecht. Viele Gastronomen bangen um ihre Existenz. Der Beschluss der Großen Koalition, die Senkung der Mehrwertsteuer weiter zu verlängern, ließ die arg gebeutelte Branche aufatmen. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)
PräsidentFrank-Walter Steinmeier

Gastronomie im Corona-Lockdown: Senkung der Mehrwertsteuer - was bringt das?

Die Gastronomie ist besonders hart vom Lockdown betroffen. Lieferdienste und Take-Away-Angebote können nicht wettmachen, was den Restaurants an Umsätzen fehlt. Für viele in der Branche lohnt sich ein solches Angebot auch gar nicht, wenn sie es überhaupt einrichten können. Deshalb plädierten Branchenvertreter aus der Gastronomie und TV-Fernsehköche wie Tim Mälzer immer wieder für eine Gastro-Hilfe*, wie 24hamburg.de berichtet.

Die Senkung der Mehrwertsteuer als Teil des Corona-Hilfspakets der Bundesregierung war ursprünglich bis Ende Juni 2021 befristet. Für Speisen in Restaurants und Cafés gilt mit der Senkung ein verringerter Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Aber: Im Lockdown bringt das der Gastronomie nichts.

Laut des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga bangen derzeit drei von vier Betrieben wegen der fehlenden Öffnungsperspektiven um ihre Existenz. Trotz aktuell sinkender Corona-Zahlen deutete Kanzlerin Angela Merkel jüngst in einem Interview an, dass die Maßnahmen eher in die Verlängerung gehen.

Gastronomie im Corona-Lockdown: Senkung der Mehrwertsteuer ist eine „wichtige Motivation“

Da kam die Entscheidung aus Berlin gerade recht: Der verminderte Steuersatz soll bis Ende 2022 gelten. Das hat die Große Koalition am Mittwochabend entschieden. Auch weitere Corona-Hilfen etwa für Familien sind beschlossen worden.

„Die Entscheidung ist eine wichtige Motivation für die Unternehmer, ihre Betriebe fortzuführen, und auch für die Beschäftigten eine mutmachende Botschaft“, erklärte der Hotel- und Gaststättenverband. Es könne helfen, Hunderttausende Arbeitsplätze zu retten. Das Positive an der Corona-Hilfe: Es müssen keine Anträge gestellt werden, das Geld bleibt sofort bei den Gastronomen.

Gastronomie im Corona-Lockdown: Senkung der Mehrwertsteuer - Restaurant-Betreiberin rechnet vor

Eine Restaurant-Betreiberin aus Rostock hat der Ostsee Zeitung vorgerechnet, was für eine Hilfe die Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomen ist: Wenn ein mittelgroßes Restaurant im Monat 50.000 Euro Umsatz mit Speisen mache, müsse es aufgrund der neuen Regelung 7500  Euro weniger Steuer bezahlen: „Da haben sie auf jeden Fall schon die Miete und vielleicht auch noch einen Teil der Personalkosten“, so die Gastronomin.

Doch auch sie betont: Die Voraussetzung sei die Wiedereröffnung. Um von der Mehrwertsteuersenkung profitieren zu können, müsse man den Gastronomen die Chance geben, Einnahmen zu erzielen.

Nach dem Koalitionsausschuss lobte CSU-Chef Markus Söder die konstruktive Zusammenarbeit der Großen Koalition bei den Beschlüssen. Er sehe vor allem in der verlängerten Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie eine wichtige Unterstützung. „Mit der Mehrwertsteuersenkung kann der Gastronomie hoffentlich nach dem Ende der Beschränkungen ein besserer Neustart gelingen. Es wäre ein schlechtes Signal gewesen, wenn es parallel zur Eröffnung eine Steuererhöhung gegeben hätte“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. (mit dpa-Material) - *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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