Er will die Union einen

Vor dem CDU-Parteitag: Friedrich Merz fordert schnelles Lockdown-Ende für kleine Firmen

Friedrich Merz, Bewerber um den CDU-Vorsitz, macht wenige Tage vor dem entscheidenden CDU-Parteitag von sich Reden - indem er ein schnelles Lockdown-Ende fordert.

NRW - Er will als neuer CDU-Vorsitzender aus dem Online-Parteitag der Christlich Demokratischen Union Deutschlands hervorgehen. Friedrich Merz. Mit im Rennen sind am 15. und 16. Januar auch der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Norbert Röttgen.

NameFriedrich Merz
Geboren11. November 1955 in Brilon
ParteiCDU (Christlich Demokratische Union Deutschlands)

Kürzlich hatte Norbert Röttgen in den Attacke-Modus gewechselt und gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn „geschossen“, der im Team Armin Laschet antritt und dessen Vize beim CDU-Vorsitz werden will. Friedrich Merz schlägt hingegen zu Beginn der Woche versöhnliche Töne an - mit Blick auf die Zeit nach dem digitalen Parteitag.

„Ganz egal, wer von den drei Kandidaten gewählt wird: Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, sich danach hinter den neuen Vorsitzenden zu stellen und als Partei wieder geschlossen Schlagkraft zu gewinnen“, sagte er der Bild-Zeitung. Gleichzeitig positionierte sich Friedrich Merz inhaltlich nochmals deutlich: zum Thema Corona.

Friedrich Merz (CDU) plädiert für schnelles Ende des Lockdowns - und positioniert sich kurz vor CDU-Parteitag

In dieser Sache hat Friedrich Merz sich nämlich für ein schnelles Ende des Lockdowns vor allem für kleine und mittlere Unternehmen ausgesprochen. „Für viele kleine Firmen ist der Punkt jetzt schon erreicht, wo es nicht weitergeht. Mir machen vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen Sorgen. Die müssen möglichst schnell raus aus dem Lockdown, möglichst schnell zurück zu normalem Wirtschaften mit Hygienekonzept“, sagte er.

Friedrich Merz geht es dabei offenbar um die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen selbst, aber auch um die Situation der Bevölkerung. Für viele Menschen sei die Isolation im Lockdown nur schwer zu verkraften, sagte der Bewerber um den CDU-Vorsitz. „Das ist für eine offene Gesellschaft nicht lange zu verkraften. Vielen Menschen fällt jetzt schon zu Hause die Decke auf den Kopf. Sie wollen raus. Es ist für alle psychologisch eine schwierige Situation. Vor allem die Bildungs- und Entwicklungsrückstände bei unseren Kindern werden immer schwerer aufzuholen.“

Friedrich Merz will CDU-Vorsitzender werden - und nach eigener Aussage die Union zusammenführen

Für den Online-Parteitag der CDU am 15. und 16. Januar, bei dem Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen um die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer antreten, wird mit einer Stichwahl und einem knappen Ausgang gerechnet.

Friedrich Merz kündigte im Gespräch mit der Bild an, die Union im Falle seiner Wahl zusammenführen und die Zersplitterung in mehrere Flügel überwinden zu wollen: „Diese Entwicklung hat damit zu tun, dass sich nicht mehr alle Strömungen in der Union richtig vertreten fühlen. Ich will nach meiner Wahl dafür sorgen, dass wichtige Themen wieder durch profilierte Köpfe glaubhaft vertreten werden.“

Er selbst stehe „für Aufbruch in ein neues Jahrzehnt und Erneuerung der CDU“, sagte Friedrich Merz. „Natürlich werden Wahlen in der Mitte gewonnen. Genau deshalb müssen in der Mitte die Diskussionen geführt werden. Zur politischen Mitte zähle ich übrigens neben der Union auch SPD, FDP und die Grünen. Mit ihnen müssen wir Diskussionen führen und aushalten. Das ist nicht polarisierend, sondern politische Normalität in einer Demokratie.“

Friedrich Merz gegen Armin Laschet und Norbert Röttgen - Wer sichert sich den CDU-Vorsitz?

Der Parteitag der CDU findet am Freitag, 15. Januar, und Samstag, 16. Januar, komplett digital statt. Am Freitag werden ab 18 Uhr zuerst die scheidende Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen. Es folgen unter anderem ein Grußwort vom CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Am Samstag werden ab 9.30 Uhr die drei Kandidaten Armin LaschetFriedrich Merz und Norbert Röttgen sprechen. Es folgt die Wahl zum Vorsitzenden. Der Bundesvorstand wird anschließend per Briefwahl gewählt. Der Parteitag wird auf www.cdu-parteitag.de live übertragen.

Rubriklistenbild: © Cedric Nougrigat

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