Hochsauerlandkreis

Friedrich Merz (CDU) will zurück in den Bundestag – Entscheidung im Sauerland-Duell gefallen

Zweimal unterlag Friedrich Merz knapp im Kampf um den CDU-Vorsitz. Jetzt will der Ex-Fraktionschef über den Hochsauerlandkreis nach fast zwölf Jahren zurück in den Bundestag.

Update vom 17. April, 11.50 Uhr: Friedrich Merz ist gewählt. Das Auszählen hat gedauert, nun aber ist die Entscheidung gefallen. Merz erhielt 327 von 454 Stimmen.

Friedrich Merz beantwortet nach der Wahl die Fragen der Journalisten.

Damit tritt er bei der Bundestagswahl im September im Hochsauerlandkreis als Bewerber der CDU an. Bislang holte immer die CDU diesen Wahlkreis. Merz könnte also bald zurück auf der Berliner Bühne sein.

PolitikerFriedrich Merz
ParteiCDU
GeburtsortBrilon (Hochsauerlandkreis)
Geburtstag11. November 1955 (Alter 65 Jahre)

Update, 17. April, 11.12 Uhr: Mehr als 400 CDU-Mitglieder entscheiden darüber, ob Friedrich Merz doch noch ein Comeback im Bundestag feiern kann. Der Wahlgang ist beendet, jetzt wird ausgezählt...

Helfer haben die Stimmzettel eingesammelt. Jetzt müssen gut 460 Stimmen ausgezählt werden.

Update vom 17. April, 11:03 Uhr: Merz blickt auf den Bundesparteitag Mitte Januar zurück, bei dem er gegen Laschet verlor. Er übt sich in Selbstkritik: „Ich hätte für das Amt eines stellvertretenden Parteivorsitzenden kandidieren sollen. Dies nicht getan zu haben, und stattdessen auch noch das Amt des Bundeswirtschaftsministers zu beanspruchen, war falsch und instinktlos.“

Deutliche Worte gibt es auch zur CDU. Die Partei habe ihren Kompass verloren. „Wir verlieren beständig an die Grünen, vor allem im Westen, weiter an die AfD, vor allem im Osten. Ein beachtlicher Teil unser Wählerinnen und Wähler von früher resigniert und geht gar nicht mehr wählen.“ Von der Basis aus wolle er nochmal einen Anlauf für „einen neuen Aufbruch“ starten, daran etwas zu ändern.

Am Schluss wird Merz deutlich was seine Zukunft betrifft: „Ich lege diesen Abschnitt meines politischen Lebens heute in Ihre Hand. Sie entscheiden heute darüber, ob ich noch einmal ein politisches Amt übernehme oder nicht.“ Der Beifall ist deutlich stärker als für seinen Vorredner.

Update vom 17. April, 10.49 Uhr: Friedrich Merz bekommt gleich zu Beginn seiner Rede viel Beifall. „So kann es in Berlin und in der CDU nicht weitergehen“, sagt er. In der K-Frage fordert er Armin Laschet und Markus Söder auf, sich „endlich“ zu einigen.

Duell um die Bundestagskandidatur: Friedrich Merz stellt sich im Stadion Große Wiese in Arnsberg dem Duell mit Patrick Sensburg.

Update vom 17. April, 10.43 Uhr: Sensburg hält eine lokale Rede, nennt möglichst viele Namen von Akteuren von vor Ort. Er listet erfolgreiche Projekt von vor Ort auf. Die Botschaft ist klar: Er ist der Kandidat des Wahlkreises. Am Ende seiner Rede sagt er aber auch das: „Ich bin in Berlin gut vernetzt.“ Und: „Politik ist Teamwork. Egoismus und Selbstbezogenheit bringen uns nicht weiter.“ Mehr wolle er zur K-Frage nicht sagen. Mit Blick auf Merz sagt er: „Wir wählen heute keinen Minister und keinen Bundesvorsitzenden, sondern den Bundestagskandidaten.“ Dafür gibt es Applaus.

Friedrich Merz will zurück in den Bundestag: Konkurrent Sensburg erhält erstes Rederecht

Update vom 17. April, 10.19 Uhr: Das Los hat entschieden: Patrick Sensburg spricht als Erster und beginnt mit einem Lob für seinen Konkurrenten. „Ich hätte mir gewünscht, dass Du Bundesvorsitzender geworden wärst. Das wäre für die Partei besser gewesen.“ So aber gibt es nun diese Kampfkandidatur im Hochsauerlandkreis.

Update vom 17. April, 10.04 Uhr: Der Kreisvorsitzende der CDU Hochsauerlandkreis Matthias Kerkhoff gibt den Startschuss für „das Heimspiel der CDU Hochsauerlandkreis“ im Stadion Große Wiese. Hier spielt sonst der Landesligist SV Hüsten 09. Heute spielen hier Friedrich Merz und Patrick Sensburg gegeneinander. Erstmal geht es um die Regularien. „Es sind 460 stimmberechtige Mitglieder aus dem Wahlkreis anwesend. Es besteht also ein großes Interesse an der Wahl teilzunehmen.“ Die Reden der Bewerber folgen...

Friedrich Merz (CDU) will nach Niederlage gegen Armin Laschet in den Bundestag

Update vom 17. April, 9.51 Uhr: Das Medieninteresse ist enorm. Kollegen von überregionalen TV-Sendern und Zeitungen sind ins Sauerland gekommen. Rund 480 CDU-Delegierte sind eingeladen. Vor dem Eintritt ins Stadion muss jeder einen negativen Corona-Schnelltest vorzeigen. Alle sitzen mit Abstand und Masken auf der Tribüne. Eine große Leinwand sorgt dafür, dass jeder eine gute Sicht hat. Die Veranstaltung beginnt etwas später, weil noch viele CDU-Mitglieder an den Anmelde-Stationen stehen. Alle sitzen mit Abstand, Masken und dicker Jacke auf der Tribüne. Es ist kalt im Sauerland. 6 Grad.

Patrick Sensburg (links) und Friedrich Merz (rechts) auf der Tribüne des Stadions Große Wiese in Arnsberg.

Update vom 17. April, 9.50 Uhr: Gleich geht es los: Die Tribüne im Stadion Große Wiese in Arnsberg füllt sich immer mehr. Das Interesse ist groß: Ex-CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz will nach zwölf Jahren zurück in den Bundestag, am liebsten direkt gewählt - so wie früher. Dafür geht er in ein Sauerland-Duell mit seinem Nachfolger Patrick Sensburg. Sensburg gibt sich im Interview mit Journalisten zuversichtlich. Er habe sich um einen Plan B für den Fall, dass er nicht gewählt wird, keine Gedanken gemacht. Im Streit um die K-Frage von CDU und CSU will er seinen Favoriten nicht nennen. Er kündigt aber an, dass noch an diesem Wochenende eine Entscheidung fallen und verkündet wird. Merz hatte sich für Armin Laschet ausgesprochen.

[Erstmeldung] Arnsberg – Wo normalerweise der SV Hüsten 09 um den Sieg kämpft, steht am Samstag (17. April) ab 9.45 Uhr ein Polit-Duell an. Der prominente Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz will nach zwölf Jahren wieder in den Bundestag und dafür von seiner CDU im Hochsauerlandkreis als Direktkandidat aufgestellt werden. Aber auch der aktuelle Abgeordnete aus dem Wahlkreis, Patrick Sensburg, hofft auf seine Nominierung im Arnsberger Sportstadion „Große Wiese“. Die 480 Delegierten können nur einen ins Rennen für die Bundestagswahl Ende September schicken. Auch in Berlin schauen nun viele gespannt aufs Sauerland.

Angesichts der prominenten Personalie werden auch überregionale Medienvertreter erwartet. Für sie und die Delegierten gilt: Corona-konform Abstand halten – und hinein kommt man nur mit einem negativen Testergebnis. Zweimal schon wollte Friedrich Merz der neue CDU-Vorsitzende werden und unterlag nur knapp: Ende 2018 verlor der Wirtschaftsexperte gegen Annegret Kramp-Karrenbauer, im Januar 2021 gegen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Friedrich Merz war 2000 bis 2002 Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hatte aber nach vielen Jahren im Parlament 2009 nicht mehr für den Bundestag kandidiert. Das angestrebte Abgeordnetenmandat dürfte für Merz noch nicht das Ende seiner politischen Ziele sein.

In welche Richtung die Ambitionen des Vizepräsidenten des CDU-Wirtschaftsrats womöglich gehen, hat er vor wenigen Monaten erkennen lassen. Nachdem Merz beim Parteitag den Sprung auf den CDU-Chefsessel verfehlte, bot er sich selbst als Bundeswirtschaftsminister im aktuellen Kabinett von Angela Merkel an – was damals auf Unverständnis und auch Spott stieß.

Friedrich Merz (CDU) will in den Bundestag – Kampf im Sauerland gegen Patrick Sensburg

Aber: Friedrich Merz bedient die konservative Klientel der CDU, viele wünschen sich bei der Zukunftsplanung der Partei eine herausgehobene Rolle für den 65-Jährigen. Und Armin Laschet hatte nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden klargemacht, dass er Merz einbinden will: „Ich schätze ihn, ich schätze seinen Rat, und er wird seinen Platz finden.“

Merz hatte bereits angekündigt, seine beruflichen Tätigkeiten als Anwalt und in der Wirtschaft aufzugeben, falls er in den Bundestag einzieht. In den Frankfurter Allgemeinen Zeitung sprach er jüngst von „großer Unzufriedenheit im Hochsauerlandkreis“ mit Patrick Sensburg.

Friedrich Merz (CDU) strebt eine Rückkehr in den Bundestag an.

Sensburg überlässt Merz nicht kampflos das Feld. Beide werben intensiv in der Heimatregion. „Das läuft in geordneten Bahnen“, versichert der 49-Jährige, der seit 2009 als Abgeordneter aus dem Hochsauerlandkreis im Bundestag sitzt und definitiv kein politisches Leichtgewicht ist. Bekanntheit erlangte der Jurist als Vorsitzender des NSA-Untersuchungsausschusses. Der Abgeordnete ist gut vernetzt in Berlin. Er arbeite eng im Team mit der Unionsfraktion zusammen und habe zugleich „ein gewisse Nähe“ zu den Delegierten daheim, schildert Sensburg. Er ist Verwaltungsexperte, Oberleutnant der Reserve, zudem Präsident des Bundeswehr-Reservistenverbands, Professor an der Polizeihochschule NRW, hat Gastprofessuren in Wien und Bukarest inne.

Friedrich Merz (CDU) will in den Bundestag – Patrick Sensburg sieht keinen Favoriten

„Jeder bringt so seine Pluspunkte ein“, meint Sensburg. Er sieht keinen klaren Favoriten, will vor allem mit seinen Erfahrungen im Bereich Sicherheit und Verteidigung punkten. Merz gibt sich siegessicher. „Das Feedback, das ich aus der Kreispartei bekomme, ist durchweg sehr positiv“, sagte Friedrich Merz im Interview mit unserer Zeitung.

Eine solche Kampfkandidatur – amtierender Abgeordneter gegen prominenten Herausforderer – gab es in der Hochsauerland-CDU bisher nicht. Das Bundestagsmandat in dem Kreis sei bisher immer an die CDU gegangen, erinnert sich der Vorsitzende Matthias Kerkhoff. Eine Nominierung am Samstag gilt also schon als sicheres Ticket nach Berlin.

Patrick Sensburg (CDU) bei einer Pressekonferenz des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Aufklärung möglicher rechtsextremistischer Netzwerke mit Bezügen zur Bundeswehr.

Auf eine angespannte Stimmung deutet hin, dass Kerkhoff die Zeitungen wie den in unserer Verlagsgruppe erscheinenden Sauerlandkurier und die Westfalenpost im März höchst unglücklich aufgefordert hatte, keine Leserbriefe mehr zum Politduell zu drucken.

Nach Kritik entschuldigte er sich. „Ich habe meine Sorge äußern wollen, dass eine parteiinterne Debatte durch den vermehrten Abdruck von Leserbriefen noch weiter befeuert werden könnte.“ Es wird spannend. Anpfiff im CDU-Duell zwischen Friedrich Merz und Patrick Sensburg am Samstag ist um 9.45 Uhr.

Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek

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