Friedrich: Mauerbau war Offenbarungseid

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Für Bundesinnenminister Friedrich war der Bau der Mauer ein Offenbarungseid und eine Gewaltanwendung gegen Menschen.

Berlin - Heute vor 50 Jahren begann mit dem Mauerbau in Berlin das dunkelste Kapitel der deutschen Nachkriegszeit. Bundesinnenminister Friedrich (CSU) spricht rückblickend von einem Offenbarungseid.

Der Bau der Berliner Mauer im Sommer 1961 war nach den Worten von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ein Offenbarungseid und eine Gewaltanwendung gegen Menschen. Auf einer Gedenkveranstaltung zum Mauerbau sagte Friedrich am Mittwoch in Berlin: “Ohne Mauer konnte die DDR nicht leben, mit der Mauer auch nicht mehr.“

Jedes Opfer des Grenzregimes sei ein Zeuge dafür, dass die DDR gegen elementare Menschenrechte verstoßen habe. Daher sei die Debatte, ob die DDR ein Unrechtsstaat gewesen sei, geradezu abwegig. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte: “Die Mauer ist eine traurige Geschichte.“ Sie habe aber ein gutes Ende gefunden.

Am 15. Juni 1961 hatte der damalige Staats- und Parteichef der DDR, Walter Ulbricht, bei einer Pressekonferenz im Großen Festsaal des Hauses der Ministerien in Ost-Berlin - dem heutigen Sitz des Finanzministeriums - die Weltöffentlichkeit getäuscht und behauptet: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Keine zwei Monate später - am 13. August 1961 - wurde die Berliner Mauer errichtet.

Die deutsche Teilung dauerte mehr als 28 Jahre und ging erst mit dem Mauerfall vom 9. November 1989 zu Ende. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Berliner Mauer durch das DDR-Grenzregime mindestens 136 Menschen. Der Grenzwall um das damalige West-Berlin war rund 155 Kilometer lang.

Schäuble hatte 1990 nach dem Mauerfall den Einheitsvertrag mit ausgehandelt. Die Mauer sei das sprechende Zeichen für die Grausamkeiten und die Hilflosigkeit eines diktatorischen Regimes, sagte der CDU-Politiker. Ihr Bau habe aber auch die Ohnmacht des Westens deutlich gemacht.

dpa

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