Unterstützung Bedürftiger

Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger - Verteilung gegen Vorlage dieser Dokumente

Die Bundesregierung will Menschen in der Grundsicherung - etwa Hartz-IV-Empfänger - mit kostenlosen FFP2-Masken unterstützen. Die Verteilung erfolgt nach einem System.

Berlin/NRW - Im Kampf gegen das Coronavirus sollen etwa fünf Millionen bedürftige Menschen jeweils zehn kostenlose FFP2-Masken bekommen. Hintergrund dieses Programms ist, dass das Tragen medizinischer Masken (OP- oder FFP2-Maske) seit dem 25. Januar etwa in Bus und Bahn sowie beim Einkaufen Pflicht ist - wie die anderen Regeln gilt das auch in NRW. Medizinische Masken sind teurer als Alltagsmasken und nicht uneingeschränkt wiederverwendbar. Deshalb soll Menschen, die keine finanziellen Reserven haben, etwa Empfängern von Hartz-IV, unter die Arme gegriffen werden. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger - gegen Vorlage von Brief und Ausweis

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) haben am Donnerstag angekündigt, dass Bezieher von Grundsicherung - dazu gehört zum Beispiel Hartz IV - einen Brief von ihrer Krankenkasse bekommen werden. Mit dem Schreiben und ihrem Personalausweis sollen sie die FFP2-Masken dann in Apotheken abholen können. Für die Abholung soll ein Zeitraum festgelegt sein. Bislang gab es nur für Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen staatliche Unterstützung bei der Maskenbeschaffung.

Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger - „Keine soziale Spaltung“ in der Gesellschaft

Spahn nahm im Zusammenhang mit den kostenlosen FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger am Donnerstag auch Stellung zur Corona-Lage. Er nannte die Entwicklung der Infektionszahlen „ermutigend“. „Wir sehen den Trend klar nach unten.“ Gleichwohl gebe es nun auch aufgrund der Virusmutationen die Pflicht, medizinische Schutzmasken zu tragen. Es gehe nun darum, möglichst viele Bürger dabei zu unterstützen, sich insbesondere auch FFP2-Maßnahmen leisten zu können.

Heil sagte, Menschen in der Grundsicherung hätten in der Regel keine Reserven. „Schutzmittel dürfen keine Frage des Geldes sein“, betonte der Arbeits- und Sozialminister. Es gehe darum, in der Corona-Krise „keine soziale Spaltung“ zu hinterlassen.

Kostenlose FFP2-Masken für Hartz-IV-Empfänger - Forderung nach Unterstützung für alle armen Menschen

Sozialverbände hatten vor dem Hintergrund der neuen Pflicht zum Tragen von OP- oder FFP2-Masken mehrfach gefordert, dass der Staat Bedürftige dann auch entsprechend unterstützen müsse.

Die Caritas pochte etwa darauf, FFP2-Masken kostenfrei an alle armen Menschen in Deutschland auszugeben. Zwar sei die Abgabe an Menschen in der Grundsicherung ein wichtiger Schritt, sagte der Präsident des katholischen Wohlfahrtsverbands, Peter Neher. „Aber wir dürfen Menschen mit geringem Einkommen knapp oberhalb der Hartz-IV-Grenze nicht vergessen“, mahnte er. Auch Geflüchtete und Menschen ohne Papiere müssten kostenfreie Masken erhalten können. Geschätzt gehe es bei dieser Gruppe um mindestens 180.000 Menschen.

Zuletzt hatte auch der Sozialverband VdK gefordert, bei der Ausgabe von Masken neben den Empfängern von Grundsicherung wie Hartz-IV auch Menschen mit geringem Einkommen, Erwerbsminderungsrentner und kinderreiche Familien nicht zu vergessen.

Kostenlose FFP2-Masken zum Schutz von Risikogruppen

Ein ähnliches Masken-Programm wie jenes für Menschen in der Grundsicherung hatte der Bund schon zum Schutz von Risikogruppen aufgelegt. Rund 34 Millionen Bürger ab 60 Jahren und Menschen mit chronischen Erkrankungen bekommen Gutscheine für zwölf FFP2-Masken, die in der Apotheke eingelöst werden können. Dabei wird ein Eigenanteil von zwei Euro für je sechs Masken fällig. Drei kostenlose FFP2-Masken waren den Betroffenen schon vor dem Jahreswechsel zur Verfügung gestellt worden.

Nicht nur das Thema Masken beschäftigt die Menschen immer wieder. Besonders genervt waren viele, die sich in dieser Woche zum Start der Impftermin-Vergabe einen Termin für die Corona-Impfung sichern wollten. Denn die Systeme waren überlastet - starke Nerven waren gefragt.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare