Krankenkassen klären auf

Gutscheine für FFP2-Masken: Ich habe Berechtigungsscheine bekommen - warum?

In diesen Tagen werden die Gutscheine für FFP2-Masken verschickt. Mancher Empfänger wundert sich über Post. Die Krankenkassen klären auf.

Hamm - Es ist die zweite Welle der Masken-Verteilaktion von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Um sich ausreichend gegen das Coronavirus schützen zu können, erhalten Senioren und Risikopatienten aktuell per Post Gutscheine für FFP2-Masken. Aber auch junge Leute oder etwa Kinder erhalten die Coupons. Die können sich das nicht erklären. Alles korrekt, sagen die Krankenkassen. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)
HauptstadtBerlin
PräsidentFrank-Walter Steinmeier

Gutscheine für FFP2-Masken: Mancher Empfänger wunder sich - wurden sie falsch verschickt?

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Nun gut, geschenkt bekommen Berechtigte die FFP2-Masken mit den Gutscheinen, die aktuell verschickt werden, nicht. Aber dennoch: Wer in diesen Tagen Post von der Bundesregierung im Briefkasten hat, kann sich freuen. Für gerade einmal vier Euro erhält er in der Apotheke insgesamt 12 FFP2-Masken.

Eigentlich ein Grund zur Freude. Trotzdem waren in den vergangenen Tagen viele Menschen verwundert über die Gutscheine, sollten diese doch eigentlich nur an Senioren ab 60 Jahren und Risikopatienten gehen.  Doch manchmal bekommen auch junge Leute oder Eltern für ihre Kinder die Coupons - oder Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Gutscheine für FFP2-Masken: Markus Söder erhält Coupons - und will sie zurückgeben

Auch der zeigte sich reichlich verwundert über den Erhalt der Gutscheine. „Da war ich schon etwas überrascht“, sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Warum er sie erhalten habe, könne er nicht sagen. Der 54-Jährige betonte aber, dass er die Gutscheine nicht einlösen, sondern zurückgeben werde.

Auch bei Twitter gab es etliche Postings zu dem Thema. „Ich bin weder Risikopatient noch besonders alt. Was ist hier los? Warum bekomme ich einen Berechtigungsschein für FFP2-Masken?“, schreibt ein junger Mann zu dem Foto seiner Gutscheine.

Gutscheine für FFP2-Masken: Mancher Empfänger wunder sich - Krankenkassen klären auf

Wurden die Gutscheine also falsch versendet? Nein, sagen die Krankenkassen. Eine Sprecherin der AOK Bayern in München erläutert den Hintergrund: Es könne vorkommen, dass den Versicherten vielleicht gar nicht bewusst ist, dass ein Arzt früher einmal eine Diagnose gestellt hat, die den Kriterien des Bundesgesundheitsministeriums entspricht. Dies könnte dann auch Kinder betreffen. „Uns sind keine Unregelmäßigkeiten bekannt“, sagt AOK-Sprecherin Vedrana Romanovic zu dem Versand der Gutscheine für FFP2-Masken.

Auch ein Sprecher des Verbandes der Privaten Krankenversicherung sagt auf dpa-Anfrage, dass es keine Fehlsendungen im großen Stil gegeben habe. „Über mögliche Irrläufer oder Adressaten, bei denen der Anspruch nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar ist, sind uns nur die Presseberichte über Einzelfälle und entsprechende Social-Media-Beiträge bekannt.“

Gutscheine für FFP2-Masken: Mancher Empfänger wunder sich - so werden die Empfänger bestimmt

Die bayerische AOK erläutert, dass für die Bestimmung der Empfänger die Abrechnungsdaten der behandelnden Ärzte, die den Krankenkassen vorliegen, herangezogen würden. Eine Diagnose, die häufig bei Kindern gestellt wird und zum Gutscheinversand führt, sei zum Beispiel „Asthma bronchiale“.

Zu den Krankheiten, die zum Bezug der FFP2-Masken berechtigen, zählen Lungen-, Herz- oder Nierenleiden. Demenz-, Schlaganfall- und Krebspatienten stehen ebenso auf der Liste wie Diabetiker (Diabetes mellitus Typ 2) und Frauen mit einer Risikoschwangerschaft.

Insgesamt ging das Ministerium zunächst von etwa 27 Millionen Berechtigten aus, später war sogar von 34 Millionen die Rede. Im Dezember wurden die FFP2-Masken sogar in einem ersten Schritt kostenlos an Senioren und Risikopatienten herausgegeben. Die Apotheken haben dabei ordentlich Kasse gemacht. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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