Tschechien stellt Ermittlungen zu Massaker an Deutschen ein

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Tschechische Flagge: Die tschechische Polizei hat die Untersuchung des Massakers an Angehörigen der deutschen Minderheit endgültig eingestellt.

Prag - Tschechien stellt die Ermittlungen ein: Die Morde an mehr als 200 Angehörigen der deutschen Minderheit in der Tschechsolowakei nach Kriegsende bleiben unaufgeklärt.

Die tschechische Polizei hat die Untersuchung des Massakers in einem Gefangenenlager in der Stadt Ostrava endgültig eingestellt, wie die Tageszeitung “Pravo“ am Donnerstag berichtete. Alle Verdächtigen seien inzwischen gestorben, sagte der Chef der regionalen Kriminalpolizei, Lubos Valerian, zur Begründung.

Archivdokumenten zufolge, die 1997 veröffentlicht wurden, wurden mehr als 200 deutschstämmige Staatsbürger der damaligen Tschechoslowakei in dem Gefangenenlager im Nordosten des Landes gefoltert und ermordet. Das Massaker soll im Mai 1945 stattgefunden haben. Teilweise seien die Opfer dazu gezwungen worden, ihre Leidensgenossen selbst umzubringen.

So begann der Zweite Weltkrieg

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Nach Angaben Valerians hatte die Polizei das Massaker zunächst 1945 und danach wieder 1947 untersucht. Damals wurden fünf mutmaßliche Täter, darunter ein deutscher Staatsbürger, festgenommen. Nach dem kommunistischen Putsch in der Tschechoslowakei 1948 wurde das Verfahren jedoch eingestellt und die Verdächtigen freigelassen.

In der früheren Tschechoslowakei lebte eine große deutsche Minderheit. Unmittelbar nach Kriegsende wurden viele dieser Bürger von Tschechen gelyncht und ermordet - aus Rache für die vom Naziregime verübten Gräueltaten, wie es hieß. Später wurden mehr als drei Millionen Deutsche aus der Tschechoslowakei vertrieben.

dpa

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