Wahlkampfauftritt in den USA

Plötzlich spricht Donald Trump über Kanzlerin Merkel: „Du musst bezahlen!“

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Donald Trump und Angela Merkel sind zuletzt vor wenigen Wochen beim G20-Gipfel in Osaka aufeinander getroffen. 

Donald Trump geht im Wahlkampf die Regierung Merkel an. Der Grund: Die Bundesrepublik investiert seiner Ansicht nach nicht genug in die Verteidigung. 

Washington/Berlin - US-Präsident Donald Trump ist derzeit unterwegs auf Wahlkampftour. Bei einem Termin in North Carolina hat er nun an die Verantwortung Deutschlands in der Nato appelliert und griff dabei Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Trump ist ein Dorn im Auge, dass Deutschland ein Nato-Abkommen nicht einhalten wird. Denn die Mitgliedsstaaten hatten sich dazu verpflichtet, bis 2024 zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Verteidigung zu investieren. Im Bundeshaushalt sind 2020 allerdings nur 1,37 Prozent vorgesehen - Tendenz fallend. Im Finanzplan für das Jahr 2023 sind nur noch 1,25 Prozent veranschlagt. 

Das Ziel, 2024 zwei Prozent des BIP für die Verteidigung auszugeben, hat Deutschland ohnehin nie verfolgt. Für das besagte Jahr waren 1,5 Prozent vorgesehen. All das ist für Trump zu wenig. „Ich sage Angela, Angela, du musst bezahlen. Obama würde eine Rede halten und dann wieder abreisen. Ich würde eine Rede halten und dann sagen: Lasst mich mit Angela sprechen“, erklärte der US-Präsident. Er fuhr fort: „Angela, du musst deine Rechnungen zahlen. Du bist weit hinten dran.“ Unterdessen erklärte des Oberste Gericht der USA übrigens, dass Trump neues Geld für seine umstrittenen Mauer nach Mexiko bekommt.

Dabei ging er auf eine Umfrage ein, die besagte, dass die Deutschen seinen Vorgänger Barack Obama mehr mochten als ihn. Der US-Präsident hat derweil eine neue Idee: Laut eines Zeitungsberichts möchte Donald Trump die größte Insel der Welt kaufen.

Angela Merkel gegen Donald Trump: „Distanziere mich davon entschieden“

Merkel äußerte sich am Freitag indes über die von Donald Trump beschimpften demokratischen Abgeordneten des US-Kongresses. Er hatte die Politikerinnen mit Migrationshintergrund dazu aufgefordert, die USA zu verlassen und in ihre vermeintliche Heimat zurückzukehren. Er nannte die Frauen zwar nicht namentlich, doch für Beobachter ist eindeutig, wen er gemeint hat. Die von ihm angesprochenen Abgeordneten sind allerdings größtenteils in den USA geboren, sind also US-Bürgerinnen. Merkel sagte zu dem Fall in der Bundespressekonferenz am Freitag: „Ich distanziere mich davon entschieden und fühle mich solidarisch mit den drei attackierten Frauen.“

Muss Merkel „endlich ihre Rechnungen zahlen“? Sagen Sie Ihre Meinung

Der fragende Journalist hatte bei der Pressekonferenz Merkel darum gebeten, ihre persönliche Meinung zu dem Thema wiederzugeben. Auf die Frage, ob sie sich solidarisch mit den angegriffenen Frauen fühle, meinte Merkel zunächst nur „Ja“. Es herrschten einige Momente der Stille, ehe Merkel offenbar bemerkte, dass diese Äußerung zu wenig sei und ihre Antwort weiter ausführte.

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Donald Trump bekommt nicht nur von Angela Merkel Kritik

Merkel reiht sich damit in die Riege anderer Staats- und Regierungschefs ein, die sich in der Angelegenheit bereits zuvor gegen Trump gestellt haben. Unter ihnen waren unter anderem die britische Premierministerin Theresa May sowie der kanadische Premierminister Justin Trudeau. 

Bei der Pressekonferenz spielten auch die Zitteranfälle von Merkel eine Rolle. Diese waren in den vergangenen Wochen mehrfach aufgetreten, unter anderem bei der Ernennung Annegret Kramp-Karrenbauers zur neuen Verteidigungsministerin. Auch Sahra Wagenknecht (Die Linke) hat sich nun in einem Interview über den Gesundheitszustand der Kanzlerin geäußert. Nun tauchte die Kanzlerin ohne Ehemann Joachim Sauer bei den Wagner-Festspielen auf und zeigte sich erfrischend gut gelaunt. Jetzt wird spekuliert, mit wem sie sich die Montags-Aufführung anschaut. 

Angela Merkel sorgte jüngst auch in einer anderen Angelegenheit für festliche Stimmung: Die Kanzlerin gratulierte einem irisch-deutschen Hochzeitspaar zur Vermählung. Zurück aus dem Urlaub warteten wieder migrationspolitische Probleme auf die Regierungschefin.

Donald Trump tappte kürzlich in eine vermeintliche „Russen-Falle“ und trat vor einem gefälschten Präsidentensiegel auf. 

dg

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