Niebel verzichtet auf EM-Besuch in der Ukraine

+
Entwicklungsminister Dirk Niebel

Berlin - Entwicklungsminister Dirk Niebel hat als erstes deutsches Regierungsmitglied seinen Besuch von Spielen der Fußball-EM in der Ukraine abgesagt.

 „Ich halte es für wichtig, das politische Signal zu setzen, dass man sich so der Europäischen Union nicht annähert“, sagte der FDP-Politiker der Tageszeitung Die Welt (Dienstagausgabe): „Daher verzichte ich auf meinen geplanten Besuch eines Spiels der deutschen Nationalmannschaft in der Ukraine."

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

Lange Haftstrafe: Julia Timoschenko im Porträt

Aufgrund des Umgangs der Ukraine mit der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julija Timoschenko und anderer politischer Gefangener wird in Deutschland seit Wochen über einen politischen Boykott der EURO 2012 in der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) debattiert.

Anwalt nennt Timoschenko-Behandlung unsicher

Eine Behandlung der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin  durch einen deutschen Arzt ist unsicher. Wegen ihres Hungerstreiks sei Timoschenko geschwächt, sagte ihr Verteidiger Alexander Plachotnjuk am Montag in Kiew. “Ich denke, dass vor einer Behandlung ihr Organismus wieder hergestellt werden muss.“

Die Oppositionsführerin befindet sich nach eigenen Angaben seit dem 20. April im Hungerstreik. Sie klagt seit Monaten über Rückenschmerzen. Eigentlich sollte die Therapie an diesem Dienstag in einem Krankenhaus in Charkow beginnen. Darauf hatten sich Spezialisten der Berliner Charité-Klinik in der vergangenen Woche in einem Gespräch mit der 51-Jährigen verständigt.

Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite kündigte unterdessen ein baldiges Treffen mit Timoschenko im Gefängnis in Charkow an. Ihr ukrainischer Amtskollege Viktor Janukowitsch habe dies in einem Telefongespräch zugesagt, sagte Grybauskaite nach Angaben der Agentur BNS in Vilnius. Sie kündigte zudem an, zu einem Gipfeltreffen der mitteleuropäischen Staatschefs am 11. und 12. Mai in die Ukraine zu reisen.

Mehrere Staatschefs und Präsidenten, darunter Bundespräsident Joachim Gauck, hatten ihre Teilnahme abgesagt. Einige begründeten dies mit dem Fall Timoschenko.

SID/dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare