Auto-Ticker

Lukrative Schicht wegen Diesel-Skandal gestrichen: Audi verärgert Mitarbeiter

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Audi.

Das EU-Parlament hat sich auf eine verpflichtende Begrenzung der CO2-Werte geeinigt. Das erste Verfahren gegen VW vor dem BGH wird bald stattfinden.

  • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer glaubt immer noch an die Zukunft des Diesels.
  • Es werden wieder mehr Diesel-Fahrzeuge verkauft.
  • Zur Vermeidung von Fahrverboten für Dieselautos ist nach Angaben der Unionsfraktion im Bundestag keine Lockerung der bislang geplanten Grenzwerte vorgesehen.
  • Die deutschen Autohersteller sind bei den Software-Updates für Dieselfahrzeuge massiv im Rückstand.

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16.56 Uhr: Der Nachfolger von Ex-Audi-Chef Stadler, Bram Schot, arbeitet mit Hochdruck an seiner neuen Aufgabe. Jetzt soll Unternehmenskreisen zufolge die Nachtschicht im Audi-Werk in Ingolstadt gestrichen werden, das berichtet das „Handelsblatt“. Jede Nacht schuften mehrere Hundert Arbeiter von 22 bis 6 Uhr. Dafür kassieren sie einen deftigen Nachtzuschlag. Seit dem Dieselskandal ist die komplette Auto-Industrie in der Krise und muss einsparen. Deswegen stelle Audi von einem Dreischicht- auf ein Zweischichtsystem um. Das Absatzvolumen soll aber mittelfristig gleich bleiben, schreibt das „Handelsblatt“. Schot wolle ein Ausrufezeichen setzen. Offiziell will Audi die Pläne jedoch nicht kommentieren. Der Betriebsrat stellte sich früher bereits gegen diese Idee. Ex-Chef Stadler knickte zweimal ein. Entschieden ist deshalb noch nichts.

Update vom 19. Februar, 10.30 Uhr: Das erste Verfahren von Dieselhaltern gegen Volkswagen wegen des Dieselskandals ist auf dem Weg zum Bundesgerichtshof (BGH). Wie Volkswagen und der klagende Rechtsdienstleister Myright am Dienstag mitteilten, wies das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig die Klage auf Schadenersatz ab. Damit kann Myright nun die Revision vor dem BGH beantragen.

Volkswagen begrüßte das Urteil. "Danach haben Käufer von Dieselfahrzeugen mit Umschaltlogik keine Ansprüche gegen die Volkswagen AG", erklärte das Unternehmen. Das Oberlandesgericht habe das Urteil der Vorinstanz damit bestätigt.

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Verfahren gegen VW könnte noch größer werden

Der Myright-Gründer Jan-Eike Andresen, der die Ansprüche von 45.000 VW-Kunden vertritt, zeigte sich nach der Entscheidung kämpferisch. Seine Firma stünde jetzt im "Finale" gegen VW, das sei ein "überragender Erfolg für unser junges Unternehmen".

Laut Andresen könnte das Verfahren sogar noch größere Dimensionen bekommen. Myright wirft Volkswagen, nämlich Verstöße gegen europäische Zulassungs- und Umweltschutzvorschriften vor. Der BGH könne die Klage nicht abweisen, ohne vorher den europäischen Gerichtshof (EuGH) anzurufen. Dieser müsse dann entscheiden, ob VW bereits wegen der Verstöße gegen EU-Recht zu Schadenersatz verpflichtet sei. Solange nur der BGH über den Vorwurf des Betrugs und der vorsätzlich sittenwidrigen Schädigung entscheide, gehe es um Schadenersatzpflichten für 2,6 Millionen Autos mit Betrugssoftware in Deutschland. Entscheide der EuGH, könne VW Schadenersatz für alle in der EU verkauften "Schummeldiesel" drohen.

Das EU-Parlament hat sich auf eine verpflichtende Begrenzung der CO2-Werte geeinigt

09.20 Uhr: Das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten haben sich auf verbindliche CO2-Grenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge geeinigt. Bei nächtlichen Verhandlungen sei eine vorläufige Einigung erzielt worden, erklärte die rumänische Ratspräsidentschaft am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die EU-Kommission teilte mit, die Vereinbarung sehe eine Senkung der Emissionen neuer Lkw um 30 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 2019 vor.

Der Wert entspricht den Forderungen der Kommission sowie der gemeinsamen Position, die die Mitgliedstaaten kurz vor Weihnachten festgelegt hatten. Das EU-Parlament hatte strengere Vorgaben von mindestens 35 Prozent gefordert.

Hersteller bei Software-Updates für Diesel-Fahrzeuge im Rückstand

Update 18. Februar, 13.53 Uhr: Weil die deutschen Autohersteller bei den Software-Updates für Diesel-Fahrzeuge massiv im Rückstand sind, kritisierte die Linken-Politikerin Ingrid Remmers Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Sie sprach von einer „blamablen Situation“ für den Minister. „Nur mit Trippelschritten kommen die Autohersteller bei den Software-Updates voran“, sagte sie zudem. 

Die von Experten als wirksamer eingeschätzten Hardware-Nachrüstungen haben bislang noch nicht einmal begonnen. Auch hier gibt es wegen der Verzögerungen Kritik an den Herstellern sowie an Scheuer.

Auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter übt Kritik

"Die Bundesregierung ist den Menschen gute Luft schuldig. Jetzt wird es höchste Zeit, Politik für die Menschen zu machen, nicht für eine Hand voll Konzernbosse", verlangte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er bekräftigte die Forderungen seiner Partei nach "Hardware-Nachrüstungen auf Kosten der Autoindustrie" und zugleich einem "kräftigen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs". 

News vom 17. Februar: Hersteller bei Software-Updates für Diesel-Fahrzeuge massiv im Rückstand

15.13 Uhr: Die deutschen Autohersteller sind bei den Software-Updates für Diesel-Fahrzeuge massiv im Rückstand. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, über die am Samstag die "Rheinische Post" berichtete. Demnach stehen noch 2,3 Millionen der zugesagten Updates aus, mit denen die Stickoxid-Emissionen um 30 Prozent verringert werden sollen.

"Bisher wurden bei rund vier Millionen Fahrzeugen Software-Updates durchgeführt", zitierte das Blatt aus der vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Antwort. Die Hersteller hätten allerdings im August 2017 die Updates für ursprünglich 5,3 Millionen Diesel-Fahrzeuge bis Ende 2018 zugesagt. Zwischenzeitlich habe sich diese Zahl durch Nachmeldungen um etwa eine weitere Million Fahrzeuge erhöht. Die Fehlquote betrug damit zum Jahreswechsel noch mehr als 36 Prozent.

12.21 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich für eine Unterstützung der Autoindustrie beim Einstieg in die E-Mobilität ausgesprochen. „Wir können eine Batteriezellproduktion und die damit verbundenen Arbeitsplätze in Deutschland nur dann aufbauen und erhalten, wenn es wettbewerbsfähige Standortkosten gibt“, sagte der SPD-Politiker in einem Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntagausgabe).

„Deshalb müssen die für energieintensive Produktionsprozesse bereits heute möglichen Erleichterungen bei den Stromkosten und insbesondere auch Entlastungen bei Netzkosten für die Batteriezellenproduktion langfristig sichergestellt werden.“ Weil verneinte allerdings die Frage, ob Volkswagen Subventionen erhalten sollte.

Update vom Sonntag, 1.01 Uhr: Die deutsche Autoindustrie hat die bevorstehende Einstufung europäischer Autoimporte als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA kritisiert. Falls das US-Handelsministerium zu dieser Einschätzung käme, wäre dies nicht nachvollziehbar, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin mit.

So habe allein die deutsche Autobranche in den vergangenen Jahren mit rund 300 Fabriken mehr als 113 000 Arbeitsplätze in den USA geschaffen sowie die duale Ausbildung für qualifizierte Arbeitskräfte eingeführt und sei der größte Autoexporteur aus den USA. „Das alles stärkt die USA und ist kein Sicherheitsproblem“, so der VDA.

Der Verband sprach sich erneut für Freihandel und den Abbau von Zöllen aus. „Zollschranken nutzen niemandem, auch den USA nicht. Vielmehr stellen sie eine Belastung für den Welthandel und internationale Wertschöpfungsketten dar, von der vor allem auch die amerikanische Automobilindustrie betroffen wäre.“

Merkel macht USA trotz Diesel-Skandal Ansage: „Sind stolz auf unsere Autos“

Update vom Samstag, 20.11 Uhr: Kanzlerin Merkel schützt Deutschlands Autobauer auf der Sicherheitskonferenz in München. Zur Drohung der USA, Importautos als Gefahr für die Sicherheit einzustufen und mit Sonderzöllen zu belegen, sagte sie: "Ich sage ganz offen: Wenn es uns ernst ist mit der transatlantischen Partnerschaft, ist es zumindest nicht ganz einfach für mich als deutsche Bundeskanzlerin, jetzt zu lesen, dass offensichtlich (...) das amerikanische Handelsministerium sagt: Europäische Autos sind eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika."

Und weiter: "Schauen Sie, wir sind stolz auf unsere Autos, das dürfen wir ja auch. (...) In South Carolina ist das größte BMW-Werk, nicht in Bayern. Wenn diese Autos, die in South Carolina gebaut werden, plötzlich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten sind, dann erschreckt uns das."

Die News zu Diesel und VW vom Freitag

21.29 Uhr: Der Volkswagen-Konzern plant einem Bericht des "Spiegel" zufolge die Einführung einer internen CO2-Steuer. Konzernchef Herbert Diess wolle damit "alle Abteilungen des Konzerns erziehen und Anreize schaffen, CO2-Emissionen zu verringern", berichtete der "Spiegel" am Freitag aus seiner neuen Ausgabe. Er berief sich auf einen Brief des Konzernchefs an die Führungskräfte. Ziel sei, VW bis spätestens 2050 zum klimaneutralen Unternehmen zu machen. 

Die interne Steuer sollen laut Bericht diejenigen Unternehmensteile bezahlen, die den Ausstoß verursacht haben. Wer künftig zum Beispiel mit dem Flugzeug reise, müsse für die entstandene Verschmutzung aufkommen. Der hauseigene Flugservice werde seinen Nutzern künftig 100 Euro pro verursachter Tonne CO2 in Rechnung stellen. Mit dem Geld wolle VW Klimaschutzprojekte mitfinanzieren, zum Beispiel die Aufforstung von Regenwäldern. 

Die geplante CO2-Steuer ist Diess zufolge Teil des Plans, die Unternehmensstrategie stärker an Umweltbelangen auszurichten, wie der "Spiegel" weiter berichtete. Die Klimaziele von Paris seien die "Richtschnur für unser Handeln", schrieb Diess den Führungskräften demnach. Volkswagen dürfe solchen Vorgaben "nicht hinterherlaufen", sondern müsse "überzeugend umsteuern".

Volkswagen-Boss Herbert Diess.

Fahrverboten für Dieselautos: Keine Apassung nach oben bei Stickoxid-Grenzwert

13.19 Uhr: Zur Vermeidung von Fahrverboten für Dieselautos ist nach Angaben der Unionsfraktion im Bundestag keine Lockerung der bislang geplanten Grenzwerte vorgesehen. "Es bleibt bei dem Wert von 270 Milligramm Stickstoffoxid pro Kilometer", erklärte der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ulrich Lange, am Freitag. "Es wird keine Veränderung nach oben geben."

Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, dass die Bundesregierung zusammen mit einer Gruppe von Unions- und SPD-Abgeordneten plane, die Grenzwerte für Dieselfahrzeuge zu lockern. Der Wert solle durch eine entsprechende Regelung im Bundesimmissionsschutzgesetz auf gut 350 Milligramm angehoben werden, schrieb das Nachrichtenmagazin.

Dahinter stehe offensichtlich der Versuch der Autoindustrie, die Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge mit sogenannten SCR-Katalysatoren zu umgehen, berichtete der "Spiegel". Den großzügigeren Grenzwert hofften manche Hersteller allein mit kostengünstigen Softwareupdates erreichen zu können.

Gesetzesänderung: Bestimmte Dieselfahrzeuge von Fahrverboten ausnehmen

Die Bundesregierung will mit einer Gesetzesänderung festschreiben, dass Dieselfahrzeuge von Fahrverboten ausgenommen werden sollen, wenn sie im Alltag weniger als 270 Milligramm Stickstoffdioxid pro Kilometer ausstoßen - etwa, wenn sie mit zusätzlichen Katalysatoren nachgerüstet wurden. Der Bundestag muss dieser Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes noch zustimmen.

Nach dpa-Informationen gibt es neben fachlichen Überlegungen einen weiteren Grund, den Wert bei 270 Milligramm zu belassen: Andernfalls müsse die EU-Kommission erneut unterrichtet werden. Das Notifizierungsverfahren dauert drei Monate.

Regierung prüft Lockerung der Grenzwerte für Dieselfahrzeuge - steckt die Autoindustrie dahinter?

Update vom 15. Februar, 12.48 Uhr: Werden nun die Grenzwerte für ältere Dieselfahrzeuge gelockert? Wie Spiegel Online berichtet, plant die Bundesregierung mit Abgeordneten von Union und SPD „offensichtlich“ die Grenzwerte für ältere Dieselfahrzeuge zu lockern. Der Wert soll demnach von zunächst geplanten 270 Milligramm Stickoxidausstoß pro Kilometer auf 350 Milligramm angehoben werden. Das soll durch eine Regelung im Bundesimmissionsschutzgesetzes möglich sein. 

Auch der BR berichtet, dass Verkehrsexperten derzeit eine Anhebung des Grenzwerts diskutieren. Diese Initiative sei von der Union ausgegangen, zitiert der BR einen Abgeordneten, der namentlich nicht genannt werden möchte. Weiter heißt es, dass sich zuvor ein deutscher Autobauer mit dem Anliegen an das Kanzleramt gewendet haben soll. Ein Vorteil hätte eine mögliche Lockerung für die Autoindustrie: Bei vielen Autos würden Software-Updates genügen, um Fahrverbote zu umgehen. 

Spiegel Online berichtet, dass BMW hinter dem Vorhaben stecken und auf das Bundeskanzleramt zugegangen sein soll. Von BMW gab es dazu keine Stellungsnahme, heißt es weiter. 

EU hat gute Nachrichten für viele Dieselfahrer

15.34 Uhr: Die deutsche Industrie hat das grüne Licht aus Brüssel für das Gesetz zur Einschränkung von Fahrverboten begrüßt. Die geplante Novelle des Bundes-Immissionsschutzgesetzes sei eine "gute Nachricht für Unternehmen, denn teure Fahrverbote werden damit weniger wahrscheinlich", erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Achim Dercks, am Donnerstag. "Der Bundestag sollte das neue Gesetz deshalb schnell auf den Weg bringen.

Donnerstag, 14.2., 11.45 Uhr: Die Diesel-Krise macht den Autohäusern zu schaffen. Der Umsatz im KFZ-Gewerbe stieg zwar 2018 um 2,6 Prozent auf 179 Milliarden Euro, nur 1,0 bis 1,3 Prozent davon konnten die Betriebe jedoch als Gewinn verbuchen. Im Vorjahr waren es noch 1,5 Prozent gewesen. Das teilte der Zentralverband deutsches Kraftfahrzeuggewerbe am Donnerstag in Berlin mit. 

Video: Ist der Diesel wirklich schuld an dicker Luft in Städten?

Der Verband macht insbesondere die Fahrverbote in einigen Städten verantwortlich. Diese machten es den Autohäusern besonders schwer, ältere Diesel zu verkaufen. 190.000 produzierte Wagen der Abgasnorm Euro 5 wurden derzeit noch nicht verkauft, so der Verband, und das trotz Rabatten von teilweise mehr als 30 Prozent. Damit stünden in den Autohäusern momentan Ladenhüter im Wert von 2,9 Milliarden Euro herum. Probleme machte außer der Diesel-Problematik ein neuer Abgasprüfstandard. Nicht für alle Modelle hatten die Hersteller rechtzeitig die erforderliche Genehmigung und mussten deshalb zum Teil die Produktion drosseln.

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News von Mittwoch, 13.2.: EU mit guten Nachrichten für viele Dieselfahrer

23.44 Uhr: Die EU-Kommission verzichtet offenbar auf ein Veto gegen einen Gesetzesplan der Bundesregierung, der Dieselfahrverbote in vielen Städten verhindern soll. Das berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) unter Verweis auf Brüsseler Quellen. Bei geringfügigen Überschreitungen der europaweiten Stickoxid-Grenzwerte wären Dieselfahrverbote demnach in der Regel unverhältnismäßig - und damit nicht zulässig.

Die Regierung in Berlin hatte Mitte November eine Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes beschlossen, mit der die Einführung von Dieselfahrverboten erschwert werden soll. In dem Gesetz stellt die Regierung unter anderem fest, dass Fahrverbote in Städten mit einer Stickoxid-Belastung von weniger als 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft im Jahresmittel unverhältnismäßig wären. Der gesetzliche Grenzwert liegt eigentlich bei 40 Mikrogramm.

Deutschland die EU-Kommission Mitte November von dem Gesetzesplan unterrichtet. Die Drei-Monats-Frist zur Überprüfung durch die Kommission endet Mittwochnacht.

Erstmeldung vom 13. Februar: Diesel feiert unglaubliche Auferstehung - und stoppt den Trend 

München - Es ist eine überraschende Nachricht: Beim Neuwagenkauf ist der Abwärtstrend für den Diesel zumindest vorerst gestoppt. Im Januar wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Deutschland 91.623 Dieselautos neu zugelassen. Das waren 2,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Montag in Flensburg mitteilte. Der Diesel-Anteil an allen Neuzulassungen lag damit bei 34,5 Prozent.

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Also ein Diesel-Comeback nach dem Abgas-Skandal? Einige Experten sehen es so. „Der freie Fall nach unten ist vorerst gestoppt. Und wir gehen davon aus, dass der Dieselanteil in den kommenden drei, vier Monaten weiter wachsen wird“, sagt Michal Kuehnel, Autoanalyst der US-Ratingagentur Moody’s gegenüber der „Welt“. Ähnlich sieht es Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der internationalen Kraftfahrzeughersteller. Der steigende Marktanteil zeige, dass saubere Diesel, die die Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen, den Markt erobern würden, so Zirpel gegenüber „Bild“.

Diesel in der EU weiter unter Druck

Während sich die Zulassungszahlen für den Selbstzünder in Deutschland wieder nach oben bewegen, steht der Diesel in der EU nach wie vor stark unter Druck. Im vierten Quartal fiel dessen Marktanteil 34,1 Prozent, wie der europäische Herstellerverband Acea in Brüssel mitteilte. Im Vorjahr hatte er noch 41,2 Prozent betragen. Profitieren konnte davon vor allem der Benziner, dessen Anteil an den Neuzulassungen von 52,3 auf 57,2 Prozent wuchs.

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Auch alternative Auto-Antriebe wie Elektromotoren gewannen hinzu, ihr Anteil betrug 8,6 Prozent. Zu den alternativen Antrieben gehören vollelektrische Autos, Hybride, aber auch gasbetriebene Fahrzeuge. Im vierten Quartal konnten vor allem die vollelektrischen Autos sowie die gemischt mit Verbrenner und E-Motor angetriebenen Wagen ihre Zulassungszahlen deutlich steigern.

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Scheuer glaubt an die Diesel-Zukunft

Zumindest Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer glaubt fest daran, dass es mit dem Dieselantrieb noch nicht vorbei ist. Vor allem im ländlichen Raum müsse der Diesel Zukunft haben und werde der Diesel Zukunft haben, ist sich der CSU-Minister sicher. 

Nach einer repräsentativen Umfrage des Civey-Instituts für den Berliner „Tagesspiegel“ können sich zwei Drittel der Deutschen nicht vorstellen, für den Umweltschutz auf das Auto zu verzichten. 56 Prozent wollen auch nach 2030 neue Autos mit Verbrennungsmotor kaufen dürfen. Welchen Anteil der Diesel daran haben wird, liegt wohl daran, wie sehr die Verbraucher der neuen Abgasnorm Euro 6d-temp vertrauen. 

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afp/mb/dpa

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