Vor Ukraine-Gipfel in Paris

Deutschland kritisiert russische Luftschläge in Syrien

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Putin (l) und Hollande vor dem Ukraine-Gipfel. Bei den Gesprächen wird auch das Thema Syrien eine große Rolle spielen.

New York - Deutschland, die USA und weitere Verbündete haben ihre "tiefe Sorge" über die russischen Bombardements in Syrien ausgedrückt. Diese stellten eine weitere Eskalation dar.

In einer am Freitag verbreiteten Erklärung drückten die Verbündeten ihre „tiefe Sorge“ über Angriffe in Hama, Homs und Idlib aus: Diese hätten zu zivilen Opfern geführt und nicht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als Ziel gehabt. Und weiter: „Diese Militäraktionen stellen eine weitere Eskalation dar und werden nur noch mehr Extremismus und Radikalisierung schüren.“

Russland wird von den Verbündeten aufgefordert, die Luftschläge einzustellen.

Auch Frankreich, Großbritannien, Katar, Saudi-Arabien und die Türkei stehen nach Angaben des Auswärtigen Amtes hinter der Stellungnahme. „Wir rufen die Russische Föderation auf, ihre Attacken auf die syrische Opposition und Zivilisten sofort einzustellen und ihre Anstrengungen auf den Kampf gegen den IS zu konzentrieren.“ Die Außenminister der an der Erklärung beteiligten Länder hatten sich am Donnerstag am Rande der UN-Vollversammlung in New York getroffen.

Russland geht nach eigener Darstellung seit Mittwoch mit Kampfflugzeugen gegen Terroristen vor. Der Westen wirft Moskau jedoch vor, auch moderate Gegner von Machthaber Baschar al-Assad angegriffen zu haben.

Hollande empfängt Putin vor Ukraine-Gipfel

Die Kritik der Verbündeten erreichte den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor dem Gipfeltreffen zur Ukraine-Krise in Paris. Frankreichs Staatschef François Hollande empfing Putin vor dem Gipfel im Pariser Elysée-Palast. Nach seinem Gespräch mit Hollande trifft Putin auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). In allen Gesprächen dürfte der Syrien-Konflikt großen Raum einnehmen.

Am frühen Nachmittag beraten Merkel, Hollande und Putin dann mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko über den Konflikt in der Ostukraine. Bei dem Treffen im sogenannten Normandie-Format soll es insbesondere darum gehen, wie die Umsetzung des im Februar vereinbarten Minsker Friedensabkommens beschleunigt werden kann. Ein Streitthema sind unter anderem die von den Separatisten geplanten Wahlen in den ausgerufenen "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk. Die ukrainische Regierung will, dass die Wahlen abgesagt werden.

AFP/dpa

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