Zahlen des RKI

Delta-Variante: So verbreitet sich die indische Corona-Mutante in Deutschland

Die Delta-Variante ist aktuell in Großbritannien auf dem Vormarsch. Wie sieht es mit der indischen Corona-Mutante in Deutschland aus? Das RKI hat Zahlen veröffentlicht.

Hamm - Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland haben sich auf einem niedrigen Niveau eingependelt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag eine Inzidenz von 19,3 - ein neuer Tiefstand. Wie lange bleibt das so? (News zum Coronavirus)

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Delta-Variante: Wie sich die indische Corona-Mutante in Deutschland verbreitet

Denn Experten warnen eindringlich vor der Corona-Mutante aus Indien, der Delta-Variante. In Großbritannien ist sie aktuell weit verbreitet. Dort stieg die Sieben-Tage-Inzidenz jetzt auf rund 49, nachdem sie wochenlang knapp über 20 gelegen hatte. Wissenschaftler sprechen vom Beginn einer dritten Corona-Welle, die durch die Ausbreitung der wohl sehr ansteckenden, zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante verursacht wird.

So schlimm ist die Situation mit Blick auf die indische Corona-Mutante in Deutschland noch nicht. Hierzulande bleibt sie derzeit noch relativ selten. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrage nun 2,5 Prozent. Das geht aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend hervor. Die Angabe bezieht sich auf Proben aus der Woche vom 24. bis 30. Mai.

Allerdings beschreibt das RKI die Entwicklung der Delta-Variante (B.1.617.2) der Wochen zuvor in der Tendenz als ansteigend, auf bis zu 3,1 Prozent in der Woche vom 17. bis 23 Mai. In den RKI-Berichten der Vorwochen war der Anteil dieser Variante stets mit Werten um zwei Prozent beziffert worden. Nun gab es aber rückwirkend Änderungen, die etwa mit Nachmeldungen begründet werden.

Delta-Variante: Christian Drosten erwartet Dominanz der indischen Mutante auch in Deutschland

Die Virus-Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) löst bundesweit mit einem Anteil von 94 Prozent an den untersuchten Proben den Großteil der Corona-Infektionen aus. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle.

Allerdings rechnet unter anderem Virologe Christian Drosten damit, dass die Delta-Variante (oder ähnliche) „sicherlich bis zum Herbst hier auch das Feld dominieren wird“, sagte er im Podcast Coronavirus-Update von NDR-Info. Es gelte, bis dahin für eine möglichst hohe Impfquote bei Erwachsenen zu sorgen. „Dann werden wir keine großen Probleme haben.“ Ein kleines Fragezeichen sehe er diesbezüglich nur beim Thema Kinder. In England würden Ausbrüche in Schulen durch Delta beobachtet. Bisher gibt es keine zugelassenen Impfstoffe für Kinder unter zwölf Jahren

Eine Corona-Variante gilt dann als besorgniserregend, wenn sie sich etwa möglicherweise leichter verbreiten, schwerere Verläufe verursachen oder wenn sich das Virus so verändert hat, dass der Schutz von Geimpften und Genesenen beeinträchtigt sein könnte. Insbesondere der Schutz der Erstimpfung gegen Mutanten gilt als schwächer verglichen mit der Wirkung gegen früheren Formen des Coronavirus. Experten betonen daher die Bedeutung des vollständigen Impfschutzes, weil die Wirksamkeit der Corona-Impfung gegen die Delta-Variante sonst nicht ausreicht. Bei den Präparaten von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca sind dafür zwei Dosen erforderlich. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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