Verbraucherzentralen gegen neue Mülltonne 

Osnabrück - Der Bundesverband der Verbraucherzentralen lehnt Pläne der Regierung für eine “fünfte Mülltonne“ für die Sammlung von Wertstoffen ab. Umweltexpertin Monika Büning warnte davor, die Verbraucher zu überfordern.

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Umweltexpertin Monika Büning warnte davor, die Verbraucher zu überfordern. Einfacher für die Haushalte sei, die gelbe Tonne oder den gelben Sack für Verpackungsmüll auch für anders wieder verwertbaren Müll zu nutzen, wie zum Beispiel CDs, Kunststoffe, Holz, alte Kleidung oder Elektro-Kleingeräte, sagte sie der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Diese Lösung sei auch technisch machbar. Da es sich bei der Wertstofftonne - ob nun kombiniert oder nicht - um trockenen Abfall handele, sei der Abholrhythmus nicht so wichtig, betonte Büning. Die Expertin der Verbraucherzentralen forderte zudem mehr Transparenz bei der Aufstellung der Abfallgebühren. Wenn mit gesammelten Wertstoffen Gewinne gemacht werden, müssten diese auf den Verbrauchern zugute kommen - und zwar in Form von reduzierten Abfallgebühren.

Nach Auffassung des Städte- und Gemeindebundes gehört die Müllabfuhr und damit auch die geplante neue Wertstofftonne in die Hand der Kommunen oder ihrer Auftragnehmer. In der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ warnte der Entsorgungsexperte des Verbandes, Simon Burger, den Gesetzgeber davor, konkurrierende Abfallsammlungen durch Privatunternehmen zuzulassen. Die Folge sei ein “Häuserkampf“, der volkswirtschaftlich und ökologisch unsinnig wäre. Bald soll es in Deutschland flächendeckend eine einheitliche Wertstofftonne in den Haushalten geben. Darin können Verpackungen und sonstige Abfälle aus dem gleichen Material entsorgt werden, also beispielsweise aus Plastik oder Metall. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatte am Mittwoch das Bundeskabinett in Berlin beschlossen.

dapd

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