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Lockdowns, Impfpflicht, Kontaktverbote - Wissenschaftler fordern härtere Corona-Regeln

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Von: Hannah Decke

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Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fürchtet eine Eskalation der Corona-Lage. Sie fordern regionale Lockdowns, eine Impfpflicht und Kontaktverbote.

Hamm - Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich zu. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstag (27.11.) einen neuen Höchststand der 7-Tage-Inzidenz: Der Wert lag bei 444,3. Auch die Hospitalisierungsrate steigt weiter. Viele Kliniken befinden sich kurz vor dem Kollaps ihrer Intensivstationen. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordern ein sofortiges Gegensteuern. Die Regeln sollen verschärft und Ungeimpfte in die Pflicht genommen werden. Neue Virusvarianten wie die Corona-Mutation Omikron aus Südafrika machten schnelles und konsequentes Handeln noch dringlicher.

NameNationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
HauptstandortHalle (Saale)
GründerLeopold I.
Gründung1. Januar 1652, Schweinfurt

„Eskalation der Covid-19-Krise“: Wissenschaftler für Impfpflicht und Kontaktverbote

„Unmittelbar wirksam ist es aus medizinischer und epidemiologischer Sicht, die Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich zu reduzieren“, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftler. Dies müsse auch „vorübergehend“ für Geimpfte und Genesene gelten, da die Immunität nachlasse.

Die Leopoldina fordern in der Ad-hoc-Stellungnahme eine strikte Kontaktreduzierung im privaten Bereich, in Innenräumen und Situationen mit vielen Menschen, etwa bei Veranstaltungen, in Bars und Clubs. Wo sich persönliche Kontakte nicht vermeiden ließen, müsse eine generelle Maskenpflicht gelten. Die 2G-Regeln müssten konsequent durchgesetzt und auch die AHA-L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften) eingehalten werden. Auch sollten regionale Lockdowns verhängt werden.

Leopoldina fordern härtere Corona-Maßnahmen und mehr Impfungen

Zudem müsse die Impfkampagne „massiv verstärkt“ und die Impfpflicht stufenweise eingeführt werden. Ungeimpfte müssten so schnell wie möglich geimpft werden, dazu müssten sie motiviert oder in die Pflicht genommen werden. Wichtig sei eine rasch eingeführte berufsbezogene Impfpflicht für Ärzte, Pflegekräfte und medizinische Fachberufe. Insgesamt sollten bis Weihnachten neben Erst- und Zweitimpfungen rund 30 Millionen Drittimpfungen ermöglicht werden, so die Wissenschaftler.

Polizisten gehen am Abend in der Dresdner Altstadt an Restaurants entlang. Die Polizeidirektion Dresden kontrolliert die Einhaltung der neuen Corona-Regeln täglich mit 50 Beamtinnen und Beamten. Im Fokus stehen demnach Kontrollen der FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr sowie die Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Hotspot-Gebieten.
Drohen doch wieder Kontaktverbote? Die Leopoldina-Wissenschaftler fordern die Beschränkung von Kontakten im privaten Raum. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa

Laut den Leopoldina würden die Maßnahmen bei stringenter Umsetzung den exponentiellen Anstieg der Neuinfektionen in der vierten Corona-Welle beendet und der Überlastung des Gesundheitssystems entgegenwirken. Eine konsequente Durchsetzung der 2G-Regeln allein wäre weniger effektiv, es müsste mit einem längeren Verlauf der aktuellen Welle und mehr Todesopfern gerechnet werden, so die Experten, zu denen auch der Berliner Virologe Christian Drosten gehört.

Corona-Lage verschärft sich: Weihnachtsferien sollten vorgezogen werden

Auch für Kinder und Jugendliche fordern die Wissenschaftler wieder verschärfte Maßnahmen. So empfehlen sie in ihrer Stellungnahme, die Weihnachtsferien vorzuziehen. Dies wurde etwa im Dezember 2020 in Nordrhein-Westfalen so gemacht. Diesmal hatte das NRW-Schulministerium früheren Weihnachtsferien eine Absage erteilt.

Die Leopoldina empfehlen auch eine allgemeine Maskenpflicht für Lehrer und Schüler während des gesamten Aufenthalts in der Schule sowie regelmäßige Corona-Tests mindestens dreimal pro Woche. Eine Schließung von Schulen und Kitas oder Wechselmodelle sollten „möglichst vermieden werden“.

Die Wissenschaftler sehen Deutschland „vor einer erneuten, verschärften Eskalation der Covid-19-Krise“. Sie befürchten, dass Teile der Politik und Öffentlichkeit die Dramatik der Situation nicht in ihrem vollen Ausmaß erfassen würden. Aber auch aus der Politik haben Worte zum Thema Lockdown bereits aufhorchen lassen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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