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Schulschließungen im Corona-Herbst? Lauterbach schließt es nicht aus

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Von: Tobias Lawatzki

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Es wird viel über die Maßnahmen im Corona-Herbst diskutiert. Anders als Kanzler Scholz und die FDP schließt Gesundheitsminister Lauterbach Schulschließungen nicht aus.

Hamm - So ruhig wie viele gehofft hatten, ist die Corona-Lage in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland im Sommer aktuell nicht. Im Herbst wird eine noch viel größere Welle mit etlichen Infektionen erwartet. Die Bundesregierung diskutiert bereits über die Maßnahmen dagegen.

MinisterKarl Lauterbach
MinisteriumBundesministerium für Gesundheit
ParteiSPD

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte gesagt, dass es Schulschließungen, wie sie in den ersten Corona-Wellen angeordnet wurden, im Herbst nicht mehr geben sollte. Auch Justizminister Marco Buschmann (FDP) hatte diese Maßnahme ausgeschlossen. Jetzt hat sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit einer anderen Meinung zu Wort gemeldet.

Lauterbach zum Corona-Herbst: Schulschließungen nicht kategorisch ausschließen

Der SPD-Politiker war am Sonntagabend in der ARD-Sendung Anne Will zu Gast. Dort wollte er Schulschließungen anders als Kanzler Olaf Scholz und der Koalitionspartner FDP nicht ausschließen. Auf mehrfache Nachfrage sagte er in der Diskussionsrunde: „Ich halte sie für sehr, sehr unwahrscheinlich. Sie wären dann das allerletzte Mittel. Aber sie kategorisch auszuschließen, da wäre ich vorsichtig.“

Der Bundesgesundheitsminister begründete seine Einschätzung mit einer Unsicherheit in Bezug auf den Corona-Herbst: „Wir wissen ja nicht, welche Varianten kommen.“ Aktuell ist die Omikron-Subvariante BA.5 vorherrschend, die nach Einschätzung von Experten meistens milde Verläufe der Krankheit auslöst.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei einer Pressekonferenz.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach will Schulschließungen im Corona-Herbst nicht gänzlich ausschließen. © Michael Kappeler/dpa

Lauterbach zum Corona-Herbst: Lockdown ist auszuschließen

Eine andere Maßnahme aus der Anfangszeit der Corona-Pandemie wird es aber laut Lauterbach nicht mehr geben: „Ein Lockdown ist auszuschließen“, sagte er bei Anne Will. „Dafür haben wir einen zu guten Immunstatus in der Bevölkerung. Daher ist ein Lockdown - nach allem, was wir wissen - vollkommen unrealistisch, den brauchen wir nicht mehr.“

Lauterbach verhandelt mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) über die künftig grundsätzlich möglichen Maßnahmen. Denn im September läuft die Rechtsgrundlage für die inzwischen stark eingeschränkten Basis-Maßnahmen aus. Der Gesundheitsminister sagte am Sonntagabend in der ARD, dass die geplanten Maßnahmen den Bundesländern die Instrumente geben sollen, um verschiedene Szenarien abzudecken.

Lauterbach zum Corona-Herbst: Auf schwere Varianten vorbereitet sein

„Wir müssen auch auf sehr schwere Varianten vorbereitet sein“, sagte Lauterbach. „Das muss ein umfänglicher Instrumentenkasten sein, also es kann keine Schmalspurangelegenheit sein.“ Während Bundeskanzler Scholz am Sonntag im ARD-Sommerinterview Schulschließungen ausschloss, hält er andere Maßnahmen für denkbar. Er könne sich vorstellen, dass Test- und Maskenpflicht im Herbst und Winter wieder eine größere Rolle spielen werden, so Scholz. (mit Material von dpa)

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