Bund-Länder-Treffen

Neue Corona-Regeln im Herbst: Was die Testpflicht konkret bedeutet

Beim Corona-Gipfel haben Bund und Länder über neue Regeln für den Herbst entschieden. Betroffen sind viele Bereiche des Lebens. Es geht um eine Testpflicht.

Hamm - Wie sieht Deutschlands Kurs in der Corona-Pandemie ab Herbst aus? Genau darüber haben Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder - darunter auch CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet als Regierungschef von Nordrhein-Westfalen - am Dienstag beraten. Mit den neuen Corona-Regeln wird auch der Druck auf Ungeimpfte erhöht. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
Einwohner83.155.031 (31. Dezember 2020)[
HauptstadtBerlin

Neue Corona-Regeln für den Herbst: Diskussion zum Corona-Gipfel mit der Kanzlerin

Wer im Herbst vollständig gegen Corona geimpft sein will, muss jetzt mit der Impfung starten. Vier bis sechs Wochen liegen zwischen der ersten und der zweiten Spritze mit einem mRNA-Impfstoff wie von Biontech oder Moderna. Die Corona-Regeln für Ungeimpfte und Nicht-Getestete werden im Herbst strenger.

Ein weiterer Lockdown soll verhindert werden - dafür sollen die Anwendungsbereiche der 3-G-Regel (für Geimpfte, Genesene und Getestete) ausgeweitet werden. Die Zeit der kostenlosen Corona-Tests ist zudem vorbei: Ab dem 11. Oktober muss dafür gezahlt werden.

Ausgenommen von den strengeren Regeln sind weiterhin alle Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden dürfen (etwa Schwangere).

Corona-Regeln werden ab Herbst: Die Maskenpflicht bleibt

Die allgemeinen Hygiene-Regeln zum Schutz vor Corona sollen bleiben. Dazu zählen die Maskenpflicht für medizinische Mund-und-Nasen-Schutze in Innenräumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, Abstandhalten, Lüften und Handdesinfektion. Alle vier Wochen soll überprüft werden, ob die Regeln weiterhin so greifen sollen.

Neue Corona-Regeln: Mehr Bereiche fordern Impfung oder Test

Neu ist eine allgemeine Testpflicht für Innenräume. Diese gilt laut Beschluss ab einer Inzidenz von 35. Davon betroffen sind alle, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind oder über sechs Jahre alt. Bestimmte Angebote sind dann nur noch mit einem Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden) oder einem PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) zugänglich.

Zu den betroffenen Bereichen zählen:

  • Zugang für Besucher in Krankenhäusern, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Alten- und Pflegeheimen
  • Zugang zur Innengastronomie von Restaurants, Bars, etc.
  • Körpernahe Dienstleistungen wie Friseur, Körperpflege, Kosmetik
  • Teilnahme an Veranstaltungen und Festen (auch Sportveranstaltungen) in Innenräumen
  • Sport im Innenbereich (Fitness-Studios, Schwimmbäder, Sporthallen, etc.)
  • Urlaub und Beherbergung: Hier muss bei der Anreise und zweimal pro Woche während des Aufenthalts ein Test gemacht werden

Die einzelnen Länder sollen laut Beschlussvorlage entscheiden, welche Regeln in dieser Hinsicht unter einer Inzidenz von 35 gelten und ob sie die 3-G-Regeln aufheben.

3-G-Regel in Restaurants und bei Veranstaltung: Entscheidung liegt beim Veranstalter

Es gibt viel Kritik an der Orientierung an der Inzidenz, in Nordrhein-Westfalen etwa wurde die Inzidenzstufe 3 mit steigenden Corona-Zahlen ausgesetzt. Sonst wäre es bereits mit dem Alltag vorbei gewesen. Beim Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel wurde auch über eine mögliche Anpassung diskutiert.

In der freien Wirtschaft liegt die Entscheidung, ob Tests überhaupt noch ausreichen, bei den Veranstaltern selbst. So möchte der Verband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft zukünftig nur noch Geimpfte und Genesene auf Großveranstaltungen und Konzerte lassen. Zu oft mussten in den letzten eineinhalb Jahre die Events abgesagt werden. Auch Fußballvereine planen Eintrittsverbote für Ungeimpfte - wie ab Ende August im Stadion des 1. FC Köln. Dort gilt dann die 2-G-Regel.

Rubriklistenbild: © dpa/Fabian Sommer

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