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Corona-Regeln für den Herbst: Mit neuem Plan gegen die nächste Welle rüsten

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Von: Marcel Guboff

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Experten erwarten im Herbst die nächste Corona-Welle. Deutschland will sich darauf vorbereiten und arbeitet an einem Plan für neue Regeln.

Hamm - Aktuell dreht sich in Deutschland in der öffentlichen Wahrnehmung nur noch recht wenig um Corona. Wie schon in den vergangenen Pandemie-Jahren, ist der Sommer in dieser Hinsicht vergleichsweise entspannt. Und anders als in den vergangenen Jahren, wollen Bund und Länder diesmal (wirklich) auf eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst vorbereitet sein. Ein Plan dafür ist in Arbeit.

Land in EuropaDeutschland
HauptstadtBerlin
Fläche357.588 km²

Corona-Regeln für den Herbst: Mit neuem Plan gegen die nächste Welle rüsten

Nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder um NRW-Landeschef Hendrik Wüst (CDU) am Donnerstag sagte Bundeskanzler Olaf Scholz: Alle Handlungsmöglichkeiten, die gebraucht würden, sollten zur Verfügung stehen. Flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas solle es nicht mehr geben.

Es sollen also entsprechende Instrumente im Kampf gegen Corona zur Verfügung stehen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plant daher bereits umfassende Vorkehrungen. „Wir dürfen nicht erneut unvorbereitet wie im letzten Herbst in die Krise gehen“, sagte Karl Lauterbach.

Neben Änderungen im Infektionsschutzgesetz gehörten dazu auch Konzepte zu Impfungen und Tests, genauere Daten zur Belastung von Kliniken sowie ein besserer Schutz von Risikogruppen etwa in Pflegeheimen. Das Impfkonzept sehe vor, dass es für alle Virusvarianten, die kommen könnten, den richtigen Impfstoff gebe. Die Gesundheitsminister der Länder hatten einstimmig einen möglichen Katalog etwa mit Maskenpflichten in Innenräumen und Zugangsregeln wie 2G und 3G (Zugang nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete) zusammengestellt.

Corona-Plan für den Herbst: Lauterbach ist überzeugt, FDP von Regeln überzeugen zu können

Nach offenem Ärger der Länder über einen ziemlichen Bundes-Alleingang bei den Corona-Lockerungen soll nun mehr Gemeinsamkeit her. „Es ist gut, dass wir zurückkommen zu einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern“, sagte Hendrik Wüst in seiner Funktion als aktueller Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz. Die Länder baten den Bund, die kostenlosen Bürgertests über Ende Juni hinaus zu finanzieren. Damit haben alle auch ohne Symptome Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche an Teststellen durch geschultes Personal und mit Bescheinigung.

Entscheidend wird sein, dass die FDP im Bund mitzieht. Die Liberalen hatten sich zuletzt vehement für Lockerungen eingesetzt. Karl Lauterbach ist jedoch zuversichtlich, den Koalitionspartner von einer Verlängerung des Infektionsschutzgesetzes und der Maskenpflicht überzeugen zu können. Mit Blick auf eine möglicherweise wieder kritischere Corona-Situation im Herbst sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im heute journal des ZDF, Deutschland werde „auf jeden Fall über den 23. September hinweg ein Infektionsschutzgesetz haben, was uns die Vorbereitungen gibt, die wir brauchen“. Die bisherige Rechtsgrundlage läuft am 23. September aus. Mit Blick auf die Maskenpflicht und die FDP fügte Lauterbach hinzu: „Ich glaube, dass wir da übereinkommen.“
Die FDP, die so wenige Corona-Regeln wie möglich will, pocht darauf, zunächst mehrere Expertenberichte dazu abzuwarten.

Aktuell ist derweil in Portugal die Corona-Variante BA.5 im Umlauf. Experten rechnen damit, dass auch Geimpfte an dem Subtypen von Omikron erkranken werden. (mg/dpa)

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