Einschränkungen für Ungeimpfte

Söder zu Corona-Regeln: „2G wird kommen“ - welche Auswirkungen das hätte

Die 2G-Regel - also Freiheiten von den Corona-Regeln nur für Geimpfte und Genesene - wird „so oder so“ kommen, sagt Markus Söder. Welche Auswirkungen hätte das?

Hamm - Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Dienstag bei einer Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Die Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens werden kontrovers diskutiert: Manchen sind die neuen Regeln zu streng, andere hätten sie gerne noch mehr ausgeweitet.

NameMarkus Söder
Geboren5. Januar 1967, Nürnberg
EhepartnerinKarin Baumüller-Söder
ParteiChristlich-Soziale Union (CSU)

Söder zu Corona-Regeln: „2G wird kommen“ - welche Auswirkungen hätte das?

Ein Befürworter von noch schärferen Maßnahmen ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Er sei mit den Beschlüssen der MPK „nicht ganz“ zufrieden, sagte der CSU-Politiker in den ARD-Tagesthemen. Besonders bei einem Thema hätte Söder gerne eine andere Regeln gehabt: bei der sogenannten 3G-Regel, die besagt, dass Geimpfte, Genesene und Getestete die gleichen Rechte haben.

Spätestens ab dem 23. August soll eine neue Testpflicht in Kraft treten. Ab einem Inzidenz-Wert von 35 müssen Ungeimpfte - abgesehen von Kindern unter sechs Jahren und Schülern - dann für viele Bereiche des öffentlichen Lebens einen negativen Corona-Test vorweisen. So sind beispielsweise Restaurantbesuche im Innenbereich, Aufenthalte in Hotels oder Friseurtermine nicht mehr ohne Tests möglich, die ab Oktober nicht mehr kostenlos angeboten werden sollen. Auch für Besuche in Krankenhäusern oder Altenheimen wäre ein Test erforderlich.

Markus Söder: 2G-Regel schon beim Fußball - „wird noch stärker werden“

Markus Söder hätte beim Corona-Gipfel von Bund und Ländern offenbar lieber eine 2G-Regel beschlossen. Danach dürften nur Geimpfte und Genesene Freiheiten genießen, ungeimpften Personen würde nicht einmal ein negativer Test etwas nützen. Er habe die Sorge, „dass wir wieder vor die Welle kommen und nicht hinter die Welle, dass wir immer nur nachziehen müssen“, sagte der bayerische Ministerpräsident in den Tagesthemen.

Allerdings kündigte Söder an: „2G wird so oder so ab einem bestimmten Zeitpunkt kommen“. Fußballvereine und Hotels würden schon jetzt damit beginnen, nur Geimpfte und Genesene zuzulassen, weil sie „die Freiheit zurückhaben wollen und keine Beschränkungen mehr haben wollen“. Das sei die Realität und werde „auch noch stärker werden“.

Doch was würde die Einführung der 2G-Regel in Deutschland bewirken? Schaut man sich die aktuellen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz an, hätte sie für Ungeimpfte drastische Auswirkungen: All das, was ab August bei einer Inzidenz über 35 noch mit einem negativen Corona-Test möglich wäre, könnten Menschen, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind, dann nicht mehr machen.

2G-Regel: Dürften Ungeimpfte nicht mehr zum Friseur oder ins Restaurant?

Sie könnten also - sollte irgendwann die 2G-Regel beschlossen werden - weder ihre Angehörigen im Krankenhaus oder Altenheim besuchen noch könnten sie mit Freunden ins Restaurant gehen oder Urlaub in einem Hotel machen. Auch der Besuch von Veranstaltungen und Festen in Innenräumen wäre nicht mehr möglich - ebenso wie „körpernahe Dienstleistungen“ wie beim Friseur oder im Tattoo-Studio.

Markus Söder hofft, dass sich die Impfquote in den kommenden Wochen erhöhe. „Wer auf Dauer wirklich Normalität wieder will, der muss sich impfen lassen“, erklärte der CSU-Politiker in den Tagesthemen. Die Corona-Impfung bleibe „eine freiwillige Entscheidung, aber sie hat Konsequenzen“. Die „immensen Kosten“ für Tests könnten nicht dauerhaft vom Steuerzahler getragen werden. Jeder, der sich nicht impfen lassen will, müsse „diese Entscheidung ein Stück weit auch selbst tragen“. Doch für Söder ist auch klar: „Mit Testen alleine werden wir die vierte Welle nicht lösen können.“

Rubriklistenbild: © Christian Mang/dpa

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