Lohnfortzahlung bei Quarantäne

Weniger Lohn für Ungeimpfte? Spahn hält Kürzung in einem Fall für richtig

Sollten Ungeimpfte in Corona-Quarantäne weniger Lohn bekommen? Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) findet das richtig - und wirbt weiter für die Impfung.

Hamm - 2G oder 3G? Einschränkungen nur noch für Ungeimpfte? Spätestens seit dem rasanten Anstieg der Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen ist eine Debatte darüber entbrannt, wie künftig mit Menschen umgegangen werden soll, die sich nicht gegen Corona impfen lassen wollen. Aktuell sind immerhin noch fast 40 Prozent der Menschen in Deutschland nicht vollständig geimpft (Stand 8. September). Geht es denen bald auch ans Portemonnaie? (News zum Coronavirus)

NameJens Spahn
AmtDeutscher Bundesminister für Gesundheit
ParteiChristlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)

Corona-Quarantäne: Keine Lohnfortzahlung für Ungeimpfte? So ist die aktuelle Regelung

Muss ein Arbeitnehmer aufgrund einer behördlichen Anordnung in Quarantäne - beispielsweise weil er als Kontaktperson eines Corona-Infizierten eingestuft wurde -, bekommt er momentan im Rahmen der Lohnfortzahlung ganz normal sein Gehalt. Der Arbeitgeber zahlt den Lohn weiter und kann ihn sich von der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslands zurückholen. Das ist im Infektionsschutzgesetz geregelt.

Nach aktuellem Stand müssen Geimpfte aber nur noch in Ausnahmefällen in Quarantäne - selbst wenn sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Entsprechend stellt sich bei den 61,7 Prozent der Bevölkerung, die vollständig gegen Corona geimpft sind, die Frage nach der Lohnfortzahlung im Falle einer Quarantäne kaum noch. Aber was ist mit ungeimpften Mitarbeitern, die sich durch eine Impfung vor der Quarantäne schützen hätten können?

Keine Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne? Gesundheitsminister Jens Spahn dafür

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) könne „sehr, sehr gut nachvollziehen“, wenn Ungeimpfte, die sich in Quarantäne befinden, keine Lohnfortzahlung bekommen, wie er auf einer Pressekonferenz sagte. Am Ende sei es der Steuerzahler, der den Arbeitsausfall finanziere. Er sehe nicht ein, „warum auf Dauer andere zahlen sollen, wenn sich eben jemand nicht für die kostenlose Impfung entscheidet, obwohl er könnte“. Entsprechend sollen aus seiner Sicht auch Arbeitgeber den Impfstatus ihrer Angestellten abfragen dürfen, „um das dann herleiten zu können“. Eine entsprechende Regelung gibt es bereits bei der Impfung gegen Masern*, wie merkur.de berichtet.

Impfen sei „eine persönliche, eine freie Entscheidung, und das soll es auch bleiben“, erklärte Jens Spahn. „Aber es ist eben auch eine Entscheidung, die andere betrifft.“ Jede einzelne Impfentscheidung entscheide auch darüber, „wie sicher wir gemeinsam durch Herbst und Winter kommen“, sagte der Gesundheitsminister. Und wer sich für eine Corona-Impfung entscheidet, muss sich über die Frage, ob er auch in Quarantäne weiter Lohn bekommt, wohl keine Gedanken machen. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare