Untersuchung der Mobilität in der Schweiz

Studie zu Corona-Maßnahmen: Forscher untersuchen, wie effektiv Schulschließungen sind

Die aktuelle Corona-Welle trifft uns härter denn je. Die Regeln wurden deshalb wieder verschärft. Doch wie effektiv sind Schulschließungen und andere Einschränkungen?

Hamm - Deutschland befindet sich im zweiten Lockdown. Die Corona-Zahlen steigen im neuen Jahr weiter an. Bund und Länder haben sich für die Verlängerung der harten Lockdown-Maßnahmen entschieden - und die Regeln im Januar noch einmal verschärft. Dass strenge Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen oder andere Einschränkungen ihren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten, lässt sich bislang nur bedingt belegen. Ein Forscherteam aus der Schweiz hat jetzt die Effektivität der Corona-Maßnahmen untersucht. (News zum Coronavirus)

HochschuleETH Zürich
Gründung1855
TrägerschaftBund
OrtZürich

Studie zu Corona-Maßnahmen: So effektiv sind Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen

Ein Forscherteam der ETH Zürich hat auf Grundlage landesweiter Telekommunikationsdaten die Mobilität der Schweizer während der Corona-Pandemie analysiert. Aus den Daten vom 10. Februar bis zum 26. April hätten sich rund 1,5 Milliarden Bewegungen ableiten lassen, die ausgewertet wurden. „Im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2019 ging die menschliche Bewegung in der Schweiz um 49,1 Prozent zurück“, schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Doch welche Einschränkung und Maßnahme brachte am Ende den gewünschten Effekt und verhinderte die weitere Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz?

Neue Corona-Studie: So effektiv sind Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen

Laut der Studie gibt es drei Corona-Maßnahmen, die am effektivsten gewirkt haben. Auf Platz 1 liege demnach die Kontaktbeschränkung. Nicht mehr als fünf Personen durften sich zu dieser Zeit in der Schweiz treffen. Dies hätte laut den Forschern den größten Rückgang der Infektionszahlen verursacht. Die Mobilität der Menschen sei so schätzungsweise um 24,9 Prozent verringert worden.

Knapp dahinter liegt die Schließung von Restaurants, Bars und Geschäften. Dies hat nach Angaben der Schweizer Forscher für eine verringerte Mobilität um 22,3 Prozent gesorgt.

Neue Corona-Studie: Sind Schulschließungen eine sinnvolle Maßnahme? Das sagen Forscher

Die wohl umstrittenste Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus sind die Schulschließungen. Sind Schulen nun Infektionsherde oder nicht? Verbreiten Kinder im Unterricht oder auf dem Schulhof das Virus weiter oder ist die Gefahr einer Ansteckung relativ gering? Die Meinungen gehen auseinander - in Politik und Wissenschaft.

Die Schweizer Forscher setzen Schulschließungen auf Platz 3 der effektivsten Maßnahmen bei der Eindämmung des Coronavirus. Demnach hätte sich die Mobilität der Menschen - in dem Fall wohl hauptsächlich der Kinder - durch diese Maßnahme um rund 21,6 Prozent verringert. Die Schweizer Behörden ordneten im März die Schließung der Schulen für rund zwei Monate an. Auch eine Untersuchung der Universität Oxford hat ergeben, dass Schulschließungen eine effektive Maßnahme sein können*, berichtet hna.de*.

Studie zu Corona-Maßnahmen: Zusammenhang von Mobilität und Ausbreitung des Virus

Ob Kinder das Coronavirus nun ähnlich stark wie Erwachsene verbreiten oder nicht, geht aus der Studie nicht hervor. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hält Schulen weder für Hotspots noch für „Virenschleudern“, sagte sie bei einer Sondersitzung des Schulausschusses.

Das Forscherteam hat sich nur auf die Auswertung der Telekommunikationsdaten beschränkt und daraus auf die Mobilität und eine Verringerung der Covid-19-Fälle geschlossen.

Aus den Ergebnissen der Studie geht hervor, dass die Forscher von einer sehr hohen Korrelation zwischen der Mobilität des Menschen und der Ausbreitung des Coronavirus ausgehen. So ist die Basis der Ergebnisse, dass die Forscher bei einer Verringerung der menschlichen Mobilität um 1 Prozent eine Verringerung der täglich gemeldeten Covid-19-Fälle um 0,88 bis 1,11 Prozent voraussagen. - *hna.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa

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