Dritte Corona-Welle

RKI-Experte kritisiert Lockerungen des Lockdowns als „irrational“

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen stetig an. Ein Experte des RKI hinterfragt nun die von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungen in der dritten Welle.

Hamm - Die Tendenz ist nach wie vor wenig erfreulich. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt stetig an. Drei Bundesländer - Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt - überschreiten mit dem Stand von Dienstag, 16. März, landesweit den Inzidenzwert von 100. Also der Inzidenz, ab der laut dem Beschluss von Bund und Ländern die Notbremse greifen soll. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

RKI-Experte kritisiert Bund und Länder für Beschluss über Lockerungen

Aber reicht das überhaupt? Mittlerweile haben Intensivmediziner angesichts der Entwicklung einen sofortigen Lockdown gefordert. Die beim vergangenen Corona-Gipfel beschlossenen Lockerungen - vor allem mit Blick auf die Öffnungen im Einzelhandel - passen da nicht uns Bild. Sie seien mit Blick auf die exponentiell steigenden Infektionszahlen „irrational“, sagte Dirk Brockmann, Epidemiologe des Robert-Koch-Instituts (RKI), im ARD-Morgenmagazin.

„Das heißt, das ist total irrational gewesen, hier zu lockern“, ergänzte er: „Das befeuert nur das exponentielle Wachstum. Und wir müssen nun sehen, was die nächsten Tage bringen.“

Der Experte verwies darauf, dass die Ausbreitung des Coronavirus im Vergleich zur Vorwoche um 20 Prozent zugenommen habe. „Das heißt, wir sind genau in der Flanke der dritten Welle“, sagte der Wissenschaftler: „Da gibt es gar nichts zu diskutieren. Und in diese Flanke hinein wurde gelockert.“ Eine klare Kritik an den Bund-Länder-Beschluss vom 4. März.

RKI-Experte: Deutschland mitten in der dritten Welle

Statt das Coronavirus auszubremsen, steuert Deutschland nach Auffassung des RKI-Experten in ein exponentielles Wachstum hinein. Das belegte auch der erneute Anstieg der Corona-Zahlen am Dienstag (16. März), die das RKI veröffentlicht hat.

Die Aussetzung der Corona-Impfungen mit Astrazeneca waren dabei ein nächster Nackenschlag im Kampf gegen die Pandemie. All diese Argumente führte auch Dortmund an: Die Stadt will die Schulen ab Mittwoch wieder schließen, kündigte Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) an. Damit erhöhte er den Druck auf das Schulministerium, das pauschale Schließungen zuvor noch abgelehnt hatte.

Rubriklistenbild: © Frank Molter/dpa

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