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Corona-Hotspot Schule: Experte warnt vor „Massenexperiment“ an Kindern

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Von: Simon Stock

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Die Corona-Welle rollt durch Deutschland. Millionen Kinder in Schulen und Kitas können nicht durch eine Impfung geschützt werden. Karl Lauterbach spricht von einem zynischen Experiment.

Hamm - Die Corona-Welle rollt über Deutschland. Die Inzidenz-Werte schießen überall in die Höhe, ganz besonders aber im Hotspot Nordrhein-Westfalen. Wissenschaft und Politik sehen in Impfungen den einzigen Weg aus der Krise. Doch Millionen Kinder bleiben ungeschützt. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einem „Massenexperiment an den eigenen Kindern“. (News zum Coronavirus)

Karl LauterbachPolitiker, Mediziner und Gesundheitsökonom
Geboren21. Februar 1963 in Düren
ParteiSPD

Corona bei Kindern: Karl Lauterbach warnt vor „Massenexperiment“

Die Corona-Pandemie ist nur durch Impfungen in den Griff zu bekommen - darin sind sich seriöse Wissenschaftler einig. Die Politik schreckt zwar (noch) vor einer Impfpflicht zurück, erhöht aber indirekt den Druck auf Impfverweigerer. Nur wer geimpft (oder genesen) ist, wird künftig auch bei hohen Inzidenzen weitgehende Freiheiten genießen können. Eine entsprechende Anti-Lockdown-Garantie gab Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Doch was ist mit den Millionen Deutschen, denen der Schutz durch eine Impfung nicht offen steht? Kinder bis 12 Jahre sitzen in Kitas und Schulen enger zusammen als Erwachsene im Büro. Sie wird die vierte Corona-Welle voll treffen, glaubt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: „Wenn die Inzidenzzahlen weiter so steigen, gehen die Ungeimpften voll ins Risiko – einschließlich der Kinder.“ Ungeimpfte Erwachsene und Jugendliche können schnell Abhilfe schaffen, indem sie sich impfen lassen, nicht aber Kinder.

Karl Lauterbach: Jedes 20. Kind leidet unter Long Covid

Für Kinder unter 12 Jahren wird es 2021 wohl keine Corona-Impfung mehr geben, selbst wenn entsprechende Studien von Biontech/Pfizer, Moderna und anderen Impfstoff-Produzenten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollten. Diese Altersgruppe bleibt also medizinisch ungeschützt und ist daher umso mehr auf Schutz von außen angewiesen.

Zwar zeigen Studien, dass Kinder vergleichsweise selten schwer an Corona erkranken, doch zum einen können sie ihre Eltern anstecken und zum anderen schützt auch ein milder Krankheitsverlauf nicht vor Long Covid. Karl Lauterbach geht davon aus, dass fünf Prozent der erkrankten Kinder unter entsprechenden Symptomen leiden. „Die Situation der Kinder besorgt mich derzeit am meisten. Wir sind kurz davor, ein Massenexperiment an unseren eigenen Kindern zu erleben“, sagt der SPD-Gesundheitsexperte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (rnd).

Corona an Schulen und Kitas: Kinder und Eltern vor schwierigem Herbst

Karl Lauterbach fordert seit langem schärfere Corona-Maßnahmen, um das Infektionsgeschehen in Deutschland schnell unter Kontrolle zu bekommen. Gehen die Zahlen nicht bald runter, gibt es nur zwei Wege durch den Herbst und Winter. Entweder man lässt Schulen und Kitas geöffnet, was eine stärkere Durchseuchung der Kinder mit all ihren Risiken zur Folge hätte. Für Lauterbach ein „zynisches Experiment“.

Oder man geht den Weg der vergangenen 18 Monate: Schutz für Kinder durch Schließung von Schulen und Kitas. Heißt: Wieder Homeschooling statt Präsenzunterricht, ein weiteres verlorenes Schuljahr, dazu hoher Frustlevel bei Millionen Eltern, die sich ohnehin von der Corona-Politik im Stich gelassen fühlen.

Coronavirus an Schulen
Corona-Brennpunkt Schule: Karl Lauterbach warnt vor „Massenexperiment an eigenen Kindern“. © Jens Büttner/dpa

„Der Schulunterricht ist äußerst problematisch: Laut Studien können Luftfilteranlagen in Kombination mit Lüften und Maskenpflicht das Infektionsrisiko um den Faktor 30 reduzieren. Das wäre der Königsweg“, sagt Karl Lauterbach dem rnd. Dumm nur, dass Luftfilteranlagen in Schulen auch 18 Monate nach Ausbruch der Pandemie in Deutschland nicht ansatzweise flächendeckend vorhanden sind, wie auch Lauterbach bei Twitter moniert.

Dort fordert er strengere Regeln: „Für Schulen, die voll betrieben werden, wäre eine Kombination von Lüften, Maske und 5 Tage kurze Quarantäne beim Ausbruch sinnvoll. Das 3 fache Testen pro Woche wie in Bayern würde auch helfen.“ Es wird ein beschwerlicher Herbst und Winter für Kinder und ihre Eltern.

Ein Experte überrascht mit einer düsteren Pandemie-Prognose: Steht 2022 wegen der Delta-Variante und zahlreichen Ungeimpften noch immer ein zäher Kampf gegen Corona an?

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