Bei „Markus Lanz“

Lauterbach teilt gegen Virologe Streeck aus - und greift damit auch NRW-Chef Laschet an

Eine Aussage von Armin Laschet stößt Karl Lauterbach mächtig auf. Der SPD-Gesundheitsexperte geht damit beim „Markus Lanz“ im ZDF auch auf Virologe Hendrik Streeck los.

Hamm - Die Lage rund um das Coronavirus ist ernst. Mittlerweile sind sich nahezu alle Politiker einig: Es müssen strengere Regeln her. In Form eines kurzen, aber konsequenten Lockdowns. Für führende Wissenschaftler kommt diese Erkenntnis wenig überraschend. (News zum Coronavirus)

NameKarl Lauterbach
Ehepartnerin Angela Spelsberg (verh. 1996–2010)
Geboren21. Februar 1963 in Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands

Karl Lauterbach teilt gegen Virologe Hendrik Streeck aus - und greift damit auch Armin Laschet an

Noch am 24. März - noch bevor er sich für einen „Brücken-Lockdown“ aussprach - hatte Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Bundesvorsitzender der CDU, gesagt: „Wir alle hatten die Hoffnung, dass wärmere Temperaturen zu einem Sinken der Fallzahlen führt.“

Eine Aussage, die Karl Lauterbach immer noch fassungslos macht. „Natürlich hatte kein Wissenschaftlicher diese Hoffnung“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte am Donnerstag bei „Markus Lanz“ im ZDF. Kaum sprach er es aus, ergänzte er: „Ich kenne keinen einzigen Wissenschafter - bis auf einen, der namhaft ist -, der diese Hoffnung gehabt hätte.“

Umgehend hakte Markus Lanz nach, wen der Gesundheitsökonom denn meinte. Karl Lauterbach tappte nicht in die Falle und schüttelte den Kopf: „Ich komme jetzt nicht auf den Namen.“ Ob er denn auch im Expertenrat sei, fragte der Moderator. „Weiß ich jetzt nicht.“

Karl Lauterbach rät NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: Mehr auf Wissenschafftler hören

Es dürfte klar sein, dass der SPD-Politiker damit Hendrik Streeck meinte. Der Virologe, der durch die Heinsberg-Studie prominent wurde, hatte früh und mehrfach erläutert, dass höhere Temperaturen die Verbreitung von Coronaviren erschwere. Darüber hinaus - darauf war die zweite Nachfrage von Markus Lanz an Karl Lauterbach bezogen - gehört Hendrik Streeck zum Corona-Expertenrat der NRW-Landesregierung von Armin Laschet. Karl Lauterbach korrigierte: „Diese Hoffnung war unter Wissenschaftlern nicht weit verbreitet.“

Es sei relevant, dass man sich als Ministerpräsident - das geht wohl wieder in die Richtung des NRW-Landeschefs Armin Laschet - ein Stück weit auf Wissenschaftler verlässt. Karl Lauterbach legte nach: „Wir wissen, dass sich SARS-CoV nicht so sehr am Wetter stört wie es beispielsweise bei Erkältungsviren der Fall ist.“ Und bei der Corona-Mutation B.1.1.7 gelte das noch mehr, mahnte der SPD-Gesundheitsexperte.

Karl Lauterbach warnt vor Corona-Mutante B.1.1.7 und falschen Schlüssen: „Für den Rest ihres Lebens gezeichnet“

Nun machten Bund und Länder, die sich in der kommenden Woche nicht im Rahmen eines Corona-Gipfels beraten werden, „den gleichen Fehler, den wir immer machen. Wir denken: ‚Vielleicht kommt es ja doch nicht schlimm.‘“, sagte Karl Lauterbach. Aber wenn ein Corona-Infizierter zu spät behandelt werde, „wird wie bei einer Krebserkrankung alles noch viel schlimmer“.

Dabei skizzierte Karl Lauterbach folgendes Horror-Szenario: „Niemand verlässt die Intensivstation so, wie er reingekommen ist. Die, die überleben, sind für den Rest ihres Lebens gezeichnet. Das ist keine Panik-Mache, das wird jeder Praktiker bestätigen. Sie können in ein oder zwei Wochen Corona-Behandlung den Wert von 30 Jahren Joggen und guter Ernährung kaputt machen.“

Der SPD-Politiker wählte bei Lanz mahnende und ungewohnt energische Worte, berichtet auch 24hamburg.de*. So sprach Karl Lauterbach mit Blick auf die Corona-Zahlen von einem Skandal*, „dass wir nach einem Jahr noch immer an den Feiertagen keine brauchbaren Zahlen haben“. - *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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