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Lauterbach schätzt Corona-Inzidenz zwei bis drei Mal so hoch - Appell zu Silvester

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Von: Hannah Decke

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Die Corona-Zahlen sinken. Doch der Schein trügt, sagt Karl Lauterbach. Er schätzt die tatsächliche Inzidenz viel höher - und appelliert zu Silvester an die Bürger.

Hamm - Die Corona-Zahlen sind in den vergangenen Tagen wieder stark gesunken. Dass dies vor allem mit den Feiertagen zutun hat, ist den Meisten vermutlich bewusst. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schätzt die Lage aber dramatischer ein, als man sich es wünschen mag. Zu Silvester richtet er einen dringenden Appell an die Bevölkerung.

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
AmtBundesminister für Gesundheit (seit Dezember 2021)

Appell zu Silvester: Lauterbach schätzt Corona-Inzidenz zwei bis drei Mal so hoch

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland lag am Mittwoch (29.12.2021) bei 205,5. Vor einem Monat, am 29. November, hatte der Wert noch bei 452 gelegen. Seitdem sind die Corona-Regeln wieder verschärft worden. Zuletzt hatten sich Bund und Länder auch wieder auf Kontaktbeschränkungen geeinigt.

Doch der Schein trügt gewaltig, sagt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Er sieht wegen Meldeverzögerungen und weniger Corona-Tests über die Weihnachtstage eine deutlich kritischere Corona-Lage in Deutschland und sei zu der Einschätzung gekommen, „dass die tatsächliche Inzidenz derzeit zwei bis drei Mal so hoch ist wie die ausgewiesene“, so der SPD-Politiker am Mittwoch in Berlin.

Lauterbach appellierte vor dem Jahreswechsel 2021/2022 an die Bevölkerung: „Bitte feiern Sie in ganz kleiner Runde und gefährden Sie sich nicht gegenseitig.“ Man sollte Silvester so verbringen, dass keine neuen Infektionsketten entstehen. Durch die vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen bestehe die Gefahr, die aktuelle Corona-Lage zu unterschätzen. An Silvester 202 gilt ein bundesweites Böllerverbot.

Lauterbach mit Appell zu Silvester: Aktuelle Schutzmaßnahmen reichen bei Omikron nicht

Der Bundesgesundheitsminister sagte außerdem, er rechne „in wenigen Wochen“ mit einem deutlichen Anstieg des Anteils, der auf die ansteckendere neue Virusvariante Omikron entfällt, sowie der Fallzahlen insgesamt. Einen hierbei gerade zu beobachtenden Rückgang halte er nicht für nachhaltig. In Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen ist die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile unter 200 gefallen. Den höchsten Wert weist aktuell noch Thüringen mit einer Inzidenz über 400 auf.

Die aktuell genutzten Schutzmaßnahmen reichen laut Lauterbach nicht aus, um einen deutlichen Anstieg der Omikron-Fälle zu verhindern. Der Minister warnte zugleich davor, starke Infektionsanstiege in anderen Ländern direkt auf Deutschland zu übertragen, da hierzulande teils mehr Schutzmaßnahmen bestünden.

Aktuelle Antikörper scheinen laut Experten bei Omikron weniger wirksam zu sein als bei vorherigen Corona-Varianten. Außerdem fanden die US-Gesundheitsbehörden heraus, dass die Antigen-Schnelltests eine Infektion mit Omikron vermutlich nicht so gut erkennen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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