Bund-Länder-Treffen

Corona-Regeln: Worauf sich Bund und Länder geeinigt haben - Merkel: „Mahnungen sind wirklich ernst“

Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte am Montag die Corona-Regeln drastisch verschärfen. Die Ministerpräsidenten haben sich quer gestellt. Die Ergebnisse:

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben am Montag (16. November) eine Zwischenbilanz des Lockdowns gezogen.
  • Es sind keine Rechtsänderungen beschlossen worden. Am Mittwoch, 25. November, sollen längerfristige Entscheidungen getroffen werden.
  • Bund und Länder haben noch einmal an die Bevölkerung appelliert, die Kontakte stark zu reduzieren und auf private Veranstaltungen vollständig zu verzichten. (News zum Coronavirus)

Update vom 17. November, 12.39 Uhr: Die verschärften Corona-Regeln vom Kanzleramt wirkten gemäßigt, die Länderchefs sperrten sich trotzdem. Kein Beschluss, dafür Appelle und ein Aufschub - warum die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länder mit einem Beschluss warten.

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)
Fläche357.582 km²

Update 20 Uhr: Es sind nicht die von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewünschten verschärften Corona-Regeln geworden, auf die sich Bund und Länder in ihrer Telefonkonferenz am Montag geeinigt haben. Die Ministerpräsidenten wollten keine Zwischen-Rechtsänderungen vor Ende des Teil-Lockdowns. Konkrete Beschlüsse etwa beim sensiblen Thema Schulen wurden erst einmal vertagt. Nächste Woche Mittwoch (25. November) soll es Entscheidungen geben - längerfristige Entscheidungen, kündigt Merkel am Montagabend an.

Bund-Länder-Konferenz: Keine privaten Feiern, Kontakte weiter reduzieren - der Überblick

Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten sind aber nicht ganz ohne Ergebnisse nach über 5 Stunden Beratungen vor die Presse getreten. Beim Thema Kontaktbeschränkungen handelt es sich nur um einen Appell, aber: „Die Mahnungen, die wir heute aussprechen, sind wirklich ernst“, so Angela Merkel. Der Überblick:

  • Private Treffen: Private Zusammenkünfte mit Bekannten und Verwandten sollen sich auf „einen festen weiteren Hausstand“ beschränken, das gilt auch für Kinder und Jugendliche. Auf private Feiern sollen Bürgerinnen und Bürger verzichten.
  • Mobilität: Bürger werden angehalten, auf „nicht notwendige private Reisen und touristische Tagestouren“ zu verzichten und öffentliche Verkehrsmittel möglichst zu meiden.
  • Telefonische Krankschreibung: Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten die Möglichkeit nutzen, sich von ihrem Arzt telefonisch krankschreiben zu lassen. Mit diesem sollten sie auch klären, ob ein Test erforderlich ist.
  • Schutz von Risikogruppen: Besonders gefährdete Menschen sollen zum Schutz vor dem Coronavirus von Dezember an 15 vergünstigte FFP2-Masken erhalten. Das ergebe rechnerisch eine Maske pro Winterwoche. Wer genau profitiert, soll noch geklärt werden - generell gelten Alte, Kranke oder Menschen mit Vorerkrankungen als besonders gefährdet. Besuche bei gefährdeten Menschen sollte man nur dann unternehmen, wenn alle frei von Krankheitssymptomen sind und sich in den Tagen zuvor „keinem besonderen Risiko“ ausgesetzt haben, so der Appell.
  • Impfzentren: Bund und Länder rechnen damit, dass es höchstwahrscheinlich im ersten Quartal kommenden Jahres mindestens einen zugelassenen Impfstoff gibt. Die Länder sollen dafür sorgen, dass ihre Impfzentren und -strukturen dann kurzfristig in Betrieb gehen können. Bis Ende November sollen die Länder dem Bund mitteilen, wie viele Impfungen sie am Tag planen.
  • Nachverfolgung von Infektionen: Da eine vollständige Nachverfolgung von Kontakten oft nicht möglich ist, sollen bei Ausbrüchen in einem Cluster - wie beispielsweise Schulen oder Unternehmen - Maßnahmen wie eine Quarantäne auch ohne positives Testergebnis angeordnet werden.
  • Technologie: Gesundheitsämter sollen noch stärker digitale Systeme zur Kontaktnachverfolgung nutzen, und die Corona-Warn-App soll weiter verbessert werden.
  • Evaluation und Schulen: Wie es weitergeht, wollen Bund und Länder am 25. November beraten - auch schon mit Blick auf Dezember und Januar. Dann soll es auch um die Reduzierung von Ansteckungsrisiken in Schulen gehen. Diese sollen offen bleiben.

Die Frage, ob Restaurants, Kultureinrichtungen oder Fitnessstudios im Dezember wieder aufmachen können, bleibt zunächst unbeantwortet. Offiziell gilt weiterhin die Aussage der letzten Beratungen der Kanzlerin mit den Länderchefs von Ende Oktober, dass die Schließung der Einrichtungen in Kultur, Unterhaltung und Gastronomie bis Ende November befristet sein sollen.

Bund-Länder-Konferenz: Die Ergebnisse des Corona-Gipfels - der Ticker zum Nachlesen

Update 19.54 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller schätzt die Corona-Lage in Deutschland nach zwei Wochen Teil-Lockdown weiterhin als problematisch ein. „Die Situation ist weiter besorgniserregend“, sagte der SPD-Politiker. In den zurückliegenden Wochen sei zwar durch die Maßnahmen einiges erreicht worden. „Aber das ist nicht genug.“ Müller nannte ein aus seiner Sicht bedrückendes Beispiel aus Berlin: Dort seien erstmals 1000 Corona-Patienten in Krankenhäusern, die gleichzeitig behandelt werden müssten. „Das ist nicht wegzudiskutieren.“

Update 19.41 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben eine Entscheidung über das weitere Vorgehen an den Schulen vertagt. „Bund und Länder werden auf der nächsten Konferenz darüber beraten, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich in Hotspots reduziert werden können“, beschlossen Merkel und die Länderchefs.

Update 19.39 Uhr: „Nächste Woche ist die Woche der Entscheidungen“, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Er habe wenig Hoffnung, dass Ende November alles wieder gut ist. „Es gibt keinen Anlass zu glauben, ab Anfang Dezember wäre wieder alles wie früher.“ 

Update 19.33 Uhr: „Für eine Zwischenbilanz ein guter Beschluss“, sagt Kanzlerin Angela Merkel kurz und knapp. Man müsse jetzt „sehr intensiv“ die neuen Beratungen zwischen Bund und Länder vorbereiten müssen. Dann soll es auch um längerfristige Beschlüsse gehen.

Update 19.32 Uhr: Der Bund hat beschlossen, besonders gefährdete Menschen mit günstigen FFP2-Masken vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus bewahren. Über 65-Jährige und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollen insgesamt 15 dieser Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung erhalten können. Die Kosten übernimmt demnach der Bund.

Update 19.28 Uhr: „Wir haben heute noch einmal deutlich gemacht, worum es geht“, sagt Angela Merkel. Die Bevölkerung sei noch einmal aufgefordert, bestimmte Regeln einzuhalten. Private Kontakte seien auf ein Minimum zu reduzieren, auf private Feiern sei zu verzichten.

Update 19.27 Uhr: Laut Merkel waren die Bundesländer in überwiegender Mehrheit der Meinung, heute keine Zwischen-Rechtsänderungen zu machen, demnach also keine neuen rechtlichen Beschlüsse im Kampf gegen das Coronavirus zu machen. Bei diesem Thema sei sie durchaus etwas anderer Meinung gewesen. Die neuen Bund-Länder-Beratungen sollen nächste Woche Mittwoch, 25. November, stattfinden.

Update 19.25 Uhr: Bund und Länder haben sich geeinigt, am 25. November noch ein zusammenzukommen, um langfristig auf die Wintermonate Dezember/Januar zu blicken.

Update vom 16. November, 19.22 Uhr: Jetzt spricht Angela Merkel. Die Kanzlerin ruft zu Beginn ihrer Rede die Bevölkerung auf, die privaten Kontakte weiter einzuschränken.

Update vom 16. November, 19.18 Uhr: Zum Eindämmen der Corona-Pandemie rufen Bund und Länder die Bürger auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Sie sollten gänzlich auf private Feiern verzichten, private Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollten auf einen festen weiteren Hausstand beschränkt werden. Das schließe auch Kinder und Jugendliche in den Familien mit ein. Auf diesen Appell verständigten sich nach dpa-Informationen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten. Wann Merkel vor die Presse tritt und die Ergebnisse des Corona-Gipfels verkündet, ist noch nicht klar.

Update vom 16. November, 18.45 Uhr: Noch immer keine Spur von Kanzlerin Angela Merkel. Der Corona-Gipfel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer scheint noch nicht vorbei zu sein.

Update vom 16. November, 17.12 Uhr: Die Beratungen zwischen Bund und Ländern scheinen sich in die Länge zu ziehen. Laut Bild wird derzeit noch heftig zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten diskutiert - unter anderem über die Quarantäne bei Erkältungssymptomen. Wann Merkel vor die Presse tritt und Ergebnisse verkündet, ist aktuell noch unklar.

Zoff bei Bund-Länder-Beratungen: Merkel genervt von Länderchefs - Kanzlerin fordert Handeln der Minister 

Update vom 16. November, 15.32 Uhr: Seit 14 Uhr beraten sich Angela Merkel und die Ministerpräsident in einer Telefonkonferenz zu den Corona-Regeln - und es soll ziemlichen Streit geben. Laut Bild sei die Kanzlerin „total genervt“ und hat vorgeschlagen, dass die Ministerpräsidenten selbst ein Papier vorbereiten sollen, in dem drinstehen soll, was den Ländern wichtig ist.

Auf Drängen der Länderchefs wurde die Beschlussvorlage, die in der Nacht zu Montag öffentlich wurde, bereits vor den Beratungen in einigen Punkten abgeändert. Sowohl die Verschärfungen an Schulen als auch der Punkt, dass Kinder und Jugendliche nur noch einen festen Freund treffen sollen, seien laut Medienberichten rausgestrichen worden. Auch wird nur noch an die Bürger „appelliert“, auf private Feiern gänzlich zu verzichten.

Was letztendlich von Bund und Ländern heute beschlossen wird, ist noch unklar.

Corona-Gipfel heute: Merkel will drastische Einschränkungen - Pläne bereits durchgesickert

Update vom 16. November, 12.50 Uhr: Bei den Bund-Länder-Beratungen werden heute voraussichtlich noch keine schärferen Maßnahmen für die Schulen beschlossen. Nach einer geänderten Vorlage des Bundes für die Videokonferenz mit Angela Merkel und den Ministerpräsidenten sollen die Länder bis zur kommenden Woche (23. November) einen Vorschlag vorlegen, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden können. Das geänderte Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. Im ursprünglichen Papier für den heutigen Corona-Gipfel waren dagegen auch für die Schulen schärfere Maßnahmen vorgesehen (siehe Update 6.22 Uhr).

Zu der Änderungen kam es wegen Widerstands mehrerer Bundesländer. So hätten sich sowohl SPD-regierte Länder als auch einige CDU-Ministerpräsidenten gegen die geplanten Maßnahmen in den Schulen ausgesprochen. Laut Bild.de seien mehrere Mitglieder des obersten CDU-Präsidiums fassungslos über die Beschlussvorschlage.

Schulpolitik ist Ländersache - die Umsetzung der Kontaktbeschränkungen allerdings auch. Diese will der Bund weiterhin deutlich verschärfen.  Bei neuen Verhandlungen Merkels mit den Ministerpräsidenten wohl am 23. November soll auch entschieden werden, wie mit den bis Ende des Monats befristeten geltenden Kontaktbeschränkungen umgegangen wird.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mahnte zur Geduld. „Es ist erst zwei Wochen her, seitdem die November-Schutzmaßnahmen in Kraft getreten sind. Ich halte jetzt nichts von voreiligen weiteren Schließungen oder Lockerungen“, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Montag.

Corona-Gipfel heute mit Angela Merkel: Drastische neue Regeln geplant

Update vom 16. November, 6.22 Uhr: Die Bundesregierung will angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen die Kontaktbeschränkungen und Regeln in der Corona-Krise schon vor Ablauf des Teil-Lockdowns im November drastisch verschärfen. Unter anderem sollen sich weniger Menschen verschiedener Haushalte treffen dürfen, auf private Feiern soll bis Weihnachten ganz verzichtet werden. Zudem will der Bund die Maskenpflicht an Schulen ausweiten, bei zu kleinen Räumen sollen Klassen geteilt werden. Das geht aus einem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz heute von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten vor. (News zum Coronavirus)

Das sind die wichtigsten Punkte des Papiers für die Bund-Länder-Beratungen mit Angela Merkel:

  • Kontaktbeschränkungen: Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit soll nach dem Willen des Bundes nur mit den Angehörigen des eigenen und maximal zwei Personen eines weiteren Hausstandes gestattet sein.
  • Private Treffen: Kinder und Jugendliche sollten angehalten werden, sich nur noch mit einem festen Freund in der Freizeit zu treffen. Auch private Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollten sich generell nur noch auf einen festen weiteren Hausstand beschränken. Auf private Feiern solle zunächst bis zum Weihnachtsfest ganz verzichtet werden.
  • Quarantäne: Der Bund empfiehlt allen Menschen mit Erkältungssymptomen und insbesondere bei Husten und Schnupfen, sich unmittelbar nach Hause in Quarantäne zu begeben. 
  • Schulen: Ein besonderer Fokus liegt auf Jugendlichen ab 12 Jahre. Daher soll das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schüler aller Jahrgänge und für Lehrer auf dem Schulgelände und während des Unterrichts vorgeschrieben werden. Zudem sollten die Klassen - sofern keine größeren Räume zur Verfügung stehen - halbiert und in festen Gruppen eingeteilt unterrichtet werden. Auch in Schulbussen sei der Mindestabstand von 1,5 Metern sicherzustellen. Im Falle von Quarantänemaßnahmen solle für alle betroffenen Schüler Distanzunterricht angeboten werden.
  • Schutz von Risikogruppen: Besonders gefährdete Menschen wie Alte, Kranke oder Personen mit Vorerkrankungen sollen nach dem Willen des Bundes zum Schutz vor dem Coronavirus von Dezember an vergünstigte FFP2-Masken erhalten. Besuche bei besonders gefährdeten Menschen nur dann zu unternehmen, wenn alle Familienmitglieder frei von Symptomen seien und sich seit einer Woche in keine Risikosituationen begeben hätten

Corona-Gipfel mit Merkel am Montag: Bei Bund-Länder-Treffen drohen noch schärfere Kontaktregeln

Update vom 15. November, 17.30 Uhr: Es gilt als wahrscheinlich, dass bei den Corona-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten um Armin Laschet (NRW) am morgigen Montag (14 Uhr) eine weitere Verschärfung der Kontaktbeschränkungen geben könnte. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Demnach ist es denkbar, dass künftig nur noch ein Haushalt und eine weitere Person in der Öffentlichkeit zusammen kommen dürfen. Aktuell gilt, dass sich nur Angehörige des eigenen und eines weiteren Hausstands in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen, maximal jedoch 10 Personen.

Als größter Knackpunkt der Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage zeichnet sich das Thema Schule ab. Das Kanzleramt ist offenbar bereit, schon jetzt über Veränderungen etwa bei den in den Schulen geltenden Abstandsregeln, der Gruppengröße oder die Einführung von Wechselmodellen im Unterricht zu reden. Eine Mehrheit der Länder wolle jedoch aktuell nichts an den Regelungen ändern. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor der Runde am Montag schärfere und einheitliche Regeln für die Schulen verlangt. „Ich werbe dafür, dass wir die Maskenpflicht überall einführen“, sagte Söder am Sonntag der Bild

Die Entscheidung, ob der auf November befristete Teil-Lockdown in der Corona-Pandemie vor Weihnachten verschärft werden muss oder teils gelockert werden kann, soll erst am 23. November fallen. Das ist laut dpa der Wunsch mehrerer Länder. Sie wollen eine weitere Woche die Entwicklung bei den zuletzt auf hohem Niveau stagnierenden Corona-Infektionszahlen abzuwarten. Auch Ruhr24.de* berichtet über die Pläne der Regierung.

Corona-Gipfel mit Merkel am Montag: Erste Lockdown-Bilanz mit den Ländern

[Erstmeldung vom 15. November] Hamm - Jüngst wurde erneut ein neuer Rekord-Wert erreicht: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag (13. November) 23.542 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. In den ersten Tag nach Beginn des Teil-Lockdowns in Deutschland befand sich dieser Wert noch unter der 20.000-Marke. Wirken die strengen Corona-Regeln der Regierung also (noch) nicht? Darüber wollen Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer am Montag (16. November) beim Bund-Länder-Treffen beraten. (News zum Coronavirus)

Corona-Gipfel mit Merkel: Erste Bilanz zum Lockdown - Hoffnung auf Lockerungen?

Rückblick: Am 28. Oktober schalten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten in einer Videokonferenz zusammen. Zwei Tage früher als ursprünglich angedacht - die Zeit rennt, die Lage wird immer ernster. Schon vor Beginn des Corona-Gipfels sickern erste Informationen durch: ein Lockdown steht im Raum. Gastronomen und die Kultur-Branche fürchten das Schlimmste. Sie sollen Recht behalten. Am späten Nachmittag tritt die Kanzlerin im Anschluss des Bund-Länder-Treffens vor die Presse, verkündet erneut strenge Corona-Maßnahmen und den sogenannten Teil-Lockdown.

Also alles wieder auf Anfang. Fast. Schulen, Kitas, Frisörsalons sowie der Einzel- und Großhandel bleiben geöffnet. Am letzten Wochenende im Oktober nutzen die Menschen noch einmal ihre Freiheit und besuchen Restaurants, Bars und Kosmetikstudios, bevor am 2. November das öffentliche Leben für einen Monat erneut runterfährt.

Corona-Gipfel mit Merkel: Erste Bilanz zum Lockdown - Söder hält Lockerungen für schweren Fehler

Jetzt sind gut zwei Wochen vergangen, die erhofften Auswirkungen der Maßnahmen auf die Corona-Zahlen sind bislang ausgeblieben. Lockerungen scheinen in weiter Ferne. Das bekräftigt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wenige Tage vor dem Bund-Länder-Treffen in der bei der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ am Donnerstag: „Für Lockerungen ist jetzt überhaupt kein Anlass. Es wäre ein schwerer Fehler, das zu machen.“ 

Auch Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn waren vor dem Corona-Gipfel zwischen Bund und Länder am Montag (16. November) vorsichtig mit Prognosen über den bisherigen Erfolg des Lockdowns. In ihrem Video-Podcast stimmte Angela Merkel die Menschen auf schwierige Monate ein: „Der vor uns liegende Winter wird uns noch allen noch viel abverlangen“, sagte die Kanzlerin, „Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können.“ Regierungssprecher Steffen Seibert hatte bereits am Freitag betont, dass aus Regierungssicht wenig Aussicht auf Lockerungen besteht. Auch Jens Spahn dämpfte die Hoffnungen auf größere Feiern zu Weihnachten.

Corona-Gipfel mit Merkel und Länderchefs: Altmaier sieht wenig Spielraum für Öffnungen

Wirtschaftsminister Peter Altmeier sagte der Bild am Sonntag, er sehe wenig Spielraum für das Öffnen von Restaurants und Kinos. Und er prognostiziert erhebliche Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen für die nächsten vier oder fünf Monate. Unterstützung kommt vom Städte- und Gemeindebund: Gerade die Schließung von Gastronomie und Kultur führe zu einer deutlichen Reduzierung der Kontakte, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Funke Mediengruppe.

Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland hatte sich in einer repräsentativen Umfrage allerdings dafür ausgesprochen, Restaurants und Kultureinrichtungen im Dezember wieder zu öffnen. Bei der Erhebung des Instituts Kantar für die Bild am Sonntag sprachen sich 78 Prozent der Befragten dafür aus, Gastronomen den Betrieb wieder zu erlauben.

Corona-Gipfel mit Merkel: Wie sieht die erste Bilanz zum Lockdown aus?

Die zweite Corona-Welle ist noch nicht gebrochen. Jeden Tag meldet das RKI immer höhere Zahlen. Lockerungen scheinen in weiter Ferne zu liegen. Aber wie soll die Zwischenbilanz von Angela Merkel und den Ministerpräsidenten ausfallen, wenn die gewünschten Auswirkungen des Lockdowns bis dato noch nicht eingetreten sind?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (links) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte) kommen am Montag, 16. November, erneut zu einem Corona-Gipfel zusammen. Dass die Runde Lockerungen beschließt, ist ausgeschlossen.

Es sind Horror-Szenarien, die sich im Kopf abspielen. Müssen die Schulen wieder schließen? NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hatte erst am Freitag (13. November) in einer Aktuellen Stunde im Landtag gesagt, dass die Schließung der Schulen im März der größte Fehler war, den die Regierung machen konnte. Die Ministerin hält trotz viel Kritik am Präsenzunterricht fest.

Corona-Gipfel mit Merkel: Bilanz zum Lockdown - Branchenverband sieht bei Schließungen schwarz für den Handel

Oder werden etwa die Geschäfte wieder dicht machen müssen? Mit Blick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft eine Hiobsbotschaft für den Einzelhandel. Der Handelsverband Deutschland sehe in diesem Szenario schwarz für die Branche. Großflächige Ladenschließungen wären „für viele Händler - insbesondere im Bekleidungshandel - das Ende, sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Das Ziel ist von Angela Merkel und den Ministerpräsidenten klar definiert: Wir müssen wieder auf 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen kommen. Ein Wert, von dem fast alle Landkreise und Städte in Deutschland aktuell noch weit entfernt sind - und wir somit auch von Lockerungen im November. *Ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jesco Denzel/Bundespresseamt/dpa

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