Wieder Lockdown im Herbst?

Sorge vor der vierten Corona-Welle: Einschränkungen für Nicht-Geimpfte möglich

Die Sorge vor der nächsten Corona-Welle wächst. Kanzleramtsminister Braun rät eindringlich zur Impfung - und hält Einschränkungen für Nicht-Geimpfte für möglich.

Hamm - Kommt im Herbst 2021 der nächste Corona-Lockdown? Die Kommunen haben an Bund und Länder appelliert, ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens zu verhindern. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hält den klassischen Lockdown für nicht notwendig, solange die Impfstoffe gegen die Delta-Variante helfen - für Nicht-Geimpfte könnte es im Fall einer vierten Welle aber durchaus Einschränkungen geben.(News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Bevölkerung83.155.031

Sorge vor der vierten Corona-Welle: Einschränkungen für Nicht-Geimpfte möglich

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen. Groß ist die Sorge vor einer vierten Welle. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat die Menschen zur Corona-Impfung aufgerufen und mögliche Einschränkungen im Herbst für Ungeimpfte angekündigt.

Es gebe zwei Argumente für die Impfung, sagte Braun der Bild am Sonntag. Die Impfung schütze zu 90 Prozent vor einer schweren Corona-Erkrankung. „Und: Geimpfte werden definitiv mehr Freiheiten haben als Ungeimpfte.“ Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag sind in Deutschland 49,1 Prozent der Menschen vollständig geimpft. Mindestens eine Impfdosis haben 60,8 Prozent der Bevölkerung bekommen.

Vierte Corona-Welle in Deutschland: Restaurant- und Kinobesuche im Zweifelsfall nur mit Impfung

Laut Braun würde es nicht ohne Auswirkungen bleiben, wenn Deutschland eine vierte Corona-Welle bekäme. Den klassischen Lockdown halte er zwar nicht für notwendig, solange die Impfstoffe gegen die Delta-Variante helfen. Diese Variante dominiert aktuell das Infektionsgeschehen in Deutschland. Jüngst gab es frische Zahlen zur Wirksamkeit der Impfungen mit Biontech und Astrazeneca.

Aber auch ohne vollständigen Lockdown: „Bei hohem Infektionsgeschehen trotz Testkonzepten würden Ungeimpfte ihre Kontakte reduzieren müssen“, erklärte Braun. „Das kann auch bedeuten, dass gewisse Angebote wie Restaurant-, Kino- und Stadionbesuche selbst für getestete Ungeimpfte nicht mehr möglich wären, weil das Restrisiko zu hoch ist.“

Ob das rechtlich zulässig wäre? „Ja“, antwortete Braun. „Der Staat hat die Pflicht, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen“, erklärte er. „Dazu gehört ein Gesundheitswesen, das im Winter nicht erneut Krebs- und Gelenkoperationen zurückstellen muss, um Corona-Patienten zu behandeln. Und dazu gehört auch der Schutz derjenigen, die ungeimpft sind.“

Kanzleramtsminister Braun zur Corona-Lage im Herbst: Eltern, Lehrer und Schulbus-Fahrer impfen

Für den Kanzleramtsminister ein wichtiger Bereich ist in diesem Zusammenhang vor allem die Schule. Wenn die Inzidenz wie erwartet steige, werde es auch sehr schwer werden, die Infektionen aus den Schulen herauszuhalten. „Daher ist für mich ganz klar: Eltern, Lehrer, Hausmeister und Schulbus-Fahrer müssen sich impfen lassen. Wenn diese Gruppen alle geimpft sind, ist die Gefahr für die Kinder geringer.“

Zudem müsse die Maskenpflicht in öffentlichen Bussen und Bahnen und im Schulunterricht konsequent gelten, wo Abstand und Lüftung nicht ausreichten.

Sorge vor der vierten Corona-Welle - und einem erneuten Lockdown - „Verheerend“

Unterdessen wächst in den Kommunen neben der Sorge vor einer vierten Corona-Welle auch die Angst vor einem erneuten Lockdown. Dies wäre verheerend für die Menschen, aber auch für die Wirtschaft, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele Bürger würden eine solche Maßnahme kaum akzeptieren, meinte er. Bund und Länder müssten sich zeitnah darauf verständigen, welche Maßstäbe wann und wo gelten für weitere Einschränkungen im Herbst.

„Es ist absehbar, dass die Inzidenzzahlen weiter steigen werden“, sagte Landsberg. Die Krankheitsverläufe seien aber weniger gravierend, da in erster Linie eher jüngere Menschen betroffen seien. Es müsse ein neuer Maßstab gefunden werden. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Michele Tantussi/dpa

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