Interview im ZDF

Corona-Prognose von Spahn: „Jeder Ungeimpfte wird sich anstecken“

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen schon vor Herbst und Winter rasant. Gesundheitsminister Jens Spahn gibt eine düstere Prognose ab - macht aber auch Hoffnung.

Hamm - Die vierte Welle rollt über Deutschland: Im ganzen Land steigen die Corona-Zahlen seit Tagen wieder stark an, der Inzidenz-Wert ist in manchen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen regelrecht in die Höhe geschossen. Weil die Impfkampagne zuletzt deutlich ins Stocken geraten ist, droht eine noch dramatischere Lage im Herbst und Winter. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeichnet ein düsteres Szenario.

NameJens Spahn
AmtDeutscher Bundesminister für Gesundheit
Geboren16. Mai 1980, Ahaus
EhepartnerDaniel Funke

Corona in Deutschland: Jens Spahn mit düsterer Prognose für Herbst und Winter

„Jeder nicht Geimpfte wird sich im Herbst und Winter mit nahezu 100 Prozent anstecken“, sagte Spahn am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Das begründet der Minister mit der Delta-Variante des Coronavirus, die noch ansteckender ist als die bisher aufgetretenen Mutationen. Weil die Zahl der Ungeimpften in Deutschland „noch sehr hoch“ sei, bestehe weiterhin das Risiko, dass das Gesundheitssystem stark belastet werden könnte, wenn die Infektionszahlen weiter steigen.

Daher plädiert Jens Spahn dafür, sich vom Inzidenz-Wert als alleinigem Maßstab für die Corona-Regeln zu verabschieden, wie es viele Bundesländer wie NRW zuletzt schon getan haben: „Die 50er-Inzidenz im Gesetz, die hat ausgedient.“ Der Schwellenwert soll nach Ansicht des Gesundheitsministers noch vor der Bundestagswahl* im September aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen werden. Unterstützung für den Vorstoß erhält er aus dem Corona-Kabinett. Anstelle der 7-Tage-Inzidenz will Spahn die „Hospitalisierung“, also die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Covid-19-Patienten, als neuen Parameter etablieren.

Jens Spahn: „Keine weiteren Corona-Beschränkungen für Geimpfte und Genesene“

Aber trotz der dunklen Prognosen für Ungeimpfte sieht Jens Spahn nicht grundsätzlich schwarz für Herbst und Winter: „Wir gehen viel besser in diese Welle hinein.“ Der CDU-Politiker gibt ein klares Versprechen ab: „Für Geimpfte und Genesene wird es keine weiteren Beschränkungen geben.“

Menschen, die sich nicht gegen Corona impfen lassen, dürfen sich darauf wohl keine Hoffnungen machen. Wenn private Anbieter wie Fußballvereine oder Konzert-Veranstalter in Deutschland die 2G-Regel, nach der nur noch Geimpfte und Genesene eingelassen werden, anwendeten, „dann ist das ok“, sagte der Spahn. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte zuletzt davon gesprochen, dass 2G „notwendig“ werde, falls die Infektionszahlen weiter in die Höhe gehen.

So weit ging der Bundesgesundheitsminister im ZDF-Morgenmagazin nicht. Stattdessen nannte er ein „Rezept für sicheren Herbst und Winter“: Dazu zählt Spahn die AHA-Regeln, die 3G-Regel für Innenräume und „impfen, impfen, impfen“. Würden diese drei Dinge konsequent eingehalten würden, brauche es keine zusätzlichen Maßnahmen. Die entscheidende Botschaft sei: „Wir impfen Deutschland zurück in die Freiheit.“ *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Rene Traut | Rene Traut

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