Corona-Gipfel am Montag

„Wir müssen zurück in den Lockdown“: Karl Lauterbach mit düsterer Prognose

Dritte Corona-Welle und exponentielles Wachstum: Karl Lauterbach mahnt zum sofortigen Lockdown in Deutschland. Er macht eine düstere Inzidenz-Prognose.

Hamm - Bund und Länder beraten am Montag über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus. Für Karl Lauterbach ist jetzt schon klar, wie das Ergebnis des Corona-Gipfels lauten muss. (News zum Coronavirus)

NameKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre), Düren
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Karl Lauterbach: „Wir müssen zurück in den Lockdown“ - SPD-Gesundheitsexperte mit düsterer Prognose

„Wir sind mitten im exponentiellen Wachstum“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte. Deswegen kann es für ihn nur eine erneute Verschärfung der Corona-Regeln geben: „Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wir müssen zurück in den Lockdown.“

Länger zu warten, sei schlichtweg nicht sinnvoll und klug. Karl Lauterbach warnte: Deutschland müsse sofort handeln, nicht länger abwarten „und versuchen, das mit einem schnellen und harten Lockdown in den Griff zu bekommen, der nicht allzu lange dauert“, so der Epidemiologe.

Wenn Bund und Länder derartige Maßnahmen weiter hinauszögern würden, „dann kommt der gleiche Lockdown später und wird deutlich länger dauern.“ Denn: „Mit jeder Woche, mit der ein Lockdown später beginnt, verlieren wir nach hinten heraus, um die gleichen Fallzahlen wieder zu erreichen. Und wir haben eine höhere Todeszahl.“ Daher ergebe es aus epidemiologischer Sicht keinen Sinn, „auf den Lockdown zu warten: Wir sind im exponentiellen Wachstum.“

„Sofort in den Lockdown“: Karl Lauterbach warnt vor Inzidenz von 200 nach Ostern

Dann seine bittere Prognose: Seinen Angaben nach ist durch die stattfindende Verdrängung der alten Virusvariante durch neue Corona-Mutanten Mitte April mit einer bundesweiten Inzidenzzahl von 200 zu rechnen. Wenn die Fallzahlen nicht abgebremst würden, sei eine Überlastung der Intensivstationen in wenigen Wochen zu erwarten. 

„Und das“, mahnte Karl Lauterbach, „ist eine Situation, die sich im Lockdown entwickelt. Wir befinden uns in einer sehr prekären Situation.“

Vor dem Corona-Gipfel am Montag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mehren sich die Stimmen, nach denen es vorerst keine weiteren Öffnungsschritte geben dürfe. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte zudem eine harte Notbremse - und keine „Alibi-Bremse“. Die Länder sollen einheitlich gleich vorgehen. Zuvor hatte bereits Sachsens Länderchef Michael Kretschmer (CDU) eingeräumt, dass die Anfang März beschlossenen Öffnungen ein Fehler gewesen seien.

Karl Lauterbach wirbt für Corona-Impfung mit Astrazeneca

In Rahmen der Bundespressekonferenz am Freitag mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI), begrüßte Karl Lauterbach die für Freitag (19. März) geplante Fortsetzung der Impfung mit Astrazeneca. Es handele sich dabei um einen sehr wirksamen Impfstoff, der bei den älteren Menschen die Krankenhauseinweisungen und den Tod sehr sicher verhindern könne.

„Daher ist der Impfstoff sicher, und der Nutzen ist gewährleistet, und ich begrüße ausdrücklich, dass in Deutschland die Impfung wieder begonnen hat.“ Er würde diesen Impfstoff jederzeit nehmen, sagte Karl Lauterbach.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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