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Neue Kontaktbeschränkungen vor Weihnachten? RKI mit dringendem Rat

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Von: Marcel Guboff

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Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich zu. Das Robert-Koch-Institut (RKI) fordert jetzt - kurz vor Weihnachten - strengere Regeln mit Kontaktbeschränkungen.

Hamm - Aktuell vergeht kaum ein Tag, an dem das Robert-Koch-Institut (RKI) keinen rasanten Anstieg bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus vermeldet. Keine Frage: Deutschland befindet sich mitten in der vierten Welle. Am Freitag (12. November) lag die bundesweite Inzidenz bei 263,7 - ein neuer Höchststand.

BehördeRobert-Koch-Institut
HauptsitzBerlin
Gründung1. Juli 1891

Corona-Lage „sehr besorgniserregend“: RKI rät zu Kontaktbeschränkungen

Experten und Politiker sind alarmiert. Bund und Länder wollen daher am Donnerstag beim Corona-Gipfel über weitere Regeln beraten, um möglichst glimpflich durch den Winter zu kommen. Eine Maßnahme könnte 2G sein, die unlängst auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) für sein Bundesland nicht mehr ausschloss.

Auch das RKI beschrieb die aktuelle Corona-Lage in seinem aktuellen Wochenbericht zur Pandemie als „sehr besorgniserregend“. Das Institut fordert daher eine Rückkehr zu massiven Einschränkungen und strengeren Corona-Regeln in Deutschland. Es rate unter anderem „dringend dazu, größere Veranstaltungen möglichst abzusagen oder zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren“, heißt es wörtlich. Ausgerechnet in den Wochen vor Weihnachten.

Falls Kontakte und private Treffen nicht vermieden werden können, sollte man in jedem Fall vorher einen Test machen, auch wenn man geimpft oder genesen sei, raten die RKI-Experten in ihrem Wochenbericht. Auch Geimpfte und Genesene sollten Masken tragen und Abstand halten. Das RKI schätzt die Gefährdung der nicht oder nicht vollständig Geimpften in Deutschland weiterhin als sehr hoch ein. Für vollständig Geimpfte sei sie moderat, aber ansteigend.

Corona-Krise in Deutschland: Strategie für Booster-Impfungen geforndert

Noch am Donnerstag, 11.11. hatten in Köln Tausende Jecken die Karnevalszeit eröffnet. Beim offiziellen Sessionsauftakt auf dem Heumarkt sowie in Kneipen, der Gastronomie und Teilen der Innenstadt galt eine 2G-Regelung. Auch in Düsseldorf und Mainz wurde mit coronabedingten Einschränkungen die fünfte Jahreszeit eröffnet. Angesichts feiernder Menschenmassen trotz stetig steigender Corona-Inzidenzen wurde auch Kritik laut. So äußerte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Zweifel an der Vernunft der Feiern. In NRW gibt mittlerweile es erste Städte, die beim Weihnachtsmarkt auf 2G statt 3G setzen wollen.

Es sei jetzt „eine verbindliche Vereinbarung zwischen Bund und Ländern notwendig, wie wir mit der aktuellen Corona-Lage durch den Winter kommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dazu gehöre eine Strategie für die erforderlichen Booster-Impfungen. „Nach Möglichkeit sollten bis Weihnachten 20 Millionen Menschen diese Impfung erhalten haben.“

Ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz steht unweit eines Schildes mit der Aufschrift „Zu Wem hatte ich Kontakt?“, das Teil einer Kampagne für gegenseitige Achtsamkeit der Stadt Würzburg ist
Das RKI fordert angesichts der angespannten Corona-Lage strengere Regeln. Es geht auch um die Kotaktbeschränkung. © Nicolas Armer/dpa

Corona-Inzidenz steigt in allen Altersgruppen - vor allem bei den Kindern

Wie drastisch die aktuelle Corona-Lage ist, zeigt auch die Tatsache, dass immer mehr Kliniken melden, dass nicht zwingend nötige Behandlungen verschoben werden und Intensivstationen am Limit sind. „Wenn sich diese Dynamik fortsetzt, können wir sehr bald nur noch Notfall- und Covid-Patienten behandeln“, sagte Gernot Marx, Präsident der Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dem RND.

Die Corona-Inzidenzen steigen seit Wochen in allen Altersgruppen stark an. Den höchsten Wert gibt es dem RKI-Wochenbericht zufolge unter den 10- bis 14-Jährigen - mit 411 gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Kindern in einer Woche, den 5- bis 9-Jährigen mit 345 und den 15- bis 19-Jährigen mit 302. In Schulen wird besonders häufig getestet.

Die Niederlande reagieren ebenfalls auf die dort steigenden Zahlen und gehen in einen Teil-Lockdown. Auch Kontakte werden dort beschränkt: Private Treffen in der eigenen Wohnung sollen dort nur noch mit vier weiteren Personen erlaubt sein. (mit afp und dpa)

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