Weiter Impfknappheit

Corona in Deutschland: Chef des RKI warnt - positive Zahlen täuschen über Problem hinweg

Die Corona-Zahlen in Deutschland sind rückläufig. Die täglichen Fallzahlen sinken. Doch der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI) warnt vor einem wichtigen Detail.

Hamm/Berlin - Bei den Corona-Zahlen in Deutschland sehen wir einen positiven Trend, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Freitagmorgen in der Bundespressekonferenz. Die Verlängerung des Lockdown wirkt: Die täglichen Corona-Fallzahlen sinken, der 7-Tage-Inzidenz-Wert ist deutlich unter 100, die Situation auf den Intensivstationen in Krankenhäusern entspannt sich. Aber Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), warnt und legt den Blick bei den Infektionen auf ein Detail. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Corona in Deutschland: Fallzahlen sinken - Spahn sieht positiven Trend

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich weiter sehr langsam. Auch am Freitag sind die täglichen Corona-Fallzahlen um 20 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Bei gleichem Tempo könnte der 7-Tage-Inzidenz-Wert von 50 Ende Februar erreicht werden. Am Freitag lag er bei 94,4 - das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2020. „Das ist erstmal ermutigend“, sagte Jens Spahn am Freitagmorgen in der Bundespressekonferenz. Die Infektionen sinken, die Verlängerung des Lockdown hat erst einmal seine Wirkung erzielt

Beim Thema Impfungen brauche man einfach Geduld, so der Gesundheitsminister. „Wir leben in der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagte Spahn. „Ich kann die Ungeduld verstehen.“ Spahn macht aber keine Hoffnung auf eine kurzfristige Besserung. „Es liegen noch einige harte Wochen der Impfknappheit vor uns.“ Am Freitag rechne man mit der EU-Zulassung des Impfstoffs von Astra Zeneca.

Corona in Deutschland: Chef des RKI warnt - genauerer Blick auf Fallzahlen

RKI-Chef Professor Lothar Wieler bestätigt den grundsätzlichen positiven Trend bei den Corona-Zahlen in Deutschland. Der Wissenschaftler warnt aber deutlich vor zu großem Optimismus. „Wir müssen diesen Weg weiter beschreiten“, sagte Wieler. „Einen neuen starken Anstieg an Fallzahlen würden die Intensivstationen nicht verkraften.“ Heißt: Der Lockdown muss weitergehen. Von einer eventuellen Verlängerung sprach Wieler aber nicht.

Wieler warnt davor, den Trend für ganz Deutschland nicht falsch zu bewerten. Der 7-Tage-Inzidenz-Wert gehe nämlich nur in vier Bundesländern deutlich zurück. Das seien die seit Wochen vom Coronavirus am stärksten betroffenen Bundesländer Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. In anderen Bundesländern gebe es diese deutliche Entwicklung nicht. In einigen Landkreisen blieben die Werte sogar stabil. Wieler fordert daher weiter ein strenges Einhalten der Corona-Grundregeln: keine Reisen, Kontakte reduzieren, an Hygieneregeln halten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, haben über die Corona-Lage in Deutschland informiert.

Corona in Deutschland: Warnung vor dritter Welle bei Infektionen

Auch Politiker warnen bereits davor, zu früh bei den Corona-Einschränkungen in Deutschland nachzulassen. So sagte er NRW-Ministerpräsident und neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet, man müsse eine dritte Corona-Welle verhindern und dürfe nicht zu früh Bereiche des öffentlichen Lebens wieder lockern.

Trotzdem gibt es bereits Forderungen, es müsse Perspektiven für die Zeit nach dem Lockdown geben. So äußert zum Beispiel ein Landrat aus NRW große Kritik an der aktuellen Corona-Politik in Deutschland.

Rubriklistenbild: © Tobias Schwarz/ AFP Pool/ dpa/ Picture Alliance

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