Düstere Prognose

Virologe Drosten mit Warnung für den Sommer: 100.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag, wenn...

Deutschland befindet sich weiter im Lockdown, die Corona-Zahlen sinken nur langsam. Virologe Christian Drosten hat jetzt vor einem schlimmen Szenario gewarnt.

Berlin - Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass in Deutschland der erste Corona-Fall offiziell bestätigt worden ist. Seitdem ist vieles passiert - vieles, auf das alle hätten verzichten können. Aber nach vielen Aufs und Abs befindet sich das Land weiterhin im harten Lockdown. Doch wann sind Lockerungen in Sicht? Bloß nicht zu früh, warnt Virologe Christian Drosten. (News im Coronavirus)

VirologeChristian Drosten
Geboren12. Juni 1972
ArbeitgeberCharité - Universitätsmedizin Berlin

Virologe Drosten hat schlimme Befürchtung: 100.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag, wenn...

In einem Interview mit dem Spiegel hat Christian Drosten über 2021 und Corona gesprochen - und dass das Jahr viel gefährlicher werden könnte, als viele bislang ahnen. Er äußerte eine schlimme Befürchtung für das Frühjahr und den Sommer, wenn Politik und Gesellschaft im Kampf gegen das Virus zu früh nachlassen würden.

Laut dem Berliner Virologen müsste Deutschland im schlimmsten Fall mit 100.000 Neuinfektionen pro Tag rechnen, wenn die Corona-Maßnahmen zu früh gelockert werden würden. Aktuell schwanken die RKI-Fallzahlen für Deutschland zwischen 15.000 und 25.000. Der Grund für Drostens düstere Prognose: „wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck“, erklärt der Virologe.

Der würde laut dem Virologen bei ersten Impferfolgen entstehen, wenn bald die ältere Bevölkerung und ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden. „Und dann werden sich innerhalb kurzer Zeit noch viel mehr Leute infizieren, als wir uns das jetzt überhaupt vorstellen können“, so Drosten mit Blick auf zu frühe Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

Christian Drosten warnt vor zu frühen Lockerungen: Düstere Prognose für den Sommer 2021

Doch wieso sollte der Sommer 2021 anders werden als der vergangene, in dem sich die Zahlen drastisch gesunken waren? „Dass wir 2020 einen so entspannten Sommer hatten, hatte wahrscheinlich damit zu tun, dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind“, sagt der Virologe dem Spiegel.

Dies sei inzwischen nicht mehr der Fall. Drosten fürchte, dass es eher so sein wird wie in Spanien, wo im Sommer die Fallzahlen nach Beendigung des Lockdowns schnell wieder gestiegen seien, obwohl es sehr heiß war. Über Drostens Prognose für den deutschen Sommer 2021* berichtet auch merkur.de*.

Drosten zu den Corona-Maßnahmen: „Zahlen jetzt ganz tief nach unten drücken“

Drosten bleibe bei seinem Wunsch, die Zahlen „jetzt ganz tief nach unten“ zu drücken, sagt er im Spiegel-Interview. Man müsse auf die Null zumindest zielen. Ob die sogenannte Zero-Covid-Strategie für Deutschland der richtige Weg sei, beantwortet der Virologe nicht direkt. Er antwortete: „Ich glaube schon, dass das möglich wäre, mit großen Anstrengungen.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht die Strategie, die einen kompletten Shutdown europaweit als Ziel hat, für Deutschland als ungeeignet an. „Das Modell sehe ich nicht auf Deutschland übertragbar“, sagte Spahn am Freitag in Berlin. Das Land liege in der Mitte eines Kontinents, in der Mitte der Europäischen Union, „deswegen sehe ich Null als dauerhafte Zielmarke nicht als das, was in einem Land wie Deutschland mit unserer Lage und Situation funktionieren kann.“ - *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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