Wahl zum Vorsitz

Umfrage-Hammer vor CDU-Parteitag: Dieser Kandidat holt plötzlich wieder auf

Wer wird Vorsitzender der CDU? Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen? Ein Kandidat startet laut Umfrage eine Aufholjagd kurz vor dem Parteitag.

Berlin - Die CDU entscheidet auf dem Parteitag am 16. Januar, wer ihr neuer Vorsitzender und möglicherweise dann auch Kanzlerkandidat wird. Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen sind die Kandidaten bei der Wahl. Laut einer Umfrage der ARD ist das Rennen offen wie nie.

ParteiCDU
GründerKonrad Adenauer
Gründung26. Juni 1945
Hauptsitz Berlin

CDU entscheidet auf Parteitag über Vorsitz: Das sind die Kandidaten

Erstmals entscheidet die CDU auf einem digitalen Parteitag über den Vorsitz. Die nahezu ungebremste Ausbreitung des Coronavirus macht es nötig. Drei Kandidaten stehen zur Wahl: Laschet, Röttgen, Merz. Alle drei Politiker, die zur Wahl stehen, stammen aus NRW. Ein Favorit ist nicht auszumachen. Eine aktuelle Umfrage zeigt aber, wer auf der Überholspur ist.

Die ARD hat diese Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut Infratest-Dimap in Auftrag gegeben. Die Forscher befragten gezielt CDU-Anhänger nach ihrem Favoriten. Bereits im November vergangenen Jahres hatte es eine ähnliche Umfrage gegeben. Die aktuelle Entwicklung ist überraschend.

CDU vor Parteitag und Wahl: Friedrich Merz bei Umfrage vorne

Nach wie vor in der Pole Position bei der Gunst der Anhänger der CDU ist Friedrich Merz. Der Sauerländer hatte als erstes angekündigt, er werde für den Vorsitz der Partei kandidieren. Merz gehört zu konservativen Flügel der CDU und gilt als wirtschaftsnah. Der Arnsberger Politiker steht quasi für die „alte CDU“, fordert aber eine Neuausrichtung der Partei in der Zeit nach Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einem Gastbeitrag für den Spiegel schrieb Merz, die politische Mitte sei unübersichtlich geworden. Merz will daher Grundsatzfragen klären.

Als Vorsitzender der CDU wolle er beweisen, dass sich Klimaschutz und „Wohlstand für alle“ nicht ausschließen. Die CDU bestreite nicht die Klimaprobleme, so Merz. „Aber wir können einen besseren Weg zum Ziel aufzeigen als den der beständig stärker werdenden Regulierung, der Einschränkung unserer Freiheit, der Verbote, der Bevormundung, der gouvernantenhaften Belehrung des deutschen Volkes.“ In der ARD-Umfrage sprechen sich 29 Prozent der CDU-Anhänger für Friedrich Merz als Vorsitzenden aus.

Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Norbert Röttgen (l-r), Armin Laschet und Friedrich Merz, stehen nach einem Mitglieder-Talk der Jungen Union nebeneinander. Die drei CDU-Vorsitzkandidaten haben sich darauf geeinigt, die Führungsfrage der Partei bei einem Parteitag Mitte Januar zu lösen.

CDU vor Parteitag und Wahl: Armin Laschet holt laut Umfrage auf

Doch im Aufwind im Kampf um den Vorsitz bei der CDU ist ein anderer Kandidat: Armin Laschet. Bei der Umfrage Ende vergangenen Jahres war der NRW-Ministerpräsident abgeschlagen hinter den beiden anderen Kandidaten. Doch eine Woche vor dem Parteitag ist der Politiker aus Aachen gleichauf mit Norbert Röttgen und knapp hinter Friedrich Merz. 25 Prozent der CDU-Anhänger würden laut Umfrage Laschet wählen. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als im November.

Armin Laschet war speziell für seinen Kurs in der Corona-Krise in die Kritik geraten. NRW habe nach dem Lockdown im Frühjahr viel zu schnell viele Regelungen gelockert, so seine Kritiker. Es folgte der Massenausbruch im Betrieb der Firma Tönnies in Westfalen sowie viele Massenausbrüche bei Feierlichkeiten. Hier waren zeitweise Hochzeiten mit 150 Gästen erlaubt. Laschet gilt bei der Wahl auf dem Parteitag der CDU als Kandidat der „Mitte“. Er betreibt damit eine ähnliche Politik wie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Windschatten von Armin Laschet folgt Gesundheitsminister Jens Spahn. Sollte Laschet den Vorsitz übernehmen, wird Jens Spahn Vize-Vorsitzender.

CDU vor Parteitag und Wahl: Kandidat Norbert Röttgen überrascht

Doch kommt es beim Parteitag der CDU vielleicht sogar zur Überraschung bei der Wahl des Vorsitzenden? Norbert Röttgen hatte im vergangenen Jahr überrascht, als er ankündigte, er wolle für den Vorsitz kandidieren. Der Kandidat aus dem Rhein-Sieg-Kreis stand nach der Niederlage bei der NRW-Landtagswahl 2012 nicht mehr in der ersten Reihe. Röttgen wird in Berlin aber als Experte im Bereich der Außenpolitik geschätzt.

In einem ARD-Interview gibt sich Röttgen zuversichtlich: „Ich habe Leute gewinnen können, die nicht schon immer CDU gewählt haben, viele junge Menschen auch aus urbanen Milieus“. Röttgen sagte außerdem: „Ich habe viel Bewegung erzeugt und ich würde sagen, ich bin zuversichtlich, es hat sich etwas verändert und bewegt.“ Die Umfrage der ARD bestätigt, dass er auf dem Parteitag und bei der Wahl nicht nur Außenseiter ist. Wie auch Laschet kommt Röttgen bei der Befragung der CDU-Anhänger nach ihrem Wunsch-Vorsitzenden auf 25 Prozent.

CDU: Parteitag und Wahl digital im Netz

Der Parteitag der CDU findet am Freitag, 15. Januar, und Samstag, 16. Januar, komplett digital statt. Am Freitag werden ab 18 Uhr zuerst die scheidende Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen. Es folgen unter anderem ein Grußwort vom CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Am Sonntag werden ab 9.30 Uhr die drei Kandidaten Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen sprechen. Es folgt die Wahl zum Vorsitzenden. Der Bundesvorstand wird anschließend per Briefwahl gewählt. Der Parteitag wird auf www.cdu-parteitag.de live übertragen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/dpa-pool | Michael Kappeler

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