20 Bundeswehr-Soldaten sollen nach Somalia

Berlin - In sieben afrikanischen Ländern ist die Bundeswehr bereits im Einsatz. Jetzt soll mit Somalia ein weiteres hinzu kommen. Auch wenn es sich um eine Ausbildungsmission handelt, ist der Einsatz nicht ganz ungefährlich.

Die Bundeswehr soll sich ab April an der EU-Ausbildungsmission in Somalia beteiligen. Auf einer Truppenstellerkonferenz an diesem Mittwoch in Brüssel werden die deutschen Vertreter ein entsprechendes Angebot machen, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Eine Größenordnung nannte er noch nicht. Nach dpa-Informationen sollen bis zu 20 Soldaten in die somalische Hauptstadt Mogadischu geschickt werden.

Die Bundeswehr war bereits bis Dezember an der Ausbildung der somalischen Streitkräfte im Nachbarland Uganda beteiligt, zog sich nach dem Umzug nach Mogadischu aber aus Sicherheitsgründen aus der Mission zurück. In Somalia kämpft seit mehr als zwei Jahrzehnten die islamistische Al-Shabaab-Miliz gegen die Zentralregierung. Bei Kämpfen und Terroranschlägen sind bereits Tausende Menschen getötet worden; über eine Million sind aus dem Land geflohen.

Vor einer Woche wurden bei einem Bombenanschlag auf ein Café in Mogadischu zwölf Menschen getötet. Vor drei Wochen kamen bei einem Selbstmordanschlag auf einen UN-Konvoi am Flughafen von Mogadischu sechs Menschen ums Leben, 19 wurden verletzt.

Die Ausbildungsmission findet in einem gesicherten Bereich des Flughafens statt. Derzeit sind etwa 75 EU-Soldaten daran beteiligt. Der nächste Lehrgang beginnt im April. Die Bundeswehr wird sich dann wahrscheinlich mit etwa einem Dutzend Soldaten beteiligen. Die Obergrenze soll trotzdem wie bei dem Einsatz in Uganda auf 20 Soldaten festgelegt werden.

Der Bundestag muss dem Einsatz zustimmen. Die Linke nannte die deutsche Beteiligung an der Mission fahrlässig. Die Bedrohung sei weiterhin erheblich, sagte die verteidigungspolitische Sprecherin Christine Buchholz. „Die Bundesregierung setzt zur Durchsetzung ihrer neuen außenpolitischen Strategie das Leben von Soldatinnen und Soldaten aufs Spiel.“

dpa

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