Bundestagswahl 2021

FDP-Chef Lindner antwortet klar auf Kanzler-Frage - Überraschung bei Ampel möglich

FDP-Chef Christian Lindner antwortet auf die Kanzler-Frage klar. Bei der Haltung zu einer Ampel-Koalition nach der Bundestagswahl deutet sich ein Umdenken an.

Hamm - Vor der Bundestagswahl 2021* stellt sich nicht nur die Frage, welcher der Kandidaten als Nachfolger von Angela Merkel (CDU) ins Kanzleramt einzieht, sondern besonders aus: Welche Koalition wird Deutschland (mindestens) die kommenden vier Jahre regieren?

Mitglied des Deutschen BundestagesChristian Lindner
Geboren7. Januar 1979, Wuppertal
Größe1,86 Meter

Bundestagswahl: FDP-Chef Lindner antwortet klar auf Kanzler-Frage - Überraschung bei Ampel möglich

Mehrere Bündnisse sind nach dem Wahltag möglich - unter anderem eine Ampel-Koalition. Allerdings gehört sich nicht gerade zu den Wunschkonstellationen der Liberalen, wie Parteichef Christian Lindner abermals betonte.

Auch in den jüngsten Umfragen liegt die SPD noch vor der CDU. Doch bei der Frage, ob Olaf Scholz (SPD) oder Armin Laschet (CDU) der bessere Kanzler wäre, antwortete Christian Lindner im ZDF mehr als eindeutig: „Armin Laschet. Wir kennen ihn aus der partnerschaftlichen Zusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen. Vieles von dem, was der Bund braucht, wird da umgesetzt – etwa die Entfesselung der Initiative in der Wirtschaft.“

Auch wenn die FDP die CDU als (großen) Koalitionspartner favorisiert: Eine definitive Absage an eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen war dies nicht. Zumal die Liberalen ja etwa auch in Rheinland-Pfalz Teil einer Ampel-Koalition sind. In Sachsen-Anhalt gehören sie einem Deutschland-Bündnis aus CDU, SPD und FDP an.

Bundestagswahl: FDP schließt Ampel-Koalition wohl nicht mehr aus - auch wegen der CDU

Seine Partei sei also wendig, sagte „heute journal Update“-Moderator Wulf Schmiese Richtung Parteichef Christian Lindner. Doch der meinte: „Die FDP ist nicht wenig, die FDP ist eigenständig.“ Einmal mehr verwies er auf 2017, als die Liberalen die Gespräche über eine mögliche Jamaika-Koalition mit CDU und Grünen platzen ließ. „Wir werden im Zweifel auf Karrieren verzichten, wenn es um Grundüberzeugungen geht.“

Christian Lindner betonte erneut: „So kann auch jeder 2021 sicher sein: Für Steuererhöhungen, Aufweichen der Schuldenbremse oder einen Linksruck in Deutschland – dafür stehen wir nicht zu Verfüung.“

Hinter den Kulissen soll aber ein Umdenken stattgefunden haben, wie die Bild schreibt. Demnach wolle Christian Lindner die FDP unbedingt in die nächste Bundesregierung bringen - in der er selbst Finanzminister ist. Dazu gebe es innerhalb der Partei einen Fahrplan, sollten Olaf Scholz und die SPD die Bundestagswahl gewinnen. Diese sehe zunächst so aus, dass sich die FDP am Wahlabend mit Aussagen zu einer möglichen Koalition zurückhalten will.

Mögliche Ampel-Koalition nach der Bundestagswahl: FDP setzt sich „rote Linien“

Die FDP rechne wohl damit, dass innerhalb der Union infolge eines möglichen Wahl-Desasters „ein beinharter Machtkampf ausbrechen“ und die Partei „sich selbst massiv zerlegen“ würde, wie es in dem Bericht heißt. Im Anschluss würden bei möglichen Verhandlungen mit den Grünen vor allem FDP-Vize Wolfgang Kubicki und Grünen-Chef Robert Habeck zentrale Rollen spielen. Das Argument: Beide kennen sich gut.

Inwiefern die FDP tatsächlich innerhalb der selbst gezogenen „roten Linien“ für mögliche Koalitionsgespräche mit SPD und Grünen bleibt, wird sich dann herausstellen. Das Nein zu Steuererhöhungen und das Aufweichen der Schuldenbremse dürften wohl die größten Brocken sein. Bei Themen wie Mindestlohn (SPD und Grünen wollen 12 Euro) oder Tempolimit auf Autobahnen seien die Liberalen um Parteichef Christian Linder offenbar - so heißt es - bereit für Kompromisse.

Allerdings gibt‘s wohl auch bei der SPD Zweifel. Partei-Vize Kevin Kühnert hat jetzt die Verlässlichkeit von FDP-Chef Christian Lindner angezweifelt - und damit auch die Erfolgsaussichten denkbarer Gespräche über eine Ampel-Koalition nach der Bundestagswahl infrage gestellt. „Christian Lindner ist ein Luftikus“, sagte Kevin Kühnert, der zum linken SPD-Flügel gezählt wird, der Rheinischen Post auf die Frage, wie sehr er sich auf Lindner als möglichen Partner in einem Ampel-Bündnis freue: „Lindner ist ein Spieler, der sogar Superreiche steuerlich entlasten will, gleichzeitig aber kein seriöses Finanzkonzept hat. Ich frage mich, mit welcher Partei er auf dieser windigen Grundlage zusammenarbeiten möchte.“

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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