Mit Baerbock und Habeck

Spott über Wahlvideo: Grünen-Spot zur Bundestagswahl polarisiert

Der neue Wahl-Spot der Grünen sorgt für Spott: In dem Wahlvideo wird zur Melodie von „Kein schöner Land“ gesungen. Das gefällt nicht jedem.

Hamm - Die Briefwahl zur Bundestagswahl 2021 ist gestartet. Dazu kommen auch die Wahlkampf-Spots der Parteien. Die Grünen polarisieren mit ihrem neuesten Video. Es wird gesungen und zwar ein Volkslied-Klassiker mit neuem Text und auch nicht von professionellen Sängern. Die Spitzenkandidaten Annalena Baerbock und Robert Habeck treffen den Takt nicht. (News zur Bundestagswahl)

WahlBundestagswahl 2021
DatumSonntag, 26. September 2021

Bundestagswahl 2021: Spott von Wählern für das neue Wahlvideo der Grünen

„Jetzt alles geben / den Aufbruch leben / wir sind bereit“ - so endet der neue Wahl-Spot der Partei Die Grünen/Bündnis 90. Nach Aufbruch sieht das Video zunächst aber nicht aus. Denn Melodie für den Wahlkampf verwendet die Partei „Kein schöner Land in dieser Zeit“ - ein Volkslied aus dem Jahr 1840.

Das Lied wird nicht von ausgebildeten Sängern gesungen, sondern von normalen, singenden Menschen. Dazu gehört auch die Köchin und Europa-Parlamentsabgeordnete Sarah Wiener. Hinzu kommt eine Umdichtung des Textes. Aus „Kein schöner Land“ wird „Ein schöner Land“, die Lyrics widmen sich dabei den grünen Wahlkampfthemen wie Umweltschutz, Klimawandel, Digitalisierung, Nahverkehr und natürlich den Aufbruch.

Schiefe Töne, schiefe Verse: „Kein schöner Land“-Spot der Grünen sorgt für Spot im Netz

Das klingt nicht nur teilweise schief, sondern wird auch teilweise schief gedichtet. Wie merkur.de* berichtet heißt es „Kämpfen fürs Klima, / Kurzstreckenflieger / und meine Farm“.* Die Grünen kämpfen jedoch gegen Kurzstreckenflüge. Kanzlerinkandidatin Annalena Baerbock möchte Kurzstreckenflüge perspektivisch abschaffen. „Wer als Familie mit dem Zug reist, sollte doch weniger zahlen als für die Kurzstrecke im Flugzeug“, sagte sie in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Die Grünen-Spitzenkandidaten Baerbock und Habeck rauben „Kein schöner Land“ auch noch den Takt: Sie singen nicht mit, sondern sagen ihre Verse, im Reimschema auf.

Auf Twitter und Youtube gibt es viel Kritik für den Spot. Gerade auf Twitter kommen Vorwürfe über den ungewollten Ohrwurm von „Kein schöner Land“ und auch von Grünen-Wählern gibt es Spott am Spot.

Welche Wähler möchten die Grünen ansprechen? Auch Jan Böhmermann macht sich lustig

Spott für das Wahl-Video gibts auch aus prominenter Richtung: Der Satiriker Jan Böhmermann (ZDF Magazin Royal) twittert „Dann doch lieber lachend in der Naturkatastrophe stehen“ und spielt damit auf den Skandal rund Armin Laschet, der als NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit den Flut-Opfern in Erftstadt spricht, lachte. „Vielleicht WOLLEN die Grünen gar nicht gewählt werden?!“, diese These stellt der Satiriker auf.

Es scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. Die Grünen wollen von der breiten Masse gewählt werden. „Mal ehrlich liebe @Die_Gruenen - wer ist bitte die Zielgruppe dieses Wahlspots? Erstwählerinnen sicher nicht, grüne Stammwählerschaft aber sicher (hoffentlich! auch nicht“, fragt eine Nutzerin auf Twitter.

Ältere Generation im Blick: „Kein schöner Land“ von den Grünen gehört eher ins Fernsehen als auf Twitter

Und die Frage stellt sich auch bewusst. Denn Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, erklärte gegenüber dpa, dass sich das Wahlkampfvideo an die Breite der Gesellschaft richten würde. Die grüne Version von „Kein schöner Land“ scheint eher Anlauf auf die ältere Generation zu sein und ist eher fürs Fernsehen als für die sozialen Medien geeignet.

In Deutschland sind bei der Bundestagswahl 2021 laut Schätzungen des Bundeswahlleiters 60,4 Millionen Menschen wahlberechtigt. Davon ist der Großteil über 50 Jahre alt.

Aktuell liegt die SPD in den Umfragen vorne: Sie liegt in der Forsa-Umfrage bei 23 Prozent vor der CDU mit 22 Prozent. Die Grünen kommen auf 18 Prozent - der Wahlkampf bleibt spannend. - *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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